Forschungsevaluation
Seit dem Jahr 2000 ist in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) eine jährliche interne Forschungsevaluation etabliert, die seit 2003 die Grundlage für eine formelgebundene leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) ist.
Die Bewertung der Forschungsleistungen der Abteilungen erfolgt ex post (vergangenheitsbezogen) jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren. Die Kriterien der derzeitigen formelgebundenen, leistungsorientierten Mittelvergabe orientieren sich an den Empfehlungen zu einer Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM) an den Medizinischen Fakultäten der DFG. Leistungskriterien für die jährliche Evaluation der Einrichtungen der UMG sind somit die Qualität und Zahl der Publikationen sowie die Höhe und Herkunft der verausgabten Drittmittel im Verhältnis 1:1. Eine Wichtung der Autorenschaften wird für die nächste Evaluationsperiode vorgenommen. Das Ergebnis der Publikationsleistungen und des Drittmittelaufkommens wird jeweils als Absolutwert und als Prozentanteil an der Gesamtleistung im Evaluationszeitraum (z.B. 2008-2010) ausgewiesen. Das Gesamtergebnis (Publikationen und Drittmittel) einer Abteilung dient als Berechnungsgrundlage für die Leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM).
Leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM)
Bis zum Jahr 2006 wurden an der Universitätsmedizin Göttingen ausschließlich Sachmittel leistungsorientiert anhand oben genannter Kriterien zugewiesen. Seit 2007 werden zusätzlich Personalmittel sowohl leistungs- als auch belastungsorientiert auf Basis der Lehrverpflichtung verteilt.Das Modell für die personelle Grund- und Leistungsausstattung der Abteilungen in Forschung und Lehre ist für die drei Bereiche 1. Vorklinik, 2. klinische, klinisch-theoretische und theoretische Abteilungen sowie 3. Abteilungen im Zentrum Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde unterschiedlich, um kapazitätsrechtliche Aspekte berücksichtigen zu können.
In allen drei Modellen wird eine Grundausstattung gewährt, die die grundgesetzlich gesicherte Ausstattung für Lehre und Forschung garantiert. Die formelgebundene Leistungsausstattung wird ausschließlich anhand der Ergebnisse der Forschungsevaluation festgelegt.
Die Leistungsausstattung mit ärztlich/wissenschaftlichen Mitarbeitern erfolgt dabei auf der Basis des prozentualen Anteils an den Ergebnissen der Forschungsevaluation, ausgenommen sind hiervon kapazitätsrelevante Abteilungen (Vorklinik, Zahmedizin). Die Zuweisung der sonstigen Mitarbeiter berücksichtigt die „relative Forschungsleistung“, d.h. die Forschungsleistung pro eingesetztem Budget. Alle Abteilungen werden entsprechend ihrer relativen Forschungsleistung in drei Bereiche (Grundstufe/mittlere Leistungsstufe/höchste Leistungsstufe) eingeordnet. Leistungsstarke Abteilungen erhalten sonstige Mitarbeiter im Verhältnis zu ärztlich/wissenschaftlichen Mitarbeitern mit dem Schlüssel 1:1; im mittleren Drittel erfolgt eine Zuweisung im Verhältnis 1:0,5; in der Grundstufe wird den Abteilungen keine Leistungsausstattung gewährt.
Im Budgetjahr 2011 wurden insgesamt 20,2 Mio € formelgebunden auf die Abteilungen verteilt.
Neben den formelgebundenen Zuweisungen werden weitere Mittel auf der Grundlage von Anträgen vergeben (= antragsbasiertes LOM). Sie ergänzen das eher vergangenheitsorientierte formelgebundene LOM und stellen damit sicher, dass auch eine strategisch ausgerichtete Forschungs- und Lehrförderung stattfindet. Sie werden über Evaluationsverfahren oder im Rahmen der Zielvereinbarung mit dem Vorstand vergeben. Hierbei handelt es sich um Personal- und Sachmittelzuweisungen, die besondere Lehrleistungen, spezielle forschungsbezogene Dienstleistungen oder Anschubförderungen spezieller Forschungsprojekte einzelner Abteilungen sowie Berufungs- und Bleibezusagen abdecken. Diese Zuweisungen sind grundsätzlich zeitlich befristet.
Das bisher ausschließlich an Kriterien der Forschungsleistung gekoppelte System der Mittelvergaben wird seit 2011 um LOM Lehre ergänzt (2011: 0,5 Mio €)
In 2011 wurde den Abteilungen insgesamt 11,8 Mio € antragsbasiert zugewiesen, so dass zusammen mit den formelgebunden Zuweisungen nunmehr 32% des für Forschung und Lehre zur Verfügung stehenden Budgets leistungsorientiert vergeben werden.
Zusätzlich zu den direkten Sach- und Personalkostenbudgets der Abteilungen wurde mit der Zentralen Tierexperimentellen Einrichtung (ZTE) die Nutzung der größten zentralen Serviceeinheit in der Forschung auf ein leistungsgebundenes System umgestellt. Im Jahr 2009 wurde ein Kontingentsystem auf Basis von Mauseinheiten eingeführt, wobei sich die Zuweisung aus der Forschungsleistung ableitet.
Investitionsmittel
Seit bereits mehr als zehn Jahren besteht ein System leistungsorientierter Investitionsmittelvergabe nach Evaluationsergebnissen. Für Investitionen < 25 T € (Einzelgerät) wurden in 2010 insgesamt 2,15 Mio € bereitgestellt, von denen zirka 0,9 Mio € leistungsorientiert nach Forschungsleistung, 0,2 Mio € für Berufungs- und Bleibezusagen und rund 1 Mio € als Sockelbetrag - auf Basis des Anlagenbestands - den Abteilungen zur Verfügung stehen.
Aus dem Landeszuführungsbetrag werden jährlich 1,5% in den Innovationspool für Maßnahmen mit hohem Innovationspotential eingestellt.
Struktur- und Innovationsfonds
Die UMG hat seit 2008 einen Struktur- und Innovationsfonds für die Entwicklung der Forschung etabliert. In diesen Fonds sind bisher 5,8 Mio € eingeflossen.
FACTScience
An der Universitätsmedizin Göttingen wird die interne Forschungsevaluation und die Steuerung forschungsrelevanter Ressourcen durch das System FACTScience unterstützt. Dazu werden den Einrichtungen Publikations- und Drittmitteldaten zugeordnet. Publikationen und Drittmittel werden nach einem vorgegebenen Verfahren evaluiert.
Seit Herbst 2005 wird FACTScience an allen 12 Fakultäten der Georg-August-Universität im Bereich der Forschungsevaluation eingesetzt.
Darüber hinaus stellt FACTScience die zentrale Plattform für das Lehrmanagement in der Universitätsmedizin.
HILFE für die Publikationseingabe in FACTScience
- Evaluationskriterien der UMG für Publikationen (PDF)
- Informationen zur Erfassung und Bewertung von Publikationen in FACTScience (PDF)
- Anleitung zur Eingabe in FACTScience incl. PubMed-Download (PDF)
- Anleitung zum Erzeugen von Publikationsberichten (PDF)
- Anleitung zum Bearbeiten von Publikationsbeiträgen (PDF)
- Präsentation zur Info-Veranstaltung 2009 (PDF)
Aufgabenschwerpunkte:
Forschungscontrolling
Forschungsevaluation und leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM)
Informationssystem Forschung und Lehre (FACTScience)
Steuerung:
Vorklinik und Rechtsmedizin
Leitung Forschungscontrolling
Aufgabenschwerpunkte:
Leitung Forschungscontrolling
Fakultätsbudgetplanung
Interne Forschungsevaluation und leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM)
Transparanzrechnung
Steuerung:
Interne Serviceeinrichtungen Forschung
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