Presseinformation
Presseinformation Nr. 013 vom 02. Februar 2010
Neues "Kompetenzzentrum für Organtransplantation Südniedersachsen" gegründet
Nephrologisches Zentrum Niedersachsen (NZN) in Hann. Münden und Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gründen Kompetenzzentrum für Organtransplantation. Stärkung der Transplantationsmedizin in der Region.

(umg/awo) Das Nephrologische Zentrum Niedersachsen (NZN) in Hann. Münden und die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) arbeiten bei der Organtransplantation künftig eng zusammen. Beide Einrichtungen haben dazu einen Vertrag über die Gründung eines neuen "Kompetenzzentrum für Organtransplantation Südniedersachsen" unterschrieben. Damit schaffen beide Partner ein neues, bundesweit bedeutendes Kompetenzzentrum für Organtransplantation.
Mit dem neuen Kompetenzzentrum für Organtransplantation verbessert sich für die Bürgerinnen und Bürger besonders in Südniedersachsen und Nordhessen, aber auch bundesweit das Leistungsangebot in der Transplantationsmedizin. Ziel des neuen Kompetenzzentrums für Organtransplantation ist es, dass zukünftig Nierentransplantationen ausschließlich am Standort NZN in Hann. Münden sowie Leber-/ und Multiorgantransplantation am Standort UMG durchgeführt werden. Mit über 100 transplantierten Nieren im Jahr 2009 zählt das NZN Hann. Münden bundesweit zu den größten Nierentransplantationszentren.
Patienten, die in der Universitätsmedizin Göttingen auf der Warteliste für eine Nierentransplantation stehen, werden mit ihrem Einverständnis auf die Warteliste des NZN - der viertgrößten Warteliste auf eine Spenderniere in der Bundesrepublik - übernommen. Damit sollen die Leistungen am Standort NZN in Hann. Münden gebündelt werden. Die UMG hat sich in den vergangenen Jahren unter den großen Zentren für Lebertransplantation etabliert. Der große Zuspruch von Patienten und Zuweisern unterstreicht den Bedarf für diese medizinischen Leistungen in der Region. Deshalb werden auch Multiorgantransplantationen künftig verstärkt unter dem neuen gemeinsamen Dach, in enger medizinischer Kooperation und unter Nutzung der großen Expertise beider Partner an der Universitätsmedizin Göttingen durchgeführt.
AMBITIONIERTES ZIEL
Beide Partner haben sich ein ambitioniertes Ziel gesteckt: Das neue "Kompetenzzentrum für Organtransplantation Südniedersachen" arbeitet mit den primär versorgenden Ärzten und Krankenhäusern eng zusammen. Die wachsende Zahl an Patienten, für die eine Organtransplantation häufig eine lebensrettende oder die Lebensqualität deutlich verbessernde alternativlose Therapie darstellt, erhalten damit alle notwendigen Versorgungsangebote in höchster Qualität. Damit strebt das neue Kompetenzzentrum im bundesweiten Ranking der Transplantzentren eine führende Position an. "Wir sind mehr als zuversichtlich, dass uns das auch gelingen wird", sagt Dr. Martin Siess, Vorstand Krankenversorgung der UMG. "Wir werden unseren Patienten viel bieten können: Mit der Versorgung einer großen Anzahl an Patienten gewinnen wir viel Erfahrung und Wissen im Spektrum der angebotenen medizinischen Leistungen", so Siess.
Volker Behncke, Geschäftsführer der AWO Gesundheitsdienste gGmbH, der Trägerin des Nephrologischen Zentrums Niedersachsen, sagt: "Mit dem neuen Kompetenzzentrum für Organtransplantation wollen wir eine lebendige, strategische Zusammenarbeit auf höchstem medizinischem Niveau erreichen. Die ausgewiesene Kompetenz des NZN in der Nierentransplantation und die hohe Expertise der Universitätsmedizin in Göttingen in der Multiorgantransplantation bündeln sich zu einem hervorragenden Leistungsspektrum. Wir versprechen uns einen qualitativen Schub für Patienten und Bürger in der Region, in Niedersachsen und auch bundesweit."
Das Konzept des Kompetenzzentrums schließt die Transplantationsvorbereitung einschließlich der Indikationsstellung, die Durchführung der Transplantation und die Nachsorge ein. Gemeinsam werden die Behandlungsverfahren und angewandten Methoden weiterentwickelt und neue Angebote eingerichtet. Auch in Forschung und Lehre sowie in der Rotation der Ärzte bei der nephrologischen Fort- und Weiterbildung arbeiten beide Standorte eng zusammen. "Hier bieten sich echte Win-win-Situationen", sagt Prof. Dr. Cornelius Frömmel, Sprecher des Vorstandes der UMG und Vorstand Forschung und Lehre. "Wenn wir jetzt die Spitzenleistungen universitärer Forschung und den hohen Qualitätsstandard des nephrologischen Zentrums zusammenbringen, wird das Wissen und Handeln unsere Ärztinnen und Ärzte noch besser. Davon profitieren vor allem unsere Patienten."
Dabei werden das NZN sowie die UMG unter dem Dach des neuen gemeinsamen Kompetenzzentrums für Organtransplantation gegenüber Eurotransplant ihre rechtliche Eigenständigkeit als Transplantationszentren beibehalten. In diesem Punkt unterstreicht der Kooperationsvertrag, dass beide Zentren gleichberechtigte Partner mit eigenem Profil innerhalb der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit sind.
AUSBAU DES LEISTUNGSSPEKTRUMS
Mit der Kooperation beider Zentren erhalten noch mehr betroffene, nierenkranke Menschen eine durchgehende ambulante, stationäre, rehabilitative sowie pflegerische Betreuung. Die AWO Gesundheitsdienste - so auch am NZN - übernehmen dabei die nachstationäre Versorgung der Patienten in ihren stationären Rehabilitationszentren. Das Leistungspaket der AWO-GSD bietet hohe medizinische Qualität, geprüfte Behandlungsstandards sowie eine individuelle Patientenbetreuung.
In Zukunft wollen beide Partner auch weitere medizinische Versorgungsangebote beider Einrichtungen in enger Abstimmung ausbauen. In der stationären Palliativmedizin sowie der spezialisierten ambulanten Palliativmedizin arbeiten Universitätsmedizin Göttingen und NZN Hann. Münden bereits erfolgreich zusammen. NZN und UMG werden zudem gemeinsam prüfen, in welchen sonstigen Feldern wie etwa der Labormedizin, der Krankenhaushygiene und anderen Bereichen eine Zusammenarbeit im Interesse beider Partner sein kann.
Bildunterschrift: Vertrag unterzeichnet (v.l.) vorne: Dipl.-Vw. Volker Behnke (Geschäftsführer AWO Gesundheitsdienste), Dipl.-Kffr. Barbara Schulte (Vorstand UMG Wirtschaftsführung). Hinten: Dr. Jens Küster (Ltd. Arzt Transplantationschirurgie NZN), Prof. Dr. Aiman Obed (Leiter Transplantationschirurgie UMG), Prof. Dr. Volker Kliem (Ltd. Arzt Transplantationszentrum NZN), Prof. Dr. Gerhard Müller (Direktor Abt. Nephrologie UMG), Prof. Dr. Cornelius Frömmel (Sprecher des Vorstandes UMG) Foto: umg
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