Regelungen Ausschuss Universitätsmedizin

Die Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts ist in die Bereiche Universität Göttingen (ohne Medizin) und Universitätsmedizin Göttingen geteilt. Für die Universität (ohne Medizin) und für die Universitätsmedizin besteht jeweils ein gesondertes Stiftungsvermögen. Die Teilvermögen werden in getrennten Bilanzen ausgewiesen. Sie können durch Zustiftungen jeweils eigenständig erhöht werden. Die Teilvermögen der Stiftung dürfen wechselseitig nicht zur Verbesserung des jeweils anderen herangezogen werden.

Auch die Wirtschaftspläne werden vor Beginn eines jeden Geschäftsjahres für die Universität (ohne Medizin) und für die Universitätsmedizin getrennt erstellt, ebenso wie die Jahresabschlüsse. Der Wirtschaftsplan für die Universität (ohne Medizin) wird vom Präsidium aufgestellt und bedarf der Zustimmung des Stiftungsausschusses Universität, während der Wirtschaftsplan für die Universitätsmedizin vom Vorstand aufgestellt wird und der Zustimmung des Stiftungsausschusses Universitätsmedizin bedarf.

Dienstvorgesetzter der Mitglieder des Präsidiums der Universität ist der Stiftungsausschuss Universität, für die Mitglieder des Vorstands besteht die Zuständigkeit des Stiftungsausschusses Universitätsmedizin. Anstelle des Senats der Universität tritt in Angelegenheiten der Medizin der Fakultätsrat der Medizinischen Fakultät.

Diese Regelungen finden ihren historischen Ursprung Ende der 90ger Jahre. In Folge langjähriger und umfassender Diskussionen auf Kultusministerebene mit der Ziel der Neustrukturierung und transparenten Darstellung des Mittelflusses in Forschung, Lehre und Krankenversorgung wurde 1998/99 bundesweit eine Neuorganisation der Medizinischen Fakultäten und der Universitätsklinika vorgenommen. Dabei sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle verfolgt worden. Die Medizinischen Einrichtungen in Niedersachsen (MHH und Universitätsmedizin Göttingen) haben sich für das so genannte Integrationsmodell ausgesprochen. In der Konsequenz bedeutete dies, dass die Medizinische Fakultät und das Klinikum rechtlich nicht voneinander getrennt wurden, aufgrund der besonderen Verantwortungsbereiche aber eine neue Leitungsstruktur etabliert werden musste. Medizinische Fakultät und Klinikum bilden die Universitätsmedizin, die durch den dreiköpfigen Vorstand mit Ressortzuständigkeit in eigener Verantwortung geleitet wird. Er ist zuständig und verantwortlich für alle strategischen und operativen Entscheidungen.

Trotz dieser rechtlichen Verselbständigung bleibt die Medizinische Fakultät weiterhin Mitglied der Universität Göttingen. Der veränderte Status hatte aber zwangsläufig zur Folge, dass die Regelungen des Niedersächsischen Hochschulgesetzes auf die Med. Fakultät Göttingen und die MHH nicht mehr anwendbar waren. Rechtliche Handlungsgrundlage wurde die "Verordnung über die Medizinische Hochschule Hannover und den Bereich Humanmedizin der Georg-August-Universität Göttingen (HumanmedVO)", deren Regelungen mit Änderung des Nieders. Hochschulgesetzes vom 21.11.2006 in das NHG übernommen wurden.