Ablauf des Promotionsverfahrens

Anmeldung der Arbeit

Die Vergabe eines Dissertationsthemas soll der Fakultät möglichst bald nach Aufnahme des Projektes schriftlich auf dem Anmeldebogen angezeigt werden. Diese Vorgabe dient auch Ihrem Schutz, da mit dem Nachweis, dass Sie dieses Thema bearbeiten, die Verantwortung von Doktorvater/mutter für die ordnungsgemäße Betreuung der Arbeit dokumentiert ist. Bitte überprüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Betreuer die Notwendigkeit eines Ethikvotums oder einer Tierversuchsgenehmigung.

Auch für Forschungsvorhaben im Rahmen medizinischer Doktorarbeiten gelten die Anforderungen der Deklaration von Helsinki der World Medical Association. Sie sieht vor, dass wissenschaftliche Forschung am Menschen in einem Studienprotokoll beschrieben wird und vorab einer Ethik-Kommission zur Beratung und Begutachtung vorgelegt werden muss. In der Vergangenheit gab es wiederholt Unterbrechungen eines Promotionsverfahrens, weil medizinische Doktorarbeiten nicht zuvor der Ethik-Kommission vorgelegt worden waren. Beratung und Bewertung von Forschung am Menschen kann aber nur vor Studienbeginn erfolgen. Nur so kann das wesentliche Ziel erreicht werden, die von der Forschung Betroffenen zu schützen.

Die fehlende Beratung durch die Ethik-Kommission vor Beginn des Forschungsvorhabens kann je nach Sachverhalt ein Verstoß gegen die ärztliche Berufsordnung und maßgebliche internationale Konventionen darstellen. Je nach den Umständen kann eine fehlende Ethik-Kommissionsberatung auch einen Straftatbestand erfüllen. Dies gilt nicht nur für offenkundig belastende oder mit denkbaren Gesundheitsrisiken verknüpfte Projekte, sondern auch für Forschung an menschlichem Körpermaterial (z.B. Blut, Zellen, DNA, Gewebeproben) sowie an personenbezogenen Daten.

Der Informationsbogen zur Anmeldung von Promotionen bei der Ethik-Kommission dient der Überprüfung, ob das geplante Forschungsvorhaben einen Ethikantrag erforderlich macht. Dieser Infobogen muss vor Aufnahme der konkreten Forschungstätigkeit ausgefüllt bei der Geschäftsstelle der Ethik-Kommission (Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät, Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen) eingereicht werden. Der Bogen hilft der Geschäftsstelle der Ethik-Kommission einzuschätzen, ob die jeweilige Studie bei der Kommission vorgelegt werden muss. Falls dies nicht der Fall ist, wird von der Geschäftsstelle per Email bescheinigt, dass die Studie nicht der Kommission vorgelegt werden muss. Weitere Beratung erhalten Betreuer oder die Doktorandin/der Doktorand bei Bedarf in der Sprechstunde der Ethik-Kommission.

Falls statistische bzw. biometrische Verfahren für die Bearbeitung des Themas relevant sind, ist eine entsprechende Beratung dringend zu empfehlen. Diese Beratung sollte zu einem frühen Zeitpunkt, möglichst bereits in der Planungsphase des Projektes erfolgen. Fehler in dieser Phase lassen sich später meistens nicht mehr korrigieren. Die Abt. Medizinische Statistik (Humboldtallee 32, 37073 Göttingen) bietet im Rahmen ihres Serviceangebotes für Doktoranden Hilfestellung bei statistischen Fragestellungen (Kurzberatung dienstags in der Zeit von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr).

Abgabe der Arbeit und Antrag auf Zulassung zur Promotion

Das Promotionsverfahren kann erst abgeschlossen werden, wenn Sie die zahn-/ärztliche Prüfung bestanden haben. Dem steht nicht im Wege, dass Sie die Dissertation schon vorher einreichen. Vor Abgabe der Arbeit im Medizinischen Dekanat müssen Sie einmalig die testatpflichtige Vorlesung „Anleitung zur Abfassung von Dissertationen gemäß den Richtlinien der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität zu Göttingen“ besucht haben, welche vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin im zweiten Semester des klinischen Studienabschnitts (Humanmedizin) im Rahmen des Moduls 2.4 angeboten wird. Für alle Doktoranden, die an dieser Vorlesung nicht teilnehmen können, wird eine gesondert angekündigte Veranstaltung zu gleichem Thema einmal pro Semester angeboten.

Nach dem Besuch dieser Vorlesung müssen Sie persönlich eine der Doktoranden-Sprechstunden des Dissertationsbeauftragten im Institut für Ethik und Geschichte der Medizin (Humboldtallee 36, 37073 Göttingen) besuchen. Dabei wird die Doktorarbeit in noch ungebundenem Zustand auf die Einhaltung der in der Anlage 2 beigefügten „Richtlinien für die äußere Form der Dissertation“ überprüft. Sie sollten bis eine Woche vor dem Besuch der Sprechstunde eine Kopie der vollständigen, ungebundenen Doktorarbeit einschließlich Lebenslauf dem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin zugeleitet haben. Bitte legen Sie auch eine Bestätigung des Hochschullehrers bei, der das Thema vergeben hat, dass die Arbeit in der vorliegenden Form abgegeben werden kann und die „Richtlinien für die äußere Form der Dissertation“ eingehalten sind (Anlage 1.4), - außerdem das ausgefüllte und unterzeichnete Anschreiben an den Dissertationsbeauftragten (Anlage S). Wenn keine Einwände bestehen, erhalten Sie beim Besuch dieser Doktoranden-Sprechstunde ein Testat entsprechend der Anlage 1.8. Nach Erteilung des Testats sind – abgesehen von evtl. vereinbarten Korrekturen – Veränderungen der Dissertation nur bei Wiedervorlage zulässig. Die Doktoranden-Sprechstunde findet während der Vorlesungszeit in der Regel monatlich jeweils am 1. und 3. Dienstag zwischen 9.00 Uhr und 12.00 Uhr statt, während der vorlesungsfreien Zeit nach Bekanntgabe.

Nach dem Besuch dieser Sprechstunde können die Arbeit sowie die in der Anlage 1.1 aufgeführten Unterlagen im Dekanat abgegeben werden. Dissertationen werden im Dekanat von montags bis mittwochs in der Zeit von 9.00 Uhr bis 12.30 Uhr angenommen. Falls Sie persönlich an diesen Terminen verhindert sind, kann die Arbeit auch eine von Ihnen beauftragte Person abgeben. Per Post eingereichte Arbeiten werden jedoch nicht angenommen.

Die Dissertationsschrift, deren Thema Sie der Fakultät vor Aufnahme der Arbeit schriftlich angezeigt haben, soll in deutscher oder englischer Sprache abgefasst und druckfertig als gebundenes, einseitig beschriebenes, maschinenschriftliches Exemplar (DIN A 4) eingereicht werden. Die Doktorarbeit soll im Allgemeinen einen Umfang von ca. 100 Seiten nicht überschreiten, auch in Ausnahmefällen sollte der Umfang auf ca. 200 Seiten begrenzt sein.

Wir bitten Sie, bei Abgabe der Dissertation 3 gebundene Exemplare einzureichen. Nach Abschluss des Begutachtungsverfahrens werden Sie aufgefordert werden, eine Datei zur elektronischen Veröffentlichung und zwei weitere, gedruckte und endgültige Exemplare bei der SUB abzugeben. Sollten während der Begutachtung Korrekturen notwendig geworden sein, müssen diese in der endgültigen Fassung berücksichtigt sein. Wir bitten Sie, sich vor Vervielfältigung der Arbeit zu erkundigen, wie viele Exemplare Ihr Doktorvater benötigt, da er von uns kein Exemplar zur Erstellung seines Referates erhält. Ein Exemplar der Dissertationsarbeit soll für die Archivierung in dem Zentrum bzw. der Abteilung, wo die Arbeit entstanden ist, zur Verfügung gestellt werden.

Spätestens zum Zeitpunkt der Abgabe der Dissertation müssen Sie sich an der Georg-August-Universität immatrikulieren und diese Immatrikulation bis zur bestandenen mündlichen Prüfung aufrecht erhalten. Wenn sich Ihr Promotionsverfahren über das Ende Ihres Human- bzw. Zahnmedizinstudium hinaus erstreckt, schreiben Sie sich bitte in den entsprechenden Promotionsstudiengang ein. Hierfür entrichten Sie Semestergebühren, Sie sind aber nicht studienbeitragspflichtig.

Begutachtungsverfahren

Nach Abgabe Ihrer Unterlagen im Dekanat gilt das Promotionsverfahren als eröffnet. Zunächst werden nun die Gutachten von zwei Berichterstattern aus dem Kreis der Hochschullehrer der Medizinischen Fakultät eingeholt, die gemäß § 7 der Promotionsordnung darüber befinden, ob Ihre Schrift als wissenschaftliche Leistung anzuerkennen ist, und eine Benotung vornehmen. In der Regel fungiert der Betreuer der Arbeit als Erstgutachter. Sachliche Fehler müssen ggf. korrigiert werden, bevor die Arbeit ausgelegt und letztlich angenommen wird. Bei unterschiedlicher Bewertung wird noch ein drittes Gutachten eingeholt.

Bei Ablehnung oder Bewertung mit der Note „summa cum laude“ (ausgezeichnet) trifft der Promotionsausschuss die endgültige Entscheidung. Diese Regelung gilt auch bei publikationsbasierten Dissertationsleistungen. Nach Eingang der Referate wird die Arbeit vier Wochen bei der Medizinischen Fakultät zur Einsicht ausgelegt.

Das gesamte Begutachtungsverfahren von Abgabe der Arbeit bis zur mündlichen Prüfung dauert im Schnitt sechs Monate (siehe 'Promotionsstatistik').

Mündliche Prüfung

Nachdem die Arbeit vier Wochen zur Einsicht ausgelegen hat, wird Ihnen – vorausgesetzt, es wurde kein Einspruch erhoben – schriftlich der Termin für die mündliche Prüfung mitgeteilt. Mündliche Prüfungen finden vorzugsweise während des Semesters statt. Die Einladung erhalten Sie ca. drei bis vier Wochen vor dem Prüfungstermin, so dass Sie ausreichend Zeit zur Verfügung haben, ein persönliches Führungszeugnis zu beantragen. Das Führungszeugnis muss am Tag der mündlichen Prüfung im Dekanat vorliegen, es darf nicht älter als drei Monate sein. Mit der Einladung zur mündlichen Prüfung erhalten Sie die Aufforderung, eine Datei zur Veröffentlichung über den Dokumentenserver der SUB (nach den Richtlinien der SUB für elektronische Publikationen) und zwei gebundene Exemplare der endgültigen Fassung Ihrer Dissertation bei der SUB einzureichen. Zur Vorlage bei der SUB ist der Einladung ein Revisionsschein beigefügt, durch den Sie bestätigen, dass die von der Fakultät angenommene Dissertation und die bei der SUB eingereichte Fassung der Arbeit übereinstimmen. Auch eine beglaubigte Kopie Ihres Zeugnisses über das Medizinische Staatsexamen bzw. eine beglaubigte Kopie der Approbationsurkunde muss am Prüfungstage vorliegen. Doktoranden, die ihre Dissertation vor Abschluss des Medizinischen Staatsexamens oder der zahnärztlichen Prüfung eingereicht haben, werden gebeten, dem Dekanat unmittelbar nach Vorlage des Zeugnisses über den Abschluss des Staatsexamens bzw. des zahnärztlichen Examens eine beglaubigte Kopie des Zeugnisses zuzuleiten, so dass die Einladung zur mündlichen Prüfung nach §8 (1) der Promotionsordnung oder die Übergabe der Promotionsurkunde nach §8 (2) erfolgen kann.

Die mündliche Prüfung wird von einer aus mindestens drei Prüferinnen oder Prüfern bestehenden Prüfungskommission abgenommen, der neben dem (stellvertretenden) Promotor auch die Berichterstatter angehören. In der nicht-öffentlichen Prüfung soll der Doktorand ohne Einsatz von Medien und in freier Rede zunächst während 10 Minuten die Ergebnisse seiner Arbeit zusammenfassen und deren Bedeutung in breiterem fachlichen Zusammenhang erläutern. Es schließt sich eine ca 30-minütige wissenschaftliche Diskussion der Ergebnisse der Arbeit an.

Als Datum der Promotion gilt der Tag der Unterzeichnung der Promotionsurkunde durch den Dekan und den Promotor. Mit Erhalt der Urkunde dürfen Sie den erlangten Doktortitel führen.

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