Presseinformationen

Presseinformation Nr. 069 vom 11. Juni 2018

„Auf dem Weg zur individualisierten MS-Therapie?“. Vorträge und Informationen in der Osthalle der UMG

Multiple Sklerose Aktionswoche 2018 der DMSG Niedersachsen: Vorträge und Informationsstände an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Freitag, 15. Juni 2018, ab 16:00 Uhr, Osthalle des Universitätsklinikums Göttingen, Robert-Koch-Str. 40.


(umg) Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In Deutschland leben zurzeit etwa 160.000 bis 180.000 MS-Erkrankte, in Niedersachsen wird die Zahl der Erkrankten auf weit über 10.000 geschätzt. Die Ursache der MS ist weiterhin ungeklärt. Bei MS werden die isolierenden Myelinschichten der Nerven durch einen entzündlichen Prozess ange­griffen und zerstört. Die Entzündungsherde, die im Verlauf vernarben, können an unterschiedlichen Stellen im Gehirn und Rückenmark auftreten. Deshalb wird von multipler („vielfacher“) Sklerose gesprochen.

Zur „Multiple Sklerose Aktionswoche 2018“ der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) bietet die Spezialambulanz für Multiple Sklerose und verwandte Erkrankungen (Leitung: Prof. Dr. Martin Weber) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) am Freitag, dem 15. Juni 2018, ab 16:00 Uhr in der Osthalle des Universitätsklinikums Göttingen für Patienten, Angehörige und alle Interessierten eine Veranstaltung mit Vorträgen und Informationsständen an.

Multiple Sklerose Aktionswoche 2018
„Auf dem Weg zur individualisierten MS-Therapie?“
Öffentliche Vortragsveranstaltung mit Informationsständen
Freitag, 15. Juni 2018, ab 16:00 Uhr
Osthalle, Universitätsklinikum Göttingen, Robert-Koch-Straße 40

VORTRÄGE ab 16:00 Uhr
„2018 – Auf dem Weg zur individualisierten MS-Therapie?“
Prof. Dr. Martin Weber, Leiter der Spezialambulanz für MS und verwandte Erkrankungen, Klinik für Neurologie, UMG

„Multiple Sklerose – eine Ausschlussdiagnose: Sinn der Zusatzuntersuchungen“
Dr. Leila Husseini, Klinik für Neurologie, UMG

HINTERGRUND: Auswirkungen und Folgen der MS
Das Erscheinungsbild der Multiplen Sklerose (MS) ist vielschichtig, die Funktionsausfälle sind sehr unterschiedlich. Das häufigste Erkrankungsalter liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Etwa zwei Drittel der Erkrankten sind Frauen. Die genaue Ursache der MS ist noch immer unbekannt. Vermutet wird eine auto-immune Entstehung, bei der Entzündungszellen bestehend aus weißen Blutkörperchen aus dem Körper und Immunzellen aus dem Gehirn die sogenannten Markscheiden (Isoliermembranen, die die Nervenzellfortsätze umhüllen) angreifen und zum Teil zerstören. Die ersten MS-Symptome können sehr unterschiedlich sein und reichen von Sehstörungen, Gefühlsstörungen über Muskelschwäche bis hin zu Blasen- oder Mastdarmstörungen. Die diagnostischen Säulen der MS bestehen, neben der genauen Erhebung der Krankengeschichte und dem klinischen Befund, aus der Magnetresonanztomographie (MRT)-Bildgebung. Daneben haben elektrophysiologische Untersuchungen, mit denen die Reizweiterleitung zentraler Nervenbahnen gemessen wird, eine wichtige Bedeutung. Sie können die Schädigung der ‚Markscheiden’ im ZNS bestätigen. Zusätzlich spielt die Untersuchung des Nervenwassers eine zentrale Rolle, da hiermit der entzündliche Charakter der MS durch den Nachweis von Antikörpern bestätigt werden kann. Entscheidend ist, dass bei früher Diagnosestellung durch den Einsatz neuer Medikamente bei dem weitaus größten Anteil an Patienten eine schwere Behinderung auch über Jahrzehnte verhindert werden kann. Um auch klinisch, bildgebend oder laborchemisch außergewöhnliche Fälle sicher diagnostizieren und frühzeitig einer solchen Therapie zuführen zu können, haben sich an der UMG verschiedene Fachabteilungen zu einem überregionalen, interdisziplinären „Klinischen MS-Zentrum“ zusammengeschlossen. Hieran beteiligt vier Kliniken der UMG (Neurologie, Klinische Neurophysiologie, Kinder- und Jugendmedizin, Augenheilkunde) sowie die Institute für Neuropathologie und für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinisches Multiple Sklerose Zentrum
Prof. Dr. Martin Weber, Leiter der Spezialambulanz für MS, Klinik für Neurologie
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
Telefon 0551 / 39-7706; martin.weber@med.uni-goettingen.de

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (dmsg)
Landesverband Niedersachsen e.V.
Engelbosteler Damm 104, 30167 Hannover
Region Braunschweig, Göttingen, Holzminden
Telefon: 0531 / 480 79 58; beckner@dmsg-niedersachsen.de; www.dmsg-niedersachsen.de



© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de


vorherige Mitteilung   Übersicht   nächste Mitteilung