Presseinformationen

Presseinformation Nr. 015 vom 26. Januar 2018

Kleine Rücken brauchen Hilfe“: Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums unterstützen mit 3.600 Euro-Spende UMG-Spendenaktion für 3D-Röntgengerät.

Übergabe einer Spende von über 3.600 Euro aus dem Erlös des Weihnachtsbasars des Otto-Hahn-Gymnasiums Göttingen für ein strahlungsarmes 3D-Röntgengerät in der Kinderorthopädie der UMG. 10-jährige Patientin Isabelle M. aus Freiburg nimmt Spende entgegen.


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Carolin Storre (Klasse 10M), Schüler-
vertretung des OHG hat die Spenden-
aktion des OHG mitorganisiert. Foto:
umg/spförtner


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17 Operationen an der Wirbelsäule
hinter sich: Isabelle M. aus Freiburg,
10 Jahre alt. Foto: umg/spförtner


(umg) Schülerinnen und Schüler der Schülervertretung des Otto-Hahn-Gymnasi­ums (OHG) Göttingen übergaben am Donnerstag, dem 25. Januar 2018, stellvertretend für ihre Schule einen Spendenscheck in Höhe von 3.683 Euro an die Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Gesammelt hatten sie die Summe für die Spendenaktion „Kleine Rücken brauchen Hilfe“ auf dem Weihnachtsbasar des OHG. Zusätzlich haben die Schüler den Restbetrag einer Klassenfahrt mitgespendet. „Das Votum der Schülerschaft für die Spende zur Anschaffung eines neuen Röntgengerätes war völlig eindeutig“, sagt Christian Kratzin, Beratungslehrer der Schülervertretung am OHG. Die 1.200 Schülerinnen und Schüler des OHG entschieden sich in ihrer Vollversammlung mit eindeutiger Mehrheit für das Spendenprojekt der UMG. Sie wollen mit ihrer Spende zur Anschaffung eines innovativen, strahlungsarmen 3D-Röntgengerät beitragen. Es soll vor allem für die kleinen Patientinnen und Patienten des Schwerpunktbereichs Kinderorthopädie der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie der UMG eingesetzt werden. Adam Bulut (Klasse 5B), Tim Wiedenmeier (Klasse 6C), Ferdinand Toischer (Klasse 7B), Carolin Storre (Klasse 10M) und Thomas Hamelin (Klasse 11) übergaben die Spendensumme.

Den Spendenscheck für das neue Gerät symbolisch entgegengenommen hat Isabelle M., 10 Jahre alt, aus dem Raum Freiburg. Bei ihr wurde im Säuglingsalter eine stark fortschreitende Skoliose von über 90 Grad festgestellt. Isabelle wird im Operativen Kinderzentrum (OPKIZ), im Schwerpunktbereich Kinderorthopädie der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie der UMG, behandelt.

Prof. Dr. René Müller-Wille, Geschäftsführender Oberarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der UMG, dankte den Schülervertretern: „Ich war sehr positiv überrascht über das Engagement der Schüler des OHG. Das ist eine tolle Leistung und absolut nicht selbstverständlich, dass sich Kinder und Jugendliche heute so aktiv für eine gute Sache einsetzen.“

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zählt zu den führenden Kliniken für komplexe Wirbelsäulenoperationen bei Kindern mit schweren Fehlbildungen. Viele von ihnen müssen ab ihrer Geburt öfter operiert und dafür jedes Mal mehrfach geröntgt werden. Katrin Gebel, Leitende MTRA des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der UMG, sagt: „Kinder befinden sich im Wachstum und haben einen besonders empfindlichen Organismus: Die Zellentwicklung ist ganz anders. Sie sind zehnmal strahlungsempfindlicher als Erwachsene. Dadurch steigt bei ihnen das Risiko strahlungsbedingter Langzeitschäden. Zudem stehen für Kinder nur Röntgengeräte bereit, die für Erwachsene gedacht und angelegt sind.“ Dr. Philipp Koch, Kinderchirurg im Schwerpunktbereich Kinderorthopädie der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie der UMG, sagt: „Die Kinder sind beim Röntgen jedes Mal einer nicht unerheblichen Strahlenbelastung ausgesetzt. Das ist ein großer Gewinn, wenn man dies mit dem neuen Gerät erheblich reduzieren kann. Es wird dann nur noch eine Aufnahme pro Vorgang nötig sein. Dadurch, dass die 2D-Bilder in ein 3D-Bild umgerechnet werden und die Kinder im Gerät im Stehen geröntgt werden können, ist das Verfahren wesentlich genauer und mit weniger Belastungen für unsere Patienten verbunden“, so Dr. Koch.

SPENDENAKTION UND SPENDENSTAND
Belastungen dieser Art können inzwischen deutlich reduziert werden. Deshalb hat die UMG im Oktober 2017 eine große Spendenaktion „Kleine Rücken brauchen Hilfe“ gestartet, um ein innovatives 3D-Röntgensystem anschaffen zu können. Es ist besonders gut für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen geeignet. Ein Gerät dieser Art gibt es in Niedersachsen noch nicht. Es kostet 560.000 Euro. Schon jetzt haben viele Menschen für die Anschaffung des Gerätes gespendet. Der aktuelle Spendenstand beträgt rund 162.000 Euro! Das entspricht etwa 29 Prozent der benötigten Spendensumme.

DIE VORTEILE DES STRAHLUNGSARMEN 3D-RÖNTGENGERÄTES
Bis zu 90 Prozent weniger Strahlung pro Aufnahme
Ganzkörper-Scan in nur 10 bis 20 Sekunden, dadurch deutlich weniger Stress für die Kinder
Aufnahmen im Stehen unter natürlicher Belastung, genauere Bilder für eine Diagnose sind möglich
Genaueste 3D-Darstellung verbessert die Planung der Behandlung

DIE GESCHICHTE VON ISABELLE M.
Isabelle M. ist 10 Jahre alt. Bei ihr wurde bereits im Säuglingsalter eine schwere Skoliose festgestellt. Als Isabelle ein Jahr alt war, hatten ihr die Ärzte zur Behandlung der Skoliose ein Korsett empfohlen. Im Alter von zweieinhalb Jahren litt Isabelle an einer stark fortschreitenden Skoliose von über 90 Grad. Hierbei handelt es sich um eine einseitige Ausbildung der Störung. Das bedeutet, dass auf einer Seite der Wirbelsäule das Wachstumspotential fehlt und somit die Wirbelsäule von Isabelle nur einseitig wächst und somit immer „krummer“ wird.

Isabelles Mutter, Sandra M., erfuhr von Behandlungsmöglichkeiten an der Universitätsmedizin in Göttingen bei Prof. Dr. Anna Hell, Leiterin des Schwerpunktbereichs Kinderorthopädie der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie. Im Oktober 2009 wurde Isabelle im Alter von zwei Jahren in der Klinik bei Prof. Anna Hell vorgestellt. Im Januar 2010 wurde Isabelle ein Stab auf der Seite der Wirbelsäule, die nicht wächst, implantiert. Der Stab hat die Funktion, die Wirbelsäule aufzurichten und auszugleichen, was ihr an Wachstum fehlt. Die Stäbe sind Voraussetzung dafür, dass der Oberkörper von Isabelle überhaupt wächst. Sie halten die rechte Seite fest und stützen die linke Seite der Wirbelsäule.
 
Zwei Mal pro Jahr muss die Stange verlängert werden. Vor jeder Operation sind zwei Röntgenaufnahmen, eine von vorne, eine seitlich, notwendig und zusätzlich nach der Operation weitere zwei zur Prüfung. Seit der Geburt wurde Isabelle, so ihre Mutter Sandra M., auf der damals behandelnden Kinder-Intensivstation etwa 40 Röntgenuntersuchungen unterzogen. „Solche Untersuchungen und die Operationen sind auch immer mit Sorge und Angst verbunden“, sagt Sandra M. „Wir hätten eine Sorge weniger, wenn es ein solches neues Röntgengerät geben würde.“ An der Universitätsmedizin in Göttingen hält sich Isabelle bereits zum 17ten Mal zur Behandlung auf. Insgesamt musste Isabelle in Göttingen bereits 68 Mal geröntgt werden.
 
SPENDENKONTO
Universitätsmedizin Göttingen
IBAN: DE98 2605 0001 0000 0014 20
BIC: NOLADE21GOE
Kennwort: Kleine Rücken
 
Mehr Informationen zur Spendenaktion unter www.umg.eu/de/content/service/26306.html
 
Weitere Informationen:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
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Stefan Weller, Telefon 0551 / 39-9959
presse.medizin@med.uni-goettingen.de
www.universitaetsmedizin-goettingen.de

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