Presseinformationen

Presseinformation Nr. 195 vom 20. Dezember 2017

Neue Chancen für Patienten und die klinische Forschung: Neuer OP-Roboter an der UMG eingeweiht, Ehrung der Förderer

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) setzt roboterassistiertes OP-Verfahren der neuesten Generation ein. 2,7 Millionen Euro Anschaffungskosten. Teilfinanzierung über Spenden und Nachlässe.


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Im OP: Prof. Dr. Heyo K. Kroemer (Spre-
cher des UMG-Vorstandes) im Ge-
spräch mit Dr. Joachim Kreuzburg
Vorstandsvorsitzender der Sartorius
AG). Foto: umg/pförtner


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Im OP: Dr. Marian Grade (Klinik für
Allgemein-, Viszeral- und Kinderchi-
rurgie) erklärt die Funktionsweise des
da Vinci Xi-OP-Roboters. Foto:
umg/pförtner


(umg) Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) stellt neue Weichen in der roboterassistierten Chirurgie: Sie setzt ein robotergestütztes OP-System der neuesten Generation ein: den OP-Roboter da Vinci Xi. Er bietet schonende Operationsverfahren und innovative Möglichkeiten für die Chirurgie. Die Anschaffungskosten betragen rund 2,7 Millionen Euro. Zirka 420.000 Euro der Kosten wurden aus Großspenden (ca. 200.000 Euro) und Nachlässen, die für die medizinische Forschung (ca. 213.000 Euro) vermacht wurden, finanziert. Der neue Operations-Roboter ist der zweite da Vinci-OP-Roboter an der UMG.

Im Rahmen einer feierlichen Eröffnung und der Enthüllung einer Spendertafel wurde am Dienstag, dem 19. Dezember 2017, der neue OP-Roboter Da Vinci Xi an der UMG vorgestellt. Dabei dankte Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes der UMG, den Großspendern für deren großzügige Unterstützung des Vorhabens. „Der Einsatz dieses innovative OP-Verfahren an der UMG ist ein wesentlicher Fortschritt und dringend notwendig. Das gespendete Geld ist hier sinnvoll angelegt“, sagte Prof. Kroemer bei seinem Dank an Dr. Andreas Büchting, Vorsitzender der AKB-Stiftung, und Rainer Hald, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Göttingen. „In der Krankenversorgung können wir ab sofort operative Eingriffe durchführen, die bisher nicht möglich waren“, so Kroemer. Auch für die Ausbildung ist der Da-Vinci geeignet: Ein zweiter Chirurg oder ein Student kann die Operation am einem Bildschirm mitverfolgen. Prof. Kroemer weiter: „Wir werden den Bereich der roboterassistierten Chirurgie systematisch weiter ausbauen.“

Prof. Dr. Michael Ghadimi, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, stellte das OP-System in der interdisziplinären Nutzung durch die operativen Kliniken der UMG stellvertretend vor. Nach der Anschaffung des ersten OP-Roboters auf Initiative des Direktors der Klinik für Urologie, Prof. Lutz Trojan, im Jahr 2013 sei die Zahl der roboterunterstützten Operationen von 50 auf rund 450 im Jahr 2017 gestiegen, so Ghadimi. Der Bedarf an interdisziplinärer Nutzung sei enorm gewachsen. „Dabei hat die Universitätsmedizin Göttingen bundesweit im Bereich der kinderchirurgischen Nutzung und europaweit bei erfolgreichen Operationen mit dem Roboter in der Lymphgefäßchirurgie ein klares Alleinstellungsmerkmal. Der da Vinci Xi-OP-Roboter bietet sechs Bewegungsgrade, mehr als es der Mensch mit seinen Händen vermag, und ein hohes Maß an Ergonomie für den Chirurgen“, so Prof. Ghadim

DIE "ROBOTER-ASSISTIERTE CHIRURGIE" AN DER UMG
In Niedersachsen hat die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) bereits eine Sonderstellung als einziger universitärer Maximalversorger, der die Roboterchirurgie in dieser Form vorhält. Weiterhin ist sie einer der wenigen universitären Standorte in Deutschland, der die Roboterchirurgie in derart vielen operativen Disziplinen einsetzt und interdisziplinär verankert. Der neue OP-Roboter da Vinci Xi wird an der UMG von mehreren Kliniken eingesetzt.

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG (Direktor: Prof. Dr. Michael Ghadimi)
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe (Direktor: Prof. Dr. Günter Emons)
Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (Direktor: Prof. Dr. Ingo Kutschka)
Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie (Prof. Dr. Wolfgang Lehmann)
Klinik für Urologie der UMG (Direktor: Prof. Dr. Lutz Trojan)
 
WAS BEDEUTET "ROBOTER-ASSISTIERTE CHIRURGIE"?
Die chirurgische Therapie orientiert sich an der Ergebnisqualität des operativen Eingriffes. Diese definiert sich durch die größtmögliche Verringerung von chirurgischen Komplikationen, das funktionelle Ergebnis (und somit die Lebensqualität der Patienten) und die onkologische Prognose (im Falle bösartiger Erkrankungen). Dabei zählt zu den entscheidenden Weiterentwicklungen in der operativen Medizin die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie, die auch als minimal-invasive Chirurgie (MIC) bezeichnet wird. Diese Technik wird zunehmend angewandt und zeigt gegenüber der offenen Operation folgende Vorteile für den Patienten:

postoperative Schmerzen aufgrund kleinerer Schnitte
weniger Blutverlust
niedrigere Rate an Wundheilungsstörungen
schnellere postoperative Erholung
besseres ästhetisches Ergebnis.

Wie bei der herkömmlichen Laparoskopie werden bei der da Vinci-Operations­methode die Instrumente über kleinste Zugänge in den Bauchraum eingeführt. Die zusätzlichen Möglichkeiten sind bemerkenswert: Der Chirurg lenkt von einer Steuerkonsole aus einen mehrarmigen Operationsroboter, der sich am Patienten befindet. Dabei können die Bewegungen des Operateurs auf kleinstem Raum völlig zitterfrei und in höchster Präzision erfolgen. Die Fluoreszenzbildgebung und die hochauflösende 3D-Kamera erlauben es, für das menschliche Auge unsichtbare kleinste Tumoranteile zu entdecken. Die Tumorentfernung kann so effizienter und sicherer erfolgen.

Das da Vinci Xi-Operationsverfahren hat Vorteile:
Eine 3D-Darstellung mit bis zu 10-facher Vergrößerung bietet dem Chirurgen einen optimalen Einblick in das Operationsfeld und macht anatomische Strukturen exakt sichtbar. Zudem ist die Kameraführung stabil ohne Verwacklungen.
Die äußerst beweglichen Instrumente ermöglichen dem Chirurgen eine Bewegungsfreiheit, die der menschlichen Hand überlegen ist.
Die Präzision der chirurgischen Handlungen durch das System ermöglichen dem Chirurgen noch feinere Operationsschritte.
Der Chirurg kann von der Steuerungskonsole aus vollständig autonom und zentral vier Roboterarme bedienen (inkl. der Kamera).
Die ergonomische (sitzende) Körperhaltung des Chirurgen kann während langer und komplexer Operationen das Leistungs- und Konzentrationsniveau erhöhen und ist somit nicht nur für den Chirurgen selbst von Vorteil, sondern auch für den Patienten.

zu Bild 1: Enthüllung der Spendertafel am OP-Bereich der UMG (v.l.): Prof. Michael Ghadimi (Direktor Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie), Prof. Heyo K. Kroemer (Sprecher des UMG-Vorstandes), Dr. Andreas Büchting (Vorsitzender AKB-Stiftung), Rainer Hald (Vorsitzender des Vorstandes Sparkasse Göttingen), Dr. Martin Siess (Vorstand Krankenversorgung). Foto: umg/pförtner

Weitere Informationen:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie
Direktor: Prof. Dr. Michael Ghadimi
Telefon 0551 / 39-66104
chirurgie.sekretariat@med.uni-goettingen.de

Unternehmenskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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presse.medizin@med.uni-goettingen.de
www.universitaetsmedizin-goettingen.de

 



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