Presseinformationen

Presseinformation Nr. 185 vom 29. November 2017

Niedersächsischer Gesundheitspreis 2017 für Intelligente Assistenzdienste in der Notfallversorgung. UMG Notaufnahme gewinnt mit BMBF Projekt A.L.I.N.A

7. Niedersächsischer Gesundheitspreis 2017 würdigt intelligente, webbasierte Assistenzsysteme für Rettungs- und Notfallsanitäter sowie Pflegekräfte in der Notfallmedizin über mobile Endgeräte.


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Prof. Dr. Sabine Blaschke, Leiterin
der Interdisziplinären Notaufnahme
(INA) der UMG und Projektkoordina-
torin. Foto: umg/kimmel


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(umg) Schon wieder ausgezeichnet: A.L.I.N.A., das Verbundprojekt „Intelligente Assistenzdienste und personalisierte Lernumgebungen zur Wissens- und Handlungsunterstützung in der Interdisziplinären Notaufnahme“, erhält den 7. Niedersächsischen Gesundheitspreis 2017 in der Kategorie „Mobile Anwendungen – mHealth in der gesundheitlichen Versorgung“. Das Projekt ist eines von drei Preisträgern aus insgesamt 33 Bewerbungen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Interdisziplinären Notaufnahme (INA) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) unter Leitung von Prof. Dr. Sabine Blaschke, Leiterin der INA, koordiniert. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert.

„Aufgrund der stetig steigenden Anforderungen an die Fachkräfte in der Notfallversorgung, spielen interdisziplinäre Notaufnahmen eine zentrale Rolle“, sagte die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Carola Reimann, bei der Preisverleihung. Erst am 15. November 2017 gewann das Projekt A.L.I.N.A. um Prof. Sabine Blaschke den Innovationspreis des Landkreises Niedersachsen in der Kategorie „Unternehmen über 20 Mitarbeiter/in­nen“.

A.L.I.N.A.
Das Projekt A.L.I.N.A. stellt intelligente Assistenzsysteme für die nicht-akademi­schen Berufsgruppen in der Notfallmedizin, Rettungs- bzw. Notfallsanitäter und Pflegekräfte in den Notaufnahmen webbasiert über mobile Endgeräte für ihre berufliche Tätigkeit bereit. Diese Dienste sollen das Rettungsdienst- und Notfallpflegepersonal am Bedarf orientiert vor Ort in der konkreten Notfallsituation unabhängig von Ort und Zeit unterstützen. So wurden u.a. Prozessdienste für notfallmedizinische Techniken, Informationsdienste für Notfallmedikamente, Medi­zingeräte, Erstmaßnahmen gemäß Leitsymptom und -diagnose, Rettungstrans­portmittel sowie Kollaborationsdienste für die Expertenkonsultation programmiert. Diese digitalen Lern- und Assistenzangebote stehen in einem Dienste-Center auf Tablets zur Verfügung. Sie können also dort eingesetzt werden, wo Unterstützung unmittelbar erforderlich ist. Außerdem geben diese beim Einsatz fallorientiert und sehr zielgerichtet auf die akute Notfallsituation Hilfestellung.

Die individuelle Nutzung mobiler Geräte macht es möglich, dass Daten und Informationen personalisiert angezeigt werden können. Damit erreichen sie in Abhängigkeit von der Berufsgruppe oder vorhandenem Wissensstand einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters den größten Nutzwert. Mobile Geräte sind griffbereit, Wegezeiten zu stationären Computern entfallen, Daten können so dargestellt werden, dass sie ein Informations- oder Wissensbedürfnis optimal befriedigen. In der Behandlungssituation im Notfall vor Ort lässt sich dadurch wertvolle Zeit sparen, notwendige Maßnahmen können schnellstmöglich durchge­führt werden.

Ein weiterer Mehrwert besteht darin: Das mobile Endgerät ist auch in Pausen- und Wartezeiten für Ärzte, Rettungsdienst- und Pflegepersonal stets griffbereit. Es kann in diesen Zeiten genutzt werden, um vorhandene Wissensdefizite erkennbar zu machen und zu schließen. Die Lerninhalte können dabei in Abhängigkeit von Berufsgruppe, vorhandenen Vorkenntnissen und der Einsatzhistorie eines Mitarbeiters der Notaufnahme optimal aufbereitet werden. Je breiter das Aufgaben­umfeld von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den vielschichtigen, notfallmedizini­schen Prozessen wird, je hochtechnologisierter das Umfeld vom Rettungswagen bis hin zur Notaufnahme und Station wird und gleichzeitig je intensiver die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Prozessabschnitten interagieren, umso wichtiger werden solche intelligenten Softwarelösungen.

Umsetzung in Niedersachsen
Die Umsetzung des Projekts mit Testung einer prototypischen Softwarelösung erfolgt primär in der Interdisziplinären Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und dem Rettungsdienstbereich Göttingen und Landkreis. Für die nachhaltige Nutzung ist zukünftig eine Open Source Initiative geplant, so dass der Einsatz in jeder Notaufnahme und jedem Rettungsdienstbereich des Landes Niedersachsen erfolgen kann.

PROJEKTPARTNER
Das Projekt ist ein Verbundprojekt und steht unter der Leitung der Interdisziplinären Notaufnahme der UMG (Prof. Dr. Sabine Blaschke). Es wird in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik der UMG (Prof. Dr. Otto Rienhoff) und den Verbundpartnern Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (Prof. Dr. Christoph Igel), dem GECKO Institut der Hochschule Heilbronn (Prof. Dr. Martin Haag) und der Otto-von Guericke Universität Magdeburg, Klinik für Unfallchirurgie (Prof. Dr. Felix Walcher) durchgeführt. Die Fachgesellschaften DGINA, DIVI, DGF, DGP und DBRD sind assoziierte Kooperationspartner dieses Projekts sind darüber hinaus im wissenschaftlichen Beirat vertreten.

WEITERE INFORMATIONEN: www.alina-projekt.de

DER NIEDERSÄCHSISCHE GESUNDHEITSPREIS 2017
Das Gesundheitswesen wird immer mobiler, schneller und flexibler. Apps und Tablets, Patientenüberwachungsgeräte oder Wearables verändern den Gesundheitsmarkt bedeutend. Mobile Anwendungen stärken die Zusammenarbeit zwischen medizinischem und pflegerischem Fachpersonal sowie den Patientinnen und Patienten. Der Niedersächsiche Gesundheitspreis 2017 zeichnet Ansätze aus, die diese Herausforderungen aufgreifen und einen Mehrwert für die Patientinnen und Patienten sowie Nutzerinnen und Nutzer von mHealth-Technologien im Prozess der medizinischen und pflegerischen Versorgung darstellen.

zum Bild 2: Ralf Borchers (Nds. Ministerium für Wirtschaft), Prof. Dr. Martin Haag (Hochschule Heilbronn), Prof. Dr. Sabine Blaschke (Leiterin der INA der UMG), Dr. Carola Reimann (Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung), Prof. Dr. Otto Rienhoff (Institut für Medizinische Informatik der UMG) beim Niedersächsischen Gesundheitspreis 2017. Foto: Tom Figiel

Weitere Informationen:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Interdisziplinäre Notaufnahme
Prof. Dr. Sabine Blaschke, Telefon 0551 / 39-8910
sblasch@gwdg.de
Robert-Koch Str. 40, 37075 Göttingen



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