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Presseinformation Nr. 167 vom 06. November 2017

"Kleine Rücken brauchen Hilfe“: Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN) spendet für strahlungsarmes 3D-Röntgengerät

UMG benötigt besonders strahlungsarmes, schnelles und patientenfreundliches 3D-Röntgengerät. Das Gerät hilft, Belastungen für Kinder deutlich zu verringern. 560.000 Euro an Spendensumme wird benötigt. LZN in Hann. Münden übergibt Spende.


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(umg) Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) will mit ihrer Spendenkampagne „Kleine Rücken brauchen Hilfe“ ein innovatives 3D-Röntgensystem anschaffen, das besonders gut für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen geeignet ist. Es kostet 560.000 Euro. Das Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN) hat dafür einen Spendenscheck in Höhe von insgesamt 982,25 Euro überreicht. Am 15. September 2017 hatte das LZN in Gegenwart des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius zu einem „Tag der offenen Tür“ nach Hann. Münden eingeladen. Anlass war das zehnjährige Bestehen des Geschäftsfelds Waren und Dienstleistungen. Das LZN ist ein Rundumversorger für über 2.300 Dienststellen des Landes Niedersachsens. Diese können vom Polizeihubschrauber, Dienst- und Schutzbekleidung bis hin zu Laborausstattung alles über das LZN beziehen.

Während des Tages der offenen Tür hatte das LZN eine Spendenaktion zugunsten des Spendenprojektes „Kleine Rücken brauchen Hilfe“ durchgeführt. Jeder Besucher konnte auf einer Leinwand gegen eine Spende seinen Fingerabdruck mit Namen im LZN-Logo abgeben. Auch der Innenminister Boris Pistorius unterstützte diese Aktion und hinterließ seinen Fingerabdruck.

Durch diese Aktion sowie der vom LZN an diesem Tag durchgeführten Kaffeeverkauf kamen Spenden in Höhe von insgesamt 982,25 Euro zusammen. Der Geschäftsführer des LZN, Frank Hintze, und dessen Stellvertreter, Andreas Schellenberger, übergaben das Spendengeld am 30. Oktober 2017 an Prof. Anna Hell, Leiterin des Schwerpunktbereichs Kinderorthopädie an der UMG, und an Johanna. Johanna (11 Jahre alt) macht mit ihrer Patientengeschichte auf die Notwendigkeit für die Anschaffung des innovativen 3D-Röntgengerätes aufmerksam. Bei ihr wurde bereits vor ihrer Geburt im Jahr 2006 eine Fehlbildung der Wirbelsäule festgestellt. Mittlerweile wurde Johannas Rücken 19 Mal an der UMG operiert und nun in einer zwölfstündigen Operation versteift, die Operation ist gut verlaufen.

VIELE RÖNTGENSTRAHLUNGEN GEFÄHRDEN GESUNDHEIT DER KINDER
Über 1.000 Kinder mit schweren Fehlbildungen der Wirbelsäule werden jährlich in der UMG behandelt. Mit ihrem Operativen Kinderzentrum (OPKIZ) zählt die UMG bundesweit zu den führenden Kliniken für komplexe Wirbelsäulenoperationen bei Kindern mit schweren Fehlbildungen. Das OPKIZ besitzt die Expertise für solch aufwendige Behandlungen, die den Kindern oft das Leben retten. Der Grund: Schwere Wirbelsäulenverkrümmungen sind mehr als ein „schiefer Rücken“. Manche der Kinder können sich kaum ohne fremde Hilfe und nur unter Schmerzen auf­recht halten. Eine schwere Verkrümmung der Wirbelsäule behindert die Organe, wenn sie wachsen. Operationen und die dazu gehörigen Röntgenuntersuchungen sind wichtig, um die Lebensqualität und Lebensdauer der Kinder zu verbessern.

Viele dieser Kinder und Jugendliche müssen ab Geburt oft zweimal pro Jahr operiert und dafür auch jedes Mal vor und nach dem Eingriff geröntgt werden. Das hat Folgen für die betroffenen Kinder: Oft haben sie bereits mit dem Eintritt in die Pubertät eine massive Dosis an Röntgenstrahlung erhalten und damit ein erhöhtes Risiko, eine bösartige Erkrankung zu entwickeln. Kindliche Körperzellen reagieren besonders sensibel auf Strahlung. Kinder sind zehnmal strahlungsempfindlicher als Erwachsene. Dadurch steigt bei ihnen das Risiko strahlungsbedingter Langzeitschäden. Zudem werden Kinder in der Regel mit Röntgengeräten untersucht, die eigentlich für Erwachsene gedacht und angelegt sind.

DAS NEUE STRAHLUNGSARME 3D-RÖNTGENGERÄT: VORTEILE FÜR KINDER
Das neueste 3D-Röntgensystem mit Niedrig-Strahlendosis kann die Strahlenbelastung erheblich um bis zu 90 Prozent verringern. Es ist nur eine Aufnahme notwendig, um ein lebensgroßes Ganzkörperbild des Skeletts zu erhalten, und es liefert eine hochwertigere und detailreichere Aussagekraft bei der Bildqualität. Ein weiteres, innovatives Merkmal des Gerätes: Das 3D-Röntgengerät ist wie eine Art „Duschkabine“ konstruiert, in die ein Kind, das nicht selbstständig stehen kann, wie in einem Fallschirmkorsett „eingehängt“ wird. So kann das Kind in einer sehr kurzen Aufnahmezeit gleichzeitig von vorne und von der Seite aufgenommen werden und die Wirbelsäule in natürlicher Position geröntgt werden. Aus den Daten, die aus diesen beiden Perspektiven gewonnen werden, errechnet die Software automatisch ein 3D-Bild des Skelettes. Beckenschiefstände und Beinlängenunterschiede sind dadurch klarer zu erkennen. Operationen können so zukünftig noch besser geplant und die kleinen Patienten insgesamt schonender untersuchen werden.

DIE VORTEILE DES STRAHLUNGSARMEN 3D-RÖNTGENGERÄTES
Bis zu 90 Prozent weniger Strahlung pro Aufnahme
Ganzkörper-Scan in nur 10 bis 20 Sekunden, dadurch deutlich weniger Stress für die Kinder
Aufnahmen im Stehen unter natürlicher Belastung, dadurch genauere Bilder für Diagnose
Genaueste 3D-Darstellung verbessert die Planung der Behandlung

SPENDENAUFRUF FÜR AKTION „KLEINE RÜCKEN BRAUCHEN HILFE“
Die UMG will ein innovatives 3D-Röntgensystem zügig anschaffen, da es aufgrund der geringeren Strahlenbelastung besonders gut für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen geeignet ist. Das Gerät soll auch von anderen Partnern in der UMG genutzt werden: Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin will das 3D Röntgengerät in der Diagnostik von Erkrankungen der kindlichen Multiple Sklerose und bei onkologische Erkrankungen bei Kindern ebenso nutzen wie der Schwerpunkt Kinderneurochirurgie der Klinik für Neurochirurgie. Die Regelversorgung der UMG ist zwar durch die Krankenkassen und das Land sichergestellt. Allerdings stehen Mittel für innovative Medizingeräte, wie das 3D-Röntgengerät mit Niedrig-Strahlendosis, nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Das neue Gerät kostet 560.000 Euro.

Damit dieses Gerät bald eingesetzt werden kann, bittet die UMG darum: Unterstützen Sie die Spendenaktion „Kleine Rücken brauchen Hilfe“! Helfen Sie mit, die schonende, kinderfreundliche Röntgentechnologie in der UMG Wirklichkeit werden zu lassen!

SPENDENKONTO „KLEINE RÜCKEN BRAUCHEN HIlFE“

Universitätsmedizin Göttingen
IBAN: DE98 2605 0001 0000 0014 20
Kennwort: Kleine Rücken
 

Mehr Informationen zur Spendenaktion unter http://go.umg.eu/kleine-ruecken-brauchen-hilfe

zum Bild: Frank Hintze (Geschäftsführer Logistik Zentrum Niedersachsen), Andreas Schellenberger (stellv. Geschäftsführer Logistik Zentrum Niedersachsen,) Prof. Anna Hell (Leiterin Schwerpunktbereich Kinderorthopädie der UMG), Johanna (Patientin). Foto: umg

Weitere Informationen:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität Göttingen
Bereichsleitung Fundraising, Robert-Koch-Str. 42, 37075 Göttingen
Gabriele Schreiber, Telefon 0551 / 39-13278
gabriele.schreiber@med.uni-goettingen.de
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