Presseinformationen

Presseinformation Nr. 138 vom 27. September 2017

Energieeffizienz beginnt bei der Energieerzeugung: UMG baut neues Blockheizkraftwerk (BHKW)

Neues BHKW liefert rund 50 Prozent des Strombedarfs für Universitätsklinikum Göttingen. Land Niedersachsen finanziert Kosten von rund 4,7 Mio. Euro. Neues BHKW ist Bestandteil des gemeinsamen Energiekonzeptes von Universität und UMG.


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Das „Herzstück“ des neuen BHKW: der Motor für den Generator wird in das Gebäude eingebracht. Foto: umg/spförtner


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Das „Herzstück“ des neuen BHKW: der Motor für den Generator wird in das Gebäude eingebracht. Foto: umg/spförtner


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Planen modernen Energieeinsatz für UMG und Universität: Rainer Bolli , Dirk Chojetzki, Dr. Sebastian Freytag, Klaus Fricke, Otto-Wilhelm Holzigel. Foto: umg/spförtner


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Der Motor für den Generator im BHKW findet seinen vorbereiteten Platz. Foto: umg/spförtner


(umg) Energie ist kostbar. Energie kostet. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat als Klinikum der Maximalversorgung einen jährlichen Wärme-Energiebedarf von über 33.000 Privathaushalten. Für die Modernisierung ihrer Energieversorgung baut die UMG in einem ersten Schritt ein hochmodernes Blockheizkraftwerk (BHKW) auf ihrem Gelände an der Ecke Robert-Koch-Straße/Zimmermannstraße, gleich hinter der Feuerwache Klinikum. Die Kosten von rund 4,7 Mio. Euro trägt das Land Niedersachsen aus dem „Sanierungsprogramm Hochschulmedizin Niedersachsen“ vom August 2014.

Am Mittwochvormittag, dem 27. September 2017, wurde das „Herzstück“ des neuen Blockheizkraftwerks der UMG, der Gasmotor mit Generator, angeliefert. Ein Schwerlastkran hob das 53 Tonnen schwere Aggregat in das neue Gebäude. Motor und Generator kosten rund eine Million Euro.

WAS LEISTET SO EIN BLOCKHEIZKRAFTWERK?

Ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom. In der Anlage wird Erdgas in einem Motor verbrannt, der einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die Wärme des Motors sowie die des heißen Abgases werden ausgekoppelt und können somit zur Eigennutzung verwendet werden. Dabei setzt die UMG bei der Erzeugung von Wärme und Strom auf ein BHKW, das bei kontinuierlicher Wärmeabgabe besonders ökologisch und ökonomisch Energie erzeugen kann. Das neue BHKW hat eine Wärmeleistung von 4,75 Megawatt. Nach der Fertigstellung wird das BHKW der UMG zudem einen 33 Meter hohen Schornstein haben.

Wenn das BHKW bis Ende 2017 errichtet ist, wird es ab Januar 2018 rund die Hälfte des im Universitätsklinikum Göttingen benötigten Stromes produzieren und die Grundlast der Wärmeversorgung für das Klinikum abdecken. Die Wärme wird überwiegend zur Erwärmung des Trinkwassers sowie für die Raumwärme des zentralen Klinikumsgebäudes, dem UBFT-Gebäude, genutzt. Der Gesamtwirkungsgrad der Energieausnutzung wird bei etwa 90 Prozent liegen.

Die energieeffiziente Anlagentechnik des BHKW mindert den Verbrauch von Ressourcen, reduziert Umweltbelastungen und Emissionen. „Wir vermeiden rund 6.500 Tonnen Kohlenstoffdioxid CO2 pro Jahr und tragen damit aktiv zum Klimaschutz bei“, sagt Otto Wilhelm Holzigel, Leiter des Sachgebietes „Energiemanagement“ im Geschäftsbereich Gebäudemanagement der UMG.

„Das neue Blockheizkraftwerk ist zudem ein wichtiger Baustein für unsere Gesamtplanungen beim Generalentwicklungsplan der UMG“, so Dipl.-Ing. Klaus Fricke, Leiter des Geschäftsbereichs Gebäudemanagement der UMG. „Wir sind dem Land Niedersachsen sehr dankbar, dass es schon jetzt mit der Übernahme der Finanzierung von rund 4,7 Millionen Euro die Weichenstellung für eine moderne Energieausrichtung der UMG möglich macht.“

ENERGIEVERSORGUNGSKONZEPT VON UMG UND UNIVERSITÄT

Die beiden Teilstiftungen Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Universität Göttingen haben im Jahr 2009 die Universitätsenergie Göttingen GmbH gegründet. Beide Partner wollen die für die Stiftungsuniversität benötigte Energie effizient, umweltschonend und kostengünstig einsetzen. Seitdem koordinieren beide Einrichtungen gemeinsam ihre „Energiepolitik“.

„Kern des Energieversorgungskonzeptes ist es, die Energieerzeugung dicht an die Hauptverbraucher zu bringen, um Übertragungsverluste möglichst klein zu halten“, sagt Dipl.-Ing. Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements der Universität. „So sieht unser gemeinsames Energieversorgungskonzept vor, die bisherige zentrale Energieerzeugung im Heizkraftwerk der Universität in der Rudolf-Diesel-Straße perspektivisch mit dezentralen Energieerzeugungsquellen zu ergänzen.“

Vorgesehen ist die Errichtung von vorerst drei Blockheizkraftwerken: eines für die UMG in der Zimmermannstraße bei der Feuerwache Klinikum, zwei für die Universität in der Goldschmidtstraße und am neuen Rechenzentrum im Burckhardtweg. Die UMG baut nun das erste der drei vorgesehenen Blockheizkraftwerke (BHKW). Bis zum Jahr 2022 soll die technisch veraltete Gasturbine im Heizkraftwerk der Universität abgelöst werden.

ENERGIEBEDARFE VON UMG UND UNIVERSITÄT

Die UMG hat pro Jahr einen Strombedarf von etwa 57.000 MW-Stunden Strom und rund 100.000 MW-Stunden Wärme, die Universität von 50.000 MW-Stunden Strom und 67.000 MW-Stunden Wärme. In der UMG werden Strom und Wärme zusätzlich für eine zentrale Kälteproduktion genutzt.

Die Kosten für Energie liegen bei der UMG bei rund 20 Mio. Euro, bei der Universität bei 12 Mio. Euro.

BILDUNTERSCHRIFT 3. Bild von oben: Planen modernen Energieeinsatz für UMG und Universität: Rainer Bolli (Leiter Gebäudemanagement Universität Göttingen), Dirk Chojetzki (Projektleiter BHKW im Energiemanagement der UMG), Dr. Sebastian Freytag (Vorstand Wirtschaftsführung und Administration, UMG), Klaus Fricke (Leiter Geschäftsbereich Gebäudemanagement UMG), Otto-Wilhelm Holzigel (Leiter Energiemanagement im Gebäudemanagement UMG). Foto: umg/spförtner


WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Geschäftsbereich Gebäudemanagement, Sachgebiet „Energiemanagement“
Leitung: Betriebswirt Otto-Wilhelm Holzigel
Robert-Koch-Str. 34, 37075 Göttingen
Telefon 0551 / 39-14263
ow.holzigel@med.uni-goettingen.de

Georg-August-Universität
Abteilung Gebäudemanagement
Leitung: Dipl.-Ing. Rainer Bolli
Telefon 0551 / 39-29052
Hospitalstr. 3, 37073 Göttingen
rainer.bolli@zvw.uni-goettingen.de

Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Unternehmenskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leitung, Pressesprecher: Stefan Weller
Telefon 0551 / 39-9959
Robert-Koch-Str. 42, 37075 Göttingen
presse.medizin@med.uni-goettingen.de

 



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