Presseinformationen

Presseinformation Nr. 113 vom 08. August 2017

Albert-Hoffa-Preis 2017 für UMG-Nachwuchsorthopäden

Dr. Lukas Weiser erhält Auszeichnung der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung e.V. für eine biomechanische Untersuchung von unterschiedlichen Stabilisierungsverfahren bei der operativen Therapie von Wirbelsäulenbrüchen.


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Albert-Hoffa-Preis 2017: Dr. Lukas Weiser, Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie, Universitätsmedizin Göttingen. Foto: Mirco Gabriel


(umg) Dr. Lukas Weiser, Assistenzarzt in der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) (Direktor: Prof. Dr. Wolfgang Lehmann), ist mit dem Albert-Hoffa-Preis 2017 der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung e.V. (NOUV) ausgezeichnet worden. Mit dem Preis würdigt die NOUV jährlich hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Orthopädie oder Unfallchirurgie. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Verleihung fand im Rahmen der 65. Jahrestagung der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung vom 22. bis 26. Juni 2017 in Dortmund statt.

Dr. Lukas Weiser erhielt den Preis für seine Arbeit „Cement augmentation versus extended dorsal instrumentation in the treatment of osteoporotic vertebral fractures: a biomechanical comparison“.

Originalpublikation: Weiser L, Dreimann M, Huber G, Sellenschloh K, Puschel K, Morlock MM, Rueger JM, Lehmann W. Cement augmentation versus extended dorsal instrumentation in the treatment of osteoporotic vertebral fractures: a biomechanical comparison. Bone Joint J 2016;98-B-8:1099-105.

Thema der Arbeit ist die vergleichende Untersuchung von verschiedenen Verfahren zur operativen Stabilisation von Wirbelkörperbrüchen, mit denen sich ein Lockern der in den Knochen eingebrachten Schrauben verhindern lässt. Brüche des Wirbelkörpers zählen zu den häufigsten Folgeerscheinungen der Osteoporose. Sind solche Frakturen instabil oder kommt es zu einer Krümmung im Bereich der Fraktur, ist oft die Versorgung mit einem Schrauben-Stab-System die Therapie der Wahl. Eine Lockerung der dafür verwendeten Schrauben ist die häufigste Ursache dafür, dass die Konstruktion nicht hält. In der Studie wurden zwei Verfahren verglichen, mit denen das Risiko einer Lockerung vermindert werden kann: die sog. Zementaugmentation, bei der die Schrauben mittels Knochenzement im Wirbelkörper verankert werden, oder die Verlängerung der Instrumentationsstrecke, wobei die Fraktur über mehrere Wirbelkörper hinweg stabilisiert wird.

In einer biomechanischen Untersuchung wurde anhand von 12 humanen Wirbelkörperpräparaten eine kurzstreckige sowie langstreckige Versorgung, jeweils mit konventionellen und zementaugmentierten Pedikelschrauben, miteinander verglichen. Danach folgte ein biomechanischer Ermüdungstest bis zum Versagen der jeweiligen Stabilisation.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Zementaugmentation von Pedikelschrauben keinen so deutlichen Effekt auf die Stabilität hat, wie aus biomechanischen Ausrissversuchen vermutet wurde. Dagegen führte eine Verlängerung der Instrumentationsstrecke zu einem deutlich höheren Stabilitätszuwachs im biomechanischen Belastungstest an der osteoporotischen Wirbelsäule.
 

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie
Dr. Lukas Weiser
lukas.weiser@med.uni-goettingen.de



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