Presseinformationen

Presseinformation Nr. 111 vom 04. August 2017

Regionale Netzwerke sollen Versorgungssituation und Lebensqualität von Menschen mit Demenz verbessern.

Start für Vernetzung der hausärztlichen Versorgung: Göttinger Projekt für frühe Informationen und Hilfen bei Demenz (FIDEM) bringt in Stadt und Landkreis Göttingen Hausarztpraxen in Kontakt mit anderen, nicht-ärztlichen Unterstützungsangeboten.


Vernetzt für bessere Versorgung und Lebensqualität von Menschen mit Demenz: (v.l.) Kathrin Jahn, Ergotherapiepraxis Kathrin Jahn, Holger Nagel, Compass Private Pflegeberatung GmbH, Birgit Wolff, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. (LVG & AFS), Cathrin Brasse, Sozialdienst des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Göttingen, Dr. Claudia Bartels, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UMG, Heike Weiß, AOK Niedersachsen. Foto: umg/rschmidt

(umg) Die Diagnose „Demenz“ verändert und belastet das Leben von Betroffenen und ihren Angehörigen. Die Versorgungssituation und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen nachhaltig zu verbessern, ist das Ziel von FIDEM (Frühe Informationen und Hilfen bei Demenz). Das Projekt FIDEM unterstützt gezielt Hausarztpraxen in Stadt und Landkreis Göttingen dabei, sich mit anderen, nicht-ärztlichen Hilfsangeboten für Menschen mit Demenz quartiersnah und direkt zu vernetzen.

Koordiniert wird die Vernetzungsinitiative „FIDEM Göttingen“ von Dr. Claudia Bartels, leitende Psychologin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Auf regionaler Ebene findet das Projekt Unterstützung durch den Arbeitskreis „FIDEM Göttingen“. Diesem gehören Vertreter aus der UMG und dem Asklepios Fachklinikum, der Alzheimer-Gesellschaft Göttingen e.V., der Stadt und dem Landkreis Göttingen, und aus dem Diakonieverband sowie Pflegeberatungen verschiedener Krankenkassen und engagierte Ergotherapeuten an. Auf Landesebene unterstützt die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V als Ansprechpartner und Projektträger die Vernetzungsinitiative.

„Häufig sind den Betroffenen die vielfältigen bestehenden Angebote gar nicht bekannt oder sie werden erst angenommen, wenn die Belastungsgrenzen der Angehörigen überschritten sind und die Erkrankung weit fortgeschritten ist“, sagt FIDEM-Koordinatorin Dr. Bartels. „Die angebotenen Hilfen könnten aber helfen, die Lebensqualität zu erhalten, bei der Bewältigung des Alltags mit der Erkrankung unterstützen und die pflegenden Angehörigen entlasten. Mit FIDEM in Göttingen sollen die vorhandenen Angebote stärker gebündelt werden, um so Patienten und Angehörige besser und frühzeitiger erreichen zu können.“

Hausarztpraxen haben in dem Göttinger FIDEM-Konzept eine Art „Schlüsselfunktion“: Als erste und vertraute Ansprechpartner sind der Hausarzt und sein Team diejenigen im Netzwerk mit dem besten Zugang zu Patienten und Angehörigen. Die Mitwirkung in dem Projekt entlastet zudem die beteiligten Praxen, weil andere Netzwerkpartner zusätzlich in die Versorgung des Patienten einbezogen werden. Außerdem bekommen Hausarztpraxen ebenso wie alle Mitarbeiter im Netzwerk Schulungen angeboten – zur Optimierung von Praxisabläufen, der Kommunikation mit Demenzkranken sowie zur Stärkung der Kompetenz rund um das Thema Demenz.

Zu einem ersten Vernetzungstreffen im Juni 2017 kamen rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Berufsgruppen. Neben Hausärzten nahmen an dem Treffen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegestützpunkten, aus der Pflegeberatung, von ambulanten Pflegediensten, Ergotherapiepraxen und Anbieter von niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten (NBEA) aus der Stadt und dem Landkreis Göttingen teil.

Aktuell unterstützt FIDEM Göttingen den Aufbau der ersten sieben regionalen Netzwerke um Hausarztpraxen in der Region. Vier davon befinden sich in der Stadt Göttingen, drei im Landkreis Göttingen. Weitere Hausarztpraxen in Stadt und Landkreis Göttingen sollen für die Bildung von regionalen Netzwerken gewonnen und unterstützt werden.

Interessierte Hausärzte, Betroffene und Angehörige können sich wenden an: Dr. Claudia Bartels, Koordinatorin FIDEM Göttingen, Telefon 0551 / 39-14397 oder per Mail an claudia.bartels@med.uni-goettingen.de

Weitere Information zu FIDEM: www.fidem-projekt.de

 

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Dr. Claudia Bartels
Leitende Psychologin und Koordinatorin FIDEM Göttingen
Von-Siebold-Straße 5, 37075 Göttingen
Telefon 0551 / 39-14397, Fax: 0551 / 39-66692
claudia.bartels@med.uni-goettingen.de

 



© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de


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