Presseinformationen

Presseinformation Nr. 094 vom 16. Juni 2017

„Seelische Störungen bei Kindern erfassen, ergrün­den, behandeln“: Prof. Aribert Rothenberger geht in den Ruhestand

Mini-Symposium und Vorlesung zum Abschied in den Ruhestand von Prof. Dr. Aribert Rothenberger, ehemaliger Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der UMG. Freitag, 23. Juni 2017, 12:30 bis 14:00 Uhr und 14:00 bis 15:00 Uhr


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Prof. Dr. Aribert Rothenberger, ehemaliger Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der UMG. Foto: privat


(umg) „Seelische Störungen bei Kindern erfassen, ergründen, behandeln“ – unter diesem Thema steht die Verabschiedung für Universitätsprofessor Dr. Aribert Rothenberger, ehemaliger Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Prof. Rothenberger ist zum Jahresende 2016 nach 22 Jahren Tätigkeit an der UMG in den Ruhestand gegangen. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie würdigt ihren langjährigen Leiter mit einem Mini-Symposium am Freitag, dem 23. Juni 2017, von 12:30 Uhr bis 14:00 Uhr. Die beiden Hauptvorträge befassen sich mit den Fragen „Wann ist ein Kind seelisch gestört“ und „Was hilft seelisch gestörten Kindern?“. Anschließend von 14:00 bis 15:00 Uhr hält Prof. Rothenberger seine Öffentliche Abschiedsvorlesung zum Thema „Wie sich kinderpsychiatrische Störungen erklären lassen – der neurowissenschaftliche Ansatz. Beide Veranstaltungen finden statt im Hörsaal MED 18 in der Von-Siebold-Straße 5, 37075 Göttingen.

Öffentliche Abschiedsvorlesung
„Wie sich kinderpsychiatrische Störungen erklären lassen – der neurowissenschaftliche Ansatz“
Prof. Dr. Aribert Rothenberger, ehemaliger Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Göttingen
Freitag, 23. Juni 2017, 14:00 bis 15:00 Uhr

Mini-Symposium vorab
„Seelische Störungen bei Kindern erfassen, ergründen, behandeln“
Freitag,  23. Juni 2017, 12:30 Uhr bis 14:00 Uhr

Hörsaal MED 18, Psychiatrische Kliniken
Von-Siebold-Straße 5, 37075 Göttingen

In seiner Abschiedsvorlesung referiert Prof. Rothenberger anhand der Forschung zur hirnelektrischen Aktivität von Kindern über neuronale Mechanismen, die z. B. bei Tic-Störungen und ADHS eine Rolle spielen und wie man diese Erkenntnisse zur Entwicklung erfolgreicher Therapien genutzt hat. Er spricht auch über die weiteren Herausforderungen. Das Erklären kinderpsychiatrischer Störungen erfordere nicht nur ein Denken in komplexen, dynamischen neuronalen Netzwerken, sondern auch dessen Einbettung in eine bio-psycho-soziale Betrachtung entlang der kindlichen Entwicklung.

Prof. Dr. Aribert Rothenberger, geboren 1944, studierte an der Universität Mainz Medizin und wurde dort 1972 promoviert. Er ließ sich zum Nervenarzt und zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie ausbilden. Seine Assistenzarztzeit absolvierte er unter anderem an den Universitäten Ulm und Essen. Anschließend war er am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim (Universität Heidelberg) als Oberarzt tätig. Dort erfolgte 1985 die Habilitation für das Fach Kinder- und Jugendpsychiatrie. 1987 wurde er zum außerplanmäßigen Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie ernannt; 1992/1994 erhielt er die Anerkennung als Psychotherapeut und Supervisor in der Verhaltenstherapie. Von 1994 bis 2016 hatte Professor Rothenberger die Universitätsprofessur für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Göttingen inne und leitete als Direktor die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen. Seit vielen Jahren vertritt er die Universität im Kuratorium des Evangelischen Studienhauses Göttingen.

Sein wissenschaftlicher und klinischer Schwerpunkt waren die Tic-Störungen mit deren Begleitproblemen wie Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Zwangsstörungen. In erster Linie ging es ihm darum, den Zusammenhang von Gehirnfunktion und Verhalten bei kinderpsychiatrischen Störungen aufzuklären, um so zu besserer Diagnostik und Behandlung beizutragen. So befasste er sich z. B. mit der medikamentösen Behandlung von Tic-Störungen mit dem Medikament Tiaprid und der Verhaltenstherapie mit Neurofeedback bei ADHS. Daneben hat sich Prof.  Rothenberger für Selbsthilfeorganisationen von Betroffenen engagiert.

In Anerkennung seiner fachlichen Leistungen hat Prof. Rothenberger verschiedene Preise erhalten, so unter anderem 2010 den August-Homberger-Preis für seine klinisch-neurobiologische Forschung. Er war und ist in nationalen und internationalen Gremien von fachlichen Zeitschriften und Gesellschaften tätig.

PROGRAMM MINI-SYMPOSIUM

12:30 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsmedizin Göttingen
Prof. Dr. Dr. Tobias Banaschewski, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

"Wann ist ein Kind seelisch gestört?"
Prof. Dr. Dr. Hans-Christoph Steinhausen, Universität Zürich, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

"Was hilft seelisch gestörten Kindern"
Prof. Dr. Manfred Döpfner, Universitätsklinikum Köln, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

14:00 Uhr Ende des Symposiums

Fortbildungspunkte sind bei der Ärztekammer Niedersachsen beantragt.


WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Unternehmenskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Weller, Telefon 0551 / 39-9959
presse.medizin@med.uni-goettingen.de

www.umg.eu



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