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Presseinformation Nr. 080 vom 23. Mai 2017

Prof. Tobias Moser erhält Ernst Jung-Preis für Medizin 2017

Ernst-Jung-Preis für Medizin in Hamburg verliehen: Jung-Stiftung für Wissenschaft u. Forschung zeichnet Hörforscher der Universitätsmedizin Göttingen für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Signalübertragung im Innenohr und innovativen Therapie-Konzepte aus


Verleihung Ernst-Jung-Preis für Medizin 2017: (v.l.) Preisträger Prof. Dr. Tobias Moser, Rolf Kirchfeld, Vorsitzender des Stiftungsvorstands, und Prof. Dr. Reinhard Jahn, stellvertretender Vorsitzender im Stiftungskuratorium. Foto: Carolin Thiersch

(umg) Prof. Dr. Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften, Sprecher des Sonderforschungsforschungsbereichs SFB 889 „Zelluläre Mechanismen Sensorischer Verarbeitung“ an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Leibniz-Preisträger 2015, ist einer der Träger des Ernst Jung-Preises für Medizin 2017. Die Übergabe des Preises fand am Freitag, dem 19. Mai 2017, in der Bucerius Law School in Hamburg statt.

Die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung zeichnet Prof. Moser aus für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Signalübertragung im Innenohr sowie für seine innovativen Therapie-Konzepte zur Behandlung von Schwerhörigkeit. Er leiste Pionierarbeit zum Verständnis des menschlichen Gehörs und gäbe durch seine Arbeiten am optogenetischen Cochlea-Implantat Hoffnung bei Schwerhörigkeit“, so die Begründung der Stiftung.

Mit dem Ernst Jung-Preis für Medizin prämiert die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung jährlich Wissenschaftler und Projekte, die durch ihre Arbeit Fortschritte in der medizinischen Therapie vorbereiten. Der Preis ist mit 300.000 Euro dotiert und gehört europaweit zu den höchstdotierten in seiner Kategorie. Prof. Moser teilt sich Auszeichnung und Preisgeld des Jahres 2017 mit einem zweiten Preisträger, dem Strukturbiologen Prof. Nenad Ban vom Institut für Molekularbiologie und Biophysik der ETH Zürich.

Prof. Dr. Tobias Moser ist führend in der Erforschung der Synapsen im Innenohr und international an vorderster Spitze in der Erforschung der Physiologie und Pathophysiolo-gie des Innenohrs. Seit 2008 leisten Prof. Moser und die Wissenschaftler in seinen Arbeitsgruppen zudem Pionierarbeit bei der Etablierung des optogenetischen Cochlea-Implantats. Ihre Erkenntnisse versprechen immense Verbesserungen in einer neu zu entwickelnden Generation von Innenohrimplantaten, bei denen die Fasern des Hörnervs mit Licht gereizt werden.

In seiner Forschung ist Prof. Moser eng vernetzt mit anderen Forschungseinrichtungen am Göttingen Campus. So leitet er in Göttingen die Arbeitsgruppe „Auditorische Neurowissenschaften und Optogenetik“ am Deutschen Primatenzentrum, die Arbeitsgruppe „Synaptische Nanophysiologie“ am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie sowie die assoziierte Arbeitsgruppe „Auditorische Neurowissenschaften“ am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin.

ZUR PERSON

Tobias Moser wurde 1968 geboren und studierte Humanmedizin in Leipzig und Erfurt. Er wurde mit einer im Göttinger Labor des Leibniz- und Nobelpreisträgers Erwin Neher angefertigten Arbeit promoviert. In Nehers Abteilung am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie blieb er auch danach als Postdoktorand und Nachwuchsgruppenleiter. Parallel absolvierte er eine Facharztausbildung an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und habilitierte sich 2003 im Fach Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Seit 2007 hat er einen eigenen Lehrstuhl an der UMG inne und leitet das 2015 neu etablierte Institut für Auditorische Neurowissenschaften. Prof. Moser ist Sprecher des seit 2011 geförderten Göttinger Sonderforschungsbereichs (SFB) „Zelluläre Mechanismen Sensorischer Verarbeitung“. Seit 2016 ist Tobias Moser Max Planck Fellow mit einer eigenen Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (MPI-BPC) und am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin (MPI-EM), beide in Göttingen.

Schwerhörigkeit ist die am weitesten verbreitete Störung der Sinneswahrnehmung, mit enormen sozioökonomischen Auswirkungen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 278 Millionen Menschen weltweit von Schwerhörigkeit betroffen sind. Daher besteht dringender Bedarf für ein besseres Verständnis der dabei beteiligten sensorischen Mechanismen und für die Entwicklung verbesserter Hör-Hilfen.

Der Ernst Jung-Preis für Medizin

Der Ernst Jung-Preis für Medizin zählt mit einem Preisgeld von 300.000 Euro zu den höchstdotierten Medizinpreisen Europas. Die 1967 gegründete Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung unterstützt mit dieser jährlich vergebenen Auszeichnung bereits seit 1976 Forschungsprojekte von Spitzenwissenschaftlern.

Mehr Informationen unter: www.jung-stiftung.de

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Institut für Auditorische Neurowissenschaften und InnenOhrLabor
Prof. Dr. Tobias Moser
Telefon 0551 / 39-22803, tmoser@gwdg.de, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen



© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de


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