Presseinformationen

Presseinformation Nr. 031 vom 28. Februar 2017

Heinz Maier-Leibnitz Preis der DFG 2017 für Neurobiologin des European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G)

Dr. Marion Silies erhält den mit 20.000 Euro dotierten und wichtigsten Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland.


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Heinz Maier-Leibnitz Preisträgerin 2017: Dr. Marion Silies. Foto: privat


(umg) Dr. Marion Silies, Neurobiologin und Nachwuchsgruppenleiterin am European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G), ist eine von insgesamt zehn Preisträgern des diesjährigen Heinz Maier-Leibnitz-Preises. Mit dem Preis zeichnen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) jährlich junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland aus, die sich mit exzellenten Forschungsarbeiten profiliert haben. Die mit jeweils 20.000 Euro dotierten Heinz Maier-Leibnitz Preise zählen zu den wichtigsten Wissenschaftspreisen, die in Deutschland vergeben werden. Die feierliche Preisverleihung findet statt am 3. Mai 2017 in Berlin.

Dr. Marion Silies beschäftigte sich bereits als Postdoc an der Stanford University mit dem Bewegungssehen der Fruchtfliege Drosophila. Seit 2014 leitet sie die Nachwuchsgruppe „Visuelle Verarbeitung“ am European Neuroscience Institute (ENI) in Göttingen. Darin untersucht sie die Frage, wie neuronale Netzwerke kritische Rechenoperationen ausführen und wie sensorische Systeme diese Berechnungen nutzen, um Informationen aus der Umgebung zu extrahieren und Verhalten zu steuern. Dazu verwendet Silies unter anderem einen von ihr mitentwickelten und inzwischen von zahlreichen Laboren weltweit genutzten genetischen „Werkzeugkasten“. Damit kann die neuronale Funktion in spezifischen Zellen manipuliert und dadurch die neuronalen Netzwerke des Sehens identifiziert werden. Für ihre Arbeit wurde Marion Silies mehrfach ausgezeichnet. 2016 erhielt sie den ERC Starting Grant für ihr Projekt „MicroCyFly“.

ZUR PERSON

Dr. Marion Silies hat Biologie an der Universität Münster studiert und wurde dort 2009 in der Neurobiologie promoviert. Anschließend absolvierte sie einen fünfjährigen Postdoc an der Stanford University in Kalifornien (USA). Seit Ende 2014 leitet sie eine Nachwuchsgruppe am European Neuroscience Institute (ENI) Göttingen. Hierzu hatte sie neben der ERC Förderung bereits einen Emmy Noether Grant der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingeworben. Dr. Silies ist zudem Projektleiterin im Sonderforschungsbereich „Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung“ (SFB 889) und dadurch gut in die Forschungslandschaft am Göttingen Campus integriert. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der visuellen Verarbeitung im Gehirn der Fruchtfliege.

Das European Neurosciences Institute Göttingen (ENI-G) besteht seit Juni 2001 und beherbergt derzeit sechs Forschungsgruppen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ENI-G widmen sich der Erforschung der Grundlagen von Hirnfunktionen auf molekularer, zellulärer und systemischer Ebene. Es werden zudem die Ursache von Störungen der Gehirnfunktion untersucht, die zur gezielten Behandlung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen des Gehirns führen sollen. Es gehört zum Konzept von ENI-G, dass die Forschung interdisziplinär organisiert ist. Das ENI-G ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Universitätsmedizin Göttingen und der Max-Planck-Gesellschaft. Beteiligt sind die Universitätsmedizin Göttingen und die Max-Planck-Institute für biophysikalische Chemie und experimentelle Medizin. Ziel des ENI ist die Förderung talentierter Nachwuchswissenchaftler auf ihrem Weg zu eigenständiger Forschung.

WEITERE INFORMATIONEN
European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G)
Nachwuchsgruppe Visual Processing
Dr. Marion Silies, Telefon 0551 / 39-13905
m.silies@eni-g.de
Grisebachstraße 5, 37077 Göttingen



© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de


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