Presseinformationen

Presseinformation Nr. 021 vom 01. Februar 2017

Sind Alzheimer-Plaques nur schädlich?

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen überprüft gängige Forschungsmeinung. Gefördert von der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)


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Priv.-Doz. Dr. Oliver Wirths, AG Molekulare Psychiatrie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UMG, mit Förderurkunde der AFI. Foto: Patrick Lux


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Priv.-Doz. Dr. Oliver Wirths, AG Molekulare Psychiatrie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UMG, im Labor. Foto: privat


(umg) Die Alzheimer-Krankheit ist unheilbar. Neue Wirkstoffe richten sich zumeist gegen Protein-Ablagerungen aus Beta-Amyloid. Diese „Alzheimer-Plaques“ gelten als ein untrügliches Zeichen der Alzheimer-Krankheit. Studienergebnisse der letzten Jahre zeigen jedoch, dass diese Wirkstoffe bislang keinen Erfolg bringen. Priv.-Doz. Dr. Oliver Wirths aus der Arbeitsgruppe Molekulare Psychiatrie (Leitung: Prof. Dr. Thomas Bayer) an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Direktor: Prof. Dr. Jens Wiltfang) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat eine mögliche Erklärung für das Scheitern gefunden. In seinem Grundlagenforschungsprojekt „Verfügen Beta-Amyloid Ablagerungen über eine Pufferkapazität?“ möchte er nun seine Hypothese überprüfen. Gefördert wird das zweijährige Projekt mit 79.800 Euro von der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI).

„Wir gehen davon aus, dass die so genannten Oligomere für die Schädigung von Nervenzellen verantwortlich sind. Oligomere sind kleinere Proteinbausteine aus Beta-Amyloid und die Vorstufe der Plaques“, sagt Oliver Wirths. „Deshalb überprüfen wir die Hypothese, ob die Plaques eine Art Puffer bilden, in denen die Oligomere gebunden werden. Wäre die Aufnahmekapazität der Puffer erschöpft, könnte es zum Auftreten der Alzheimer-Erkrankung kommen.“

Sollte die Hypothese von Priv.-Doz. Dr. Wirths zutreffen, müsste die Erforschung von Wirkstoffen gegen Proteinablagerungen aus Beta-Amyloid grundlegend überdacht werden. Stattdessen würden dann Wirkstoffe, die sich direkt gegen die Oligomere richten, im Fokus stehen. Auch müsste das korrekte Verhältnis von Plaques zu Oligomeren verstärkt in Betracht gezogen werden.

Zur Klärung der Frage setzt Oliver Wirths Mäuse ein, die lediglich Oligomere bilden und Lerndefizite sowie einen Verlust von Nervenzellen aufweisen. Diese werden gekreuzt mit Mäusen, die zwar Plaques ausbilden, ansonsten aber keine Auffälligkeiten im Hinblick auf Verhalten oder Nervenzellverlust zeigen. Sollten Plaques – wie angenommen – tatsächlich über eine entsprechende „Pufferkapazität“ verfügen, müsste sich dies bei den gekreuzten Tieren durch einen verminderten Nervenzellverlust und eine entsprechende Verbesserung der Lernleistung zeigen.

Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Bis heute konnte die AFI 201 Forschungsaktivitäten mit über 8,4 Millionen Euro unterstützen und 750.000 Ratgeber und Broschüren verteilen.
Die AFI ist der größte private Förderer der Alzheimer-Forschung an deutschen Universitäten und öffentlichen Einrichtungen. Aktuell kann die AFI elf neue Forschungsprojekte mit insgesamt 690.264 Euro unterstützen.

Weitere Informationen für Interessierte und Betroffene unter: www.alzheimer-forschung.de

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, AG Molekulare Psychiatrie
Priv.-Doz. Dr. Oliver Wirths
Telefon 0551 / 39-10290
owirths@gwdg.de

Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)
Dr. Christian Leibinnes
Kreuzstraße 34, 40210 Düsseldorf
Telefon 0211 / 86 20 66 27
presse@alzheimer-forschung.de
www.alzheimer-forschung.de/presse



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