Presseinformationen

Presseinformation Nr. 175 vom 26. November 2016

Hirntumore bei Kindern noch besser erforschen

Verein „Menschen für Kinder e.V.“ spendet 40.000 Euro für Forschungsprojekt der Kinderonkologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG – zusätzlich noch einen Wagen voller Geschenke für die Kinder.


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(umg) In Deutschland erkranken jährlich 550 Kinder und Jugendliche an einem Hirntumor. Damit gehören diese Erkrankungen nach Leukämien zu den zweithäufigsten Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen überhaupt. Einige der Hirntumore bei Kindern sind leider immer noch nicht heilbar, hier besteht ein großer Forschungsbedarf. Der Verein „Menschen für Kinder e.V.“ aus Mittelhessen unterstützt die Forschungsarbeit auf diesem Gebiet in der Kinderonkologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) seit einigen Jahren. 40.000 Euro hat der Verein in diesem Jahr der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG (Direktorin: Prof. Dr. Jutta Gärtner) als Spende übergeben. Zugute kommt die Spendensumme einem Forschungsprojekt, in dem spezifische Therapiestrategien entwickelt werden für besonders aggressive kindliche Hirntumore, den sogenannten Ponsgliomen.

Zusätzlich zur Geldspende hatten Dieter Greilich, Jens Hebstreit und Wolfgang Grommet, Vorstandsmitglieder des Vereins „Menschen für Kinder e.V.“, einen Handwagen voller weiterer Geschenke mitgebracht – darunter ein Bobby-Car mit extra leise laufenden Reifen. Diese verteilten sie an die Kinder auf der Kinderkrebsstation 4031 des Universitätsklinikums in Göttingen.

„Das Spendengeld ist durch verschiedene Aktionen in diesem Jahr zusammengekommen. Hauptaktion ist unsere jährliche Fahrradtour mit 500 Teilnehmern. Die Anmeldegebühr, das „Sattelgeld“, wird als Spende weitergegeben. Dazu bekommen wir bei den Stopps in einzelnen Städten von ortsansässigen Firmen weitere Spenden. Insgesamt haben wir in diesem Jahr rund 140.000 Euro gesammelt“, so Jens Hebstreit, 1. Kassenwart des Vereins. Dieter Greilich, 1. Vorsitzender „Menschen für Kinder e.V.“, sagt: „Wir haben alle Einnahmen geteilt und an Kliniken in Leipzig, Berlin und Göttingen gespendet. In der Kinderonkologie der Uniklinik Göttingen sorgen wir mit unserer Spende dafür, dass das Forschungsvorhaben von Professor Kramm und seinem Team weitergehen kann“, so Greilich. Der mittelhessische Verein mit Sitz in Solms an der Lahn unterstützt seit über 25 Jahren die Belange von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen im gesamten Bundesgebiet. In diesem Jahr konnten insgesamt rund 300.000 Euro an Spenden-geldern verteilt werden. Die 40.000 Euro-Spende an das Forschungsvorhaben in der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG ist die höchste Spendensumme, die an ein Einzelprojekt vergeben wurde. Weitere Infos: www.menschen-fuer-kinder.de

DAS FORSCHUNGSPROJEKT
Besonders Kinder mit einem Hirnstammtumor, dem sogenannten Ponsgliom, sterben leider noch immer fast alle innerhalb von zwei Jahren nach Diagnosestellung an ihrer Tumorerkrankung. Jahrzehntelange Bemühungen in der Forschung haben bislang noch zu keinem entscheidenden Durchbruch geführt. Seit kurzem gibt es jedoch Hoffnung: Bei diesen bisher unheilbaren Hirntumoren konnte eine fast einzigartige genetische Veränderung in Genregulationsbereichen („Histon-Mutationen“) nachgewiesen werden. Diese Histon-Mutationen können zu weitreichenden Veränderungen in den Tumorzellen auf der Ebene der Genregulation führen und damit möglicherweise den besonders aggressiven Tumortyp bedingen.

„In dem Forschungsvorhaben wollen wir eine spezifische Therapiestrategie entwickeln, die direkt an den genregulatorischen Veränderungen durch die besagte Histon-Mutationen angreift“, sagt Prof. Dr. Christof Kramm, Leiter der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG. „Dabei handelt es sich um die Weiterführung eines Forschungsvorhabens, das Menschen für Kinder e. V. schon in den letzten Jahren großzügig unter-stützt hat. Wir glauben, dass wir jetzt verschiedene Medikamente an der Hand haben, die in der geeigneten Kombination die besondere Aggressivität dieser kindlichen Hirntumoren zumindest im Labor deutlich vermindern kann. Ob sich das so auch in weiterführenden Experimenten bestätigt und sich auf Tiermodelle übertragen lässt, ist Gegenstand des geförderten Projektes. Über allem steht natürlich die Hoffnung, dass solche Therapiestrategien den Weg aus dem Labor in die Klinik finden und bei den Kindern mit Ponsgliomen zur Heilung dieser bisher unheilbaren Tumorerkrankung beitragen können.“

Mit den Spendengeldern können auch Personalkosten bezahlt werden. „Die Spendengelder machen unser Forschungsprojekt startklar, um weitere Fördermittel von Wissenschaftseinrichtungen wie die Deutsche Fördergemeinschaft (DFG) beantragen zu können“, so Kramm. „Ohne die Unterstützung durch den Verein „Menschen für Kinder“ wäre dieses Projekt nicht zu machen.“ Zudem hob Kramm hervor, dass die onkologische Forschung in der Pädiatrie der UMG auch bei der Erforschung seltener Tumorarten durch die gut vernetzte interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch mit anderen onkologischen Kliniken sehr profitiere.

Das Projekt wird von Prof. Christof Kramm und Dr. Maria Wiese, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Experimentelle Pädiatrische Neuroonkologie der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der UMG, koordiniert.

zum Bild: Verein Menschen für Kinder: Spendenübergabe von 40.000 Euro und Geschenken auf der Kinderkrebsstation 4031: (v.l.): Dieter Greilich (1. Vorsitzender Verein Menschen für Kinder), Prof. Christof Kramm (Leiter Pädiatrische Hämatologie und Onkologie UMG), Jens Hebstreit (1. Kassenwart Verein Menschen für Kinder), Dr. Maria Wiese und Yannck Hörle (Pädiatrische Hämatologie und Onkologie), Ghofran (7 Jahre) mit Vater Ali Sari. Foto: umg


WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin - Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Prof. Dr. Christof Kramm, Telefon 0551 / 39-66202
paedonko@med.uni-goettingen.de



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