Presseinformationen

Presseinformation Nr. 166 vom 17. November 2016

Wohltätiger Zwang? Vom Recht auf Selbstbestimmung in Medizin und Pflege

Auftakt der Öffentlichen Vortragsreihe des Klinischen Ethikkomitees (KEK). Mittwoch, 23. November 2016, 18:15 bis 19:45 Uhr, Hörsaal 542, Universitätsklinikum Göttingen, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen.


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Gurte am Bett
Foto: umg/wiesemann


(umg) Jeder Patient hat ein Recht auf Selbstbestimmung. Die Durchführung einer medizinischen oder pflegerischen Maßnahme setzt deshalb in der Regel die Einwilligung des aufgeklärten Patienten voraus. Was aber ist, wenn der Patient, z.B. aufgrund einer Demenz oder einer psychischen Erkrankung, die Notwendigkeit der medizinischen oder pflegerischen Maßnahmen nicht verstehen bzw. nicht in diese einwilligen kann? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Veranstaltungsreihe des Klinischen Ethikkomitees (KEK) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Diese informiert über die wichtigsten ethischen und rechtlichen Erfordernisse und zeigt Wege auf, wie häufig auftretende Konflikte vermieden werden können.

Der erste Vortrag der Reihe befasst sich mit Fragen zu „Aufklärung – Einwilligung – Einwilligungsfähigkeit“. Prof. Dr. Alfred Simon, Akademie für Ethik in der Medizin, UMG, referiert darüber, wie eine angemessene Aufklärung aussieht. Was bedeutet Einwilligungsfähigkeit? Wie kann diese in der Praxis festgestellt werden? Und: In welchen Situationen ist es ethisch zulässig oder sogar geboten, dass Maßnahmen zum Wohl des Patienten gegen dessen Willen durchgeführt werden? Aus der klinischen Praxis berichtet Priv.-Doz. Dr. Detlef Degner, Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UMG, von seinen Erfahrungen. Die Vortragsveranstaltung findet statt am Mittwoch, dem 23. November 2016, von 18:15 bis 19:45 Uhr im Hörsaal 542, Universitätsklinikum, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit zu Fragen und zur Diskussion.

Öffentliche Vortragsreihe des Klinischen Ethikkomitees
Wohltätiger Zwang? – Vom Recht auf Selbstbestimmung in Medizin und Pflege
Aufklärung – Einwilligung – Einwilligungsfähigkeit
Referent: Prof. Dr. Alfred Simon, Akademie für Ethik in der Medizin, Universitätsmedizin Göttingen
Klinisches Statement: Priv.-Doz. Dr. Detlef Degner, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UMG
Mittwoch, 23. November 2016, 18:15 bis 19:45 Uhr
Hörsaal 542, Universitätsklinikum, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.
Für die Veranstaltungsreihe wurden Fortbildungspunkte für die Registrierung beruflich Pflegender sowie Fortbildungspunkte der Ärztekammer Niedersachsen beantragt. Pro Vortragsveranstaltung können zwei Fortbildungspunkte erworben werden.

WEITERE TERMINE DER ÖFFENTLICHEN VORTRAGSREIHE:

Mittwoch, 11. Januar 2017, 18:15 – 19:45 Uhr
Betreuung: Wann und Wie?

Referent: Prof. Dr. Volker Lipp, Zentrum für Medizinrecht, Universität Göttingen
Klinisches Statement: Dr. Ulrike Olgemüller, Klinik für Kardiologie und Pneumologie, UMG
Der Vortrag behandelt folgende Fragen: In welchen Fällen kann ein Patient selbst entscheiden und wann müssen ein Bevollmächtigter oder ein Betreuer in die Behandlung einbezogen werden? Wann muss das Betreuungsgericht eingeschaltet werden? Welche Aufgaben und Befugnisse haben Bevollmächtigte, Betreuer und Betreuungsgericht – und welche nicht? Wann sind Zwangsmaßnahmen wie Fixierungen oder Zwangsmedikation erlaubt? Was müssen Ärzte und Pflegende dabei beachten?

Mittwoch, 26. April 2017, 18:15 – 19:45 Uhr
Fixierung und Zwang: erlaubt – verboten – geboten?

Referentin: Prof. Dr. Gabriele Meyer, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Universität Halle-Wittenberg
Klinisches Statement: Jörg Reuter, Pflegedienst  Universitätsmedizin, UMG
Gurte im Bett oder am Stuhl, Bettgitter und andere mechanische Mittel, um Pflegebedürftige an vermeintlich selbstgefährdendem Verhalten zu hindern, werden in der ambulanten Pflege, im Pflegeheim und im Krankenhaus eingesetzt. Die Motive der Anwendung, deren Häufigkeit, die gesetzlichen Grundlagen, mögliche ethische Konflikte, die wissenschaftsbasierten empfohlenen Alternativen und mögliche Strategien zur Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen sind Themen des Beitrages.  


WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Geschäftsstelle des Klinischen Ethikkomitees (KEK)
Humboldtallee 36, 37073 Göttingen
Telefon 0551 / 39-9680
kek@med.uni-goettingen.de
www.kek.med.uni-goettingen.de



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