Presseinformationen

Presseinformation Nr. 153 vom 03. November 2016

Welche ethischen Kompetenzen benötigen Pflegende in ihrem Berufsalltag?

Empfehlungen zur Ethikkompetenz in der Pflege: Die Sektion Lehrende im Bereich der Pflegeausbildung und der Pflegestudiengänge in der Akademie für Ethik in der Medizin e.V. formuliert Eckpunkte. Veröffentlicht in der Zeitschrift "Ethik in der Medizin".


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(umg) Ethische Fragestellungen und Konflikte gehören in allen pflegeberuflichen Handlungsfeldern zum Alltag. Zukünftige Pflegende und Studierende der Pflege sollen darauf vorbereitet sein. Die entsprechenden Handlungskompetenzen dafür müssen in Ausbildung und Studium vermittelt werden.

Doch was sind die zentralen Ethikkompetenzen pflegeberuflichen Handelns? Welche Ethikkompetenzen braucht es in der Pflege, um professionell – das heißt fachlich fundiert und ethisch reflektiert – zu entscheiden und zu handeln? Wie lässt sich ein Ausbildungsziel erreichen, das im aktuell diskutierten Pflegeberu-fereformgesetz ausdrücklich formuliert wird. Danach soll die Pflege „entsprechend dem allgemein anerkannten Stand pflegewissenschaftlicher, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse auf der Grundlage einer professionellen Ethik“ erfolgen. Diese Fragen stellen sich für Lehrende in der Pflege wie auch für Verantwortliche in der Praxis.

Mit einer Konkretisierung der Ethikkompetenzen in der Pflege hat sich nun die Sektion Lehrende im Bereich der Pflegeausbildung und der Pflegestudiengänge in der Akademie für Ethik in der Medizin e.V. im Auftrag des Vorstandes der AEM befasst. Zentrale Aspekte der Ethikkompetenz wurden konkret formuliert und die wesentlichen Konturen einer professionellen Ethik dargelegt. Die Empfehlungen der Sektion sind unter dem Titel „Zentrale Aspekte der Ethikkompetenz in der Pflege“ seit Oktober 2016 in der Zeitschrift Ethik in der Medizin publiziert.

Die Empfehlungen können bis Ende Januar kostenlos auf SpringerLink heruntergeladen werden (http://link.springer.com/article/10.1007/s00481-016-0415-7).

ZENTRALE ASPEKTE DER ETHIKKOMPETENZ IN DER PFLEGE

Das Papier der Sektion konkretisiert die Bedeutung und den Gegenstand der pflegeethischen Kompetenzen. Abschließend sind sechs zentrale Bildungsziele formuliert, wie zum Beispiel die Sensibilität für ethische Konfliktsituationen im pflegeberuflichen Handeln, aber auch die Empathiefähigkeit und die Fähigkeit zum interdis-ziplinären Perspektivenwechsel.

Ziel des Papiers ist es, eine übergreifende Orientierung für die Ausgestaltung und Entwicklung von Curricula und zukünftigen (Rahmen-)Lehrplänen zu bieten. Das Papier ermöglicht es, die geforderten Ethikkompetenzen zu erfassen und für die jeweilige Qualifizierungsmaßnahmen entsprechend zu konkretisieren.

„Die Sektion hat im Auftrag des Vorstandes der Akademie für Ethik in der Medizin einen wichtigen Beitrag zur Konkretion der Ethikkompetenzen von Pflegenden geleistet. Die Empfehlungen der Sektion bieten sowohl den Lehrenden in den Schulen und Hochschulen wie auch der Pflegepraxis eine konkrete Orientierung, um die geforderten Ethikkompetenzen im Ausbildungs- und Studienverlauf anzubahnen und zu vertiefen“, sagt Annette Riedel, Vizepräsidentin der Akademie für Ethik in der Medizin und Mitautorin der Empfehlungen.

Die Akademie für Ethik in der Medizin ist eine interdisziplinäre und interprofessionelle Fachgesellschaft für Medizinethik. Sie fördert den öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs über ethische Fragen in der Medizin, den Heilberufen und im Gesundheitswesen.


WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Akademie für Ethik in der Medizin e.V. (AEM)
Prof. Dr. Alfred Simon
Telefon 0551 / 39-9680, asimon1@gwdg.de
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