Presseinformationen

Presseinformation Nr. 147 vom 26. Oktober 2016

„Universitätsmedizin ist treibende Kraft für den medizinischen Fortschritt“.

Jahresempfang der UMG: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hält Festrede vor rund 500 Gästen. UMG-Vorstandssprecher Prof. Heyo K. Kroemer: Hochleistungen universitärer Medizin sind durch nichts ersetzbar und bedürfen stetiger Investitionen.


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Jahresempfang UMG: Festredner Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Foto: umg/spförtner


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Jahresempfang UMG: Prof. Dr. Heyo K. Kroemer (Sprecher des UMG-Vorstandes) begrüßt über 500 Gäste. Foto: umg/spförtner


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Jahresempfang UMG (v. l.): Rolf-Georg Köhler, Fritz Güntzler, Prof. Ulrike Beisiegel, Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Dr. Gabriele Andretta, Dr. Martin Siess, Dr.


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Jahresempfang an der Universitätsmedizin Göttingen: Rekordbesuch mit über 500 Gästen. Foto: umg/spförtner


(umg) Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe besuchte die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) am Dienstag, dem 25 Oktober 2016. Anlass war der Jahresempfang der UMG. Der Gesundheitsminister war Gastredner vor rund 500 hochrangigen Gästen aus Politik und Landesbehörden, Wissenschaftseinrichtungen und Universität, Gesundheitseinrichtungen, Wirtschaft, Kirchen, Ehrenamt sowie aus Führungskräften der UMG. Es ist die bislang höchste Zahl an Gästen bei einem Jahresempfang der Göttinger Universitätsmedizin.

In seiner Festrede sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: „Wir brauchen ein gut erreichbares und leistungsstarkes Krankenhausnetz mit einer klugen Arbeitsteilung zwischen ortsnaher Grundversorgung und Spezialisierung, etwa in Universitätskliniken. Die Universitätsmedizin ist mit ihrer einzigartigen Verbindung aus Forschung, Lehre und Anwendung eine treibende Kraft für den medizinischen Fortschritt und die bestmögliche Versorgung zum Wohle der Menschen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag bei der Bekämpfung der großen Volkskrankheiten, wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz. Zugleich hilft sie, die Situation von Menschen mit so genannten Seltenen Erkrankungen zu verbessern. Es ist ein großer Fortschritt, dass wir – wie hier in Göttingen – gerade an den Hochschulkliniken Zentren für Menschen mit Seltenen Erkrankungen haben.“

„QUO VADIS?“ UNIVERSITÄTSMEDIZIN

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes der UMG, stellte in seiner Jahresrede die Kernfrage „Quo vadis?“ Universitätsmedizin“. Die UMG wachse in allen ihren Kernbereichen. Ausbau der Forschung, Zuwachs bei den Studierenden, Wachstum in der Krankenversorgung. Rund 7.700 Beschäftigte versorgten 62.000 stationäre und über 176.000 ambulante Patienten. Mit 87 Prozent Bettenauslastung liege die UMG deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

DANK AN UMG-BESCHÄFTIGTE

Vorstandssprecher Prof. Kroemer dankte den 7.700 Beschäftigten der UMG für deren geleistete Arbeit: „Da wir in praktisch allen unseren Feldern Zuwächse zu verzeichnen hatten, dies aber mit nahezu dem gleichen Personal erreicht haben, bedeutet dies für alle Beschäftigten der UMG eine zunehmende Arbeitsversdichtung. Ich möchte allen Beschäftigten der UMG ausdrücklich und herzlich für Ihren extrem hohen Einsatz im vergangenen Jahr danken.“

UMG: WACHSTUM UND FORTSCHRITT

Als Beispiel für das enorme Wachstum an der UMG nannte Kroemer die Unfallchirurgie. Die Entwicklung bis zum Jahresende zeige, dass das Traumazentrum der UMG bundesweit die höchste Zahl an Schwerstverletzten versorge. Dies sei eine Rolle, die in dieser Form nur eine Universitätsmedizin wahrnehmen könne. „Wenn es die UMG nicht gäbe, würden diese Menschen nicht auf vergleichbarem Niveau versorgt“, so Kroemer.

Fortschritte sieht der UMG-Vorstandssprecher sowohl in der Grundlagenforschung wie in der angewandten klinischen Forschung. Mit dem neuen Forschungsgebäude BIN/DZNE konnte einer der Schwerpunkte in der UMG, die Neurowissenschaften, wesentlich weiter verstärken werden. Kroemer dankte ausdrücklich dem Land Niedersachsen für dessen Unterstützung bei diesem Bauvorhaben.

Auf einem erfolgreichen Weg sieht Kroemer in der Lehre die Kooperation mit der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen bei der Entwicklung des Gesundheitscampus Göttingen: „Hier ist es gelungen, innerhalb sehr kurzer Zeit neue Studiengänge zu etablieren. Sie werden im Bereich der Gesundheitsfachberufe dazu beitragen, die UMG als Arbeitgeber noch attraktiver zu machen und das Ausbildungsangebot in Göttingen ganz deutlich zu erweitern.“

UMG AN GRENZEN

Grenzen gesetzt werde der UMG allerdings, so Professor Kroemer, durch die veraltete Infrastruktur im Gebäudebestand. Kroemer äußerte sich kritisch zu den langwierigen Genehmigungsverfahren bei den großen Bauvorhaben der UMG: „Das Geld steht im Prinzip zur Verfügung. Dennoch sind wir bezüglich des Genehmigungsverfahrens nicht dort, wo wir eigentlich sein wollten. Die Zeitabläufe sind für ein Unternehmen im Wettbewerb unerträglich lang.“ Das Land habe dieses Defizit erkannt und Abhilfe auf den Weg gebracht. Schließlich stünde bei den beiden großen niedersächsischen medizinischen Hochschulen, UMG und MHH, ein dringender Investitionsbedarf von jeweils einer Milliarde Euro im Raum.

Kroemer appellierte an die politisch Verantwortlichen: „Ich sage es noch einmal in aller Deutlichkeit: Eine universitäre Medizin, von der man zu Recht in Forschung, Lehre und Krankenversorgung Höchstleistungen erwarten kann, und die durch nichts und niemanden ersetzbar ist, eine solche universitäre Medizin braucht kontinuierliche Investitionen, sonst hat sie keine Zukunft.“

UMG: WOHIN GEHT ES?

Die anstehenden Herausforderungen sieht UMG-Vorstandssprecher Heyo Kroemer in der Veränderung der demografischen Zusammensetzung der Bevölkerung. So gebe es einen nie dagewesenen Fortschritt in der Behandlung, der zum Teil auf technische Entwicklungen zurückzuführen ist, zum Teil aber auch darauf, dass es zunehmend besser gelingt, Ergebnisse der Grundlagenforschung in die Behandlung umzusetzen. „Eine solche Kombination von Alterung der Bevölkerung und massivem Fortschritt wird das bundesdeutsche Gesundheitssystem auf das Äu-ßerste herausfordern“, so Kroemer.

Um diese Aufgaben bewältigen zu können, werde die Göttinger universitäre Medizin viel enger als bisher mit anderen Versorgern in der Region zusammenarbeiten.

Kroemer zog als Fazit: Insgesamt sei die UMG auf eine enge Begleitung durch die Politik angewiesen, sowohl durch das Land Niedersachsen wie auch durch die Bundespolitik. Beide müssten der Universitätsmedizin die für ihre weitere Entwicklung notwendigen Werkzeuge an die Hand geben. „Wenn das passiert, wird sich die Göttinger Universitätsmedizin positiv weiter entwickeln.“

BUNDESGESUNDHEITSMINISTER GRÖHE BESUCHT KINDERKLINIK

Noch vor dem Jahresempfang informierte sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin über die Arbeit des „Zentrums für Seltene Erkrankungen“ und über die Kinderpalliativmedizin. Zudem tauschte sich Gröhe mit dem Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) über die Rahmenbedingungen für universitäre Medizin aus.

ZAHLEN ZUR UMG

Mit rund 7.800 Beschäftigten ist die UMG der größte Arbeitgeber in Südniedersachsen. Im Jahr 2015 wurden in 1.458 Betten etwa 62.000 Patienten stationär versorgt, die Bettenauslastung lag bei zirka 87 Prozent und damit bei einer Voll-auslastung. Zudem wurden in der UMG rund 176.000 Patienten ambulant behan-delt. In der Forschung konnten zirka 55 Millionen Euro an Drittmittelgeldern ein-werben. Etwa 3.800 Studierende lernen an der UMG in der Human- und Zahnmedizin sowie in den Studiengängen Molekulare Medizin und Cardiovascular Science. Der Betriebsaufwendungen der UMG lagen im Jahr 2015 bei insgesamt etwa 616 Millionen Euro.


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