Presseinformationen

Presseinformation Nr. 141 vom 20. Oktober 2016

Biobank an der UMG eröffnet

Neue Zentrale Serviceeinrichtung für Universitätsmedizin Göttingen. Moderner Kryoroboter für Biomaterialien fasst bis zu 2 Millionen kleine Röhrchen mit biologischen Proben. Rund 4 Mio. Euro Gesamtkosten.


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UMG-Biobank eröffnet: (v.l.) Rüdiger Eichel (MWK), Priv.-Doz. Sara Nußbeck (Leiterin der UMG Biobank), Prof. Dr. Heyo K. Kroemer (Sprecher des Vorstandes der UMG). Foto: umg/spförtner


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UMG-Biobank eröffnet: Priv.-Doz. Sara Nußbeck (Leiterin der UMG Biobank), erklärt den Gästen den Lagerungsroboter. Foto: umg/spförtner


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UMG-Biobank: Der Lagerungsroboter sucht aus rund 2 Millionen Probenröhrchen präzise die richtige Probe. Foto: umg/spförtner


(umg) Medizinische Forschung ist der Schlüssel zur besseren Erkennung und Behandlung von Krankheiten, wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen oder neurologischen Erkrankungen. Dafür sind Untersuchungen an menschlichen Biomaterialien wie Blut oder Gewebe von hoher Qualität unerlässlich. Die Spende von Biomaterial kann dazu einen entscheidenden Beitrag leisten.

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat ihre neu eingerichtete Zentrale Serviceeinrichtung UMG Biobank eröffnet. Sie ist niedersachsenweit die zweite zentrale Kliniksbiobank. Die UMG Biobank bewahrt Biomaterialien nach höchsten Qualitätsstandards unter Berücksichtigung ethischer und rechtlicher Richtlinien zentral für die Forschung auf. Zukünftig können so komplexe krankheitsbezogene Zusammenhänge besser verstanden werden. In der UMG-Biobank arbeitet ein Team von neun Personen. Die UMG-Biobank mit dem Roboter und den zugehörigen Versorgungseinrichtungen, Laboren und Büros hat insgesamt rund vier Millionen Euro gekostet. Sie wurde größtenteils aus UMG-Eigenmitteln finanziert sowie mit rund 800.000 Euro aus dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK).

Bei der Eröffnung sagte Priv.-Doz. Dr. Sara Y. Nußbeck, Leiterin der UMG Biobank: „Mit der neuen UMG Biobank unterstützen wir in erster Linie die Forschung an der UMG. Zudem sind wir auch Serviceeinrichtung und Dienstleister für andere Institute und Einrichtungen am Wissenschaftsstandort Göttingen Campus, in der gesamten Region und für die Industrie.“

Rüdiger Eichel, Leiter der Abteilung Forschung und Innovation im Ministerium für Wissenschaft und Kultur, sagte: „Neue medizinische und ethischen Standards: Das sind die Vorteile der neuen Biobank für Wissenschaft und Patienten in Göttingen. Mehr noch: Im deutschen Netzwerk Biobanken ist sie Teil einer vielversprechenden bioinformatischen Forschungsgruppe.“

„Für die UMG ist der Start der Biobank ein wichtiges Ereignis und führt zu einem klaren Standortvorteil sowohl für die Forschung als auch für die Krankenversorgung. Sie hilft uns, gerade im Bereich der Volkskrankheiten neueste Erkenntnisse zu gewinnen und in die medizinische Praxis umzusetzen“, so Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes der UMG und Vorstand Forschung und Lehre.

HOCHMODERNES ROBOTERSYSTEM FÜR DIE PROBENLAGERUNG

Kernstück der Anlage ist ein moderner Kryoroboter für Biomaterialien: Er fasst bis zu zwei Millionen kleine Röhrchen mit biologischen Proben wie Blut, Urin, Speichel, oder Gewebe und konserviert diese bei minus 80 Grad Celsius für viele Jahre. Der Roboter bewahrt das Biomaterial nachvollziehbar auf und kann dieses jederzeit wieder für Analysen hervorholen. Die Temperatur der Biomaterialien wird während ihrer Lagerung ununterbrochen überwacht und dokumentiert, so dass dem Forscher Materialien von höchster Qualität zur Verfügung stehen. Durch den Zugriff auf diese nach höchsten Qualitätsstandards und unter Berücksichtigung ethischer und rechtlicher Richtlinien zentral vorgehaltenen Proben und den dazugehörigen Daten werden Wissenschaftler komplexe krankheitsbezogene Zusammenhänge besser verstehen und damit die personalisierte Medizin weiterentwickeln können.

Auf einer Fläche von rund 240 Quadratmetern stehen drei große Stickstofftanks jeweils mit einer Höhe von 1,70 Meter und einem Durchmesser von 1,50 Meter. Darin lagern bei einer Temparatur von bis zu minus 190 Grad Celsius jeweils rund 600.000 Proben in der Gasphase von flüssigem Stickstoff. In jedem Tank befindet sich am Boden ein See von rund 300 Liter flüssigem Stickstoff. Die drei Tanks und die Notkühlung des Kryoroboters sind direkt an einen Stickstoffaußentank angeschlossen und werden von diesem Außentank automatisiert befüllt. Der Außentank kann mit bis zu 8.400 Liter Stickstoff gefüllt werden. Der Füllstand wird automatisch überwacht.

WEM HILFT EINE BIOMATERIALSPENDE?

Eine Spende von Biomaterialien hilft zukünftig Erkrankten, besser behandelt wer-den zu können, da mit Biomaterial die Erforschung verschiedener Krankheiten wie zum Beispiel Alzheimer, Krebs, Multiple Sklerose etc. ermöglicht wird.

Biomaterialien können von Forschern innerhalb und außerhalb der UMG für ihre Forschungszwecke angefragt werden. Mit der Analyse von Biomaterialien, die qualitätsgesichert in einer Biobank gelagert werden, können zukünftig komplexe krankheitsbezogene Zusammenhänge schneller und einfacher verstanden werden. Dadurch sind Krankheiten für nachfolgende Generationen leichter diagnostizier- und heilbar.

Die gespendeten Biomaterialien sind zu jeder Zeit vor Zugriff gesichert. Die dazugehörigen medizinischen Daten werden nach den jeweils geltenden Datenschutzgesetzen in verschlüsselter Form gespeichert und an Forscher weitergegeben.

Über die jeweilige Freigabe der Materialien und der zugehörigen Daten entscheidet die zuständige Ethikkommission der UMG und ein speziell eingerichtetes Herausgabekomitee der UMG Biobank.

WIE LÄUFT EINE SPENDE AB?

Im Rahmen der Behandlung werden zu diagnostischen und therapeutisch notwendigen Zwecken Biomaterialien entnommen und untersucht. Nach Abschluss aller notwendigen Untersuchungen werden die verbleibenden Materialien nur mit Zustimmung des Patienten in die UMG Biobank überführt und nicht, wie sonst im Normalfall, sachgerecht entsorgt. Diese vom Patienten gespendeten Materialien sind für die Forschung von unschätzbarem Wert und werden mit den dazugehöri-gen Daten qualitätsgesichert gelagert.

Die UMG Biobank zählt zu den zehn vom Bundesministerium für Bildung und For-schung (BMBF) geförderten Standorten im Rahmen der Deutschen Biobankenallianz. Darin wird ein Verbund deutscher Biobank-Standorte unterstützt, der von der Kontakt- und Vermittlungsstelle für Biomaterialbanken (GBN) koordiniert werden soll.


WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Zentrale Serviceeinrichtung Biobank
Priv.-Doz. Dr. Sara Y. Nußbeck
Telefon 0551 / 39-65701, sara.nussbeck@med.uni-goettingen.de

Unternehmenskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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