Presseinformationen

Presseinformation Nr. 129 vom 30. September 2016

Forschungspreis für Dermatologen der UMG

Forscher der UMG für Erforschung eines neuen Therapieprinzips gegen Schuppenflechte ausgezeichnet. 8.000 Euro Preisgeld.


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Prof. Dr. Margarete Schön.
Foto: La Roche-Posay


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Susann Forkel.
Foto: La Roche-Posay


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Prof. Dr. Michael P. Schön.
Foto: umg


(umg) Susann Forkel, Prof. Dr. Margarete Schön und Prof. Dr. Michael P. Schön aus der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sind für ihre Forschung zur Behandlung der Schuppenflechte mit dem diesjährigen ROSA Forschungspreis Psoriasis ausgezeichnet worden. Der mit 8.000 Euro dotierte „Research on Skin-Dryness Award“ wird alle zwei Jahre für Forschungsarbeiten verliehen, die richtungsweisend für die Pathogenese, Prävention oder Therapie krankhaft trockener Haut sind. Die Verleihung fand im Juli 2016 im Rahmen der Münchner Fortbildungswoche für Praktische Dermatologie statt. Das Preisgeld wurde von der Firma La Roche-Posay gestiftet.

Die Wissenschaftler der UMG haben in Zusammenarbeit mit Priv.-Doz. Dr. Kerstin Danker, Institut für Biochemie von der Charité – Universitätsmedizin Berlin, ein neues Therapieprinzip gefunden, das künftig zum Einsatz bei Patienten mit Schuppenflechte der anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen weiter entwickelt werden könnte. Die Forschungsergebnisse sind veröffentlicht im Journal of Investigative Dermatology.

Originalpublikation: Forkel S, Schön M, Hildmann A, Claßen A, John SM, Danker K, Schön MP. Inositoylated platelet-activating factor (Ino-C2-PAF) modulates dynamic lymphocyte-endothelial cell interactions and alleviates psoriasis-like skin inflammation in two complementary mouse models. J Invest Dermatol. 2014 Oct; 134(10):2510-20. doi: 10.1038/jid.2014.170.

In ihrer Arbeit konnten die Forscher feststellen, dass das von einem natürlichen Botenstoff abgeleitete Ino-C2-PAF, einer Modifikation des Plättchen-aktivierenden Faktors (PAF), wichtige Schritte der Entzündung hemmen kann. So wird durch die neue Substanz die Aktivierung von Blutgefäßen, durch welche Entzündungszellen in die erkrankte Haut oder andere Gewebe gelangen können, unterdrückt. Dadurch werden Entzündungsmechanismen in einem sehr frühen Stadium gehemmt. Die Wissenschaftler konnten darüber hinaus zeigen, dass dieses Prinzip der Entzündungshemmung auch in lebenden Organismen funktioniert: Mäuse mit einer Schuppen-flechte-ähnlichen Hautentzündung konnten erfolgreich behandelt werden.

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, an der etwa zwei Prozent der Bevölkerung leiden. Damit gehört die Psoriasis zu den „Volkskrankheiten“, die zu erheblichen Beeinträchtigungen der Patienten sowie großen Belastungen des Gesundheitssystems führen.


WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Prof. Dr. Michael P. Schön
Telefon 0551 / 39-66400
michael.schoen@med.uni-goettingen.de



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