Presseinformationen

Presseinformation Nr. 094 vom 08. Juli 2016

Nachruf auf Universitätsprofessor Dr. Eckehard Kanzow

Früherer Leiter der ehemaligen Abteilung Arbeits- und Sportphysiologie am Universitätsklinikum Göttingen im 90. Lebensjahr verstorben.


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Universitätsprofessor Dr. Eckehard Kanzow. Foto: privat


(umg) Universitätsprofessor Dr. med. Eckehard Kanzow, langjähriger Leiter der ehemaligen Abteilung Arbeits- und Sportphysiologie im einstigen Zentrum Interdisziplinäre Einrichtungen am Universitätsklinikum Göttingen, ist am 25. Juni 2016 im 90. Lebensjahr verstorben. Prof. Kanzow leitete die zunächst im Physiologischen Institut angesiedelte Abteilung Umweltphysiologie und später in „Arbeits- und Sportphysiologie“ umbenannte Abteilung im Zentrum Interdisziplinäre Einrichtungen am Universitätsklinikum Göttingen von 1969 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1991.

Die Universitätsmedizin Göttingen trauert um einen engagierten und erfolgreichen Wissenschaftler und begeisterten Lehrer. Die Universitätsmedizin Göttingen wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.  

Prof. Dr. Eckehard Kanzow war in den 1970er und 1980er Jahren vor allem mit Fragen zur Umwelt-, Arbeits- und Sportphysiologie befasst. Dazu gehörten arbeits- und belastungsphysiologische Untersuchungen zur Erforschung von Umwelteinflüssen auf vegetative und somatische Funktionen unter besonderer Berücksichtigung emotionaler und intentionaler Faktoren. In tierexperimentellen Untersuchungen erforschte er unter anderem Umwelteinflüsse auf den Hirnkreislauf und Hirnstoffwechsel. Durch große methodische Anstrengungen eröffnete er schon in den 1960er Jahren neue Wege zur Erforschung der Hirnrindendurchblutung unter physiologischen Bedingun-gen. Wissenschaftliche Schwerpunkte lagen unter anderem auf messtechnischen Fragen des Blutkreislaufs, Fragen der Herzdurchblutung, Einflüssen von Pharmaka auf den Koronarkreislauf sowie auf Untersuchungen der Gehirndurchblutung.

Als Experte für Arbeits- und Sportphysiologie engagierte sich Prof. Kanzow insbesondere in der Lehre „Sportmedizin“ am Institut für Sportwissenschaften der Universität Göttingen und betreute zahlreiche Promotionen, die sich mit sportartspezifischen physiologischen Belastungen und Beanspruchungen in unterschiedlichen Sportarten befassten. Bis Mitte der 1990er Jahre organisierte und leitete Prof. Kanzow mehr als zwanzig Jahre lang für den Niedersächsischen Sportärztebund den bundesweit größten jährlich stattfindenden Kongress zur Aus- und Weiterbildung von Sportmedizinern auf Langeoog.

Prof. Dr. Eckehard Kanzow wurde am 4. September 1926 in Cottbus geboren. Schon während des Studiums der Humanmedizin in Göttingen führte ihn sein Weg zur Physiologie. Im Mai 1951 bekam er von Hermann Rein die Gelegenheit, im Göttinger Physiologischen Institut an Arbeiten über die pharmakologische Beeinflussbarkeit und Innervation der Gefäße des Skelettmuskels teilzunehmen. 1953 erfolgte die Bestellung als Arzt. Bis Ende 1956 arbeitete Eckehard Kanzow vor allem am Physiologischen Institut über Probleme der Herzgenetik und des Koronarkreislaufes. In dieser Zeit wurde er mit einer Arbeit über ein von ihm entwickeltes methodisches Verfahren zur Messung der Koronardurchblutung ohne Thorakotomie mittels Stromuhrkatheters promoviert. Ein Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Herbst 1957 nutzte er für umfangreiche Untersuchungen über „Beziehungen der Großhirnrindenvasomotorik zur Arousal-reaction“. Eine Reihe wichtiger Befunde über den Zusammenhang zwischen der Hirnrindendurchblutung, der EEG-Aktivität und dem Verhalten von Versuchstieren bildeten die Grundlage für seine Habilitation an der Medizinischen Fakultät mit dem Titel „Die Vasomotorik der Hirnrinde in ihrer Beziehung zur EEG-Aktivität und zum Verhalten“, mit der er im Februar 1962 die Lehrbefugnis für das Fach Physiologie erlangte. Bis zu seiner Ernennung zum Professor und Vorsteher der damals neu eingerichteten Abteilung für Umwelt-Physiologie am Physiologischen Institut im Jahr 1969 absolvierte Eckehard Kanzow jedes Jahr einen weiteren akademischen Schritt vom Oberassistenten über die Ernennung zum Universitäts-Dozent bis zur außerplanmäßigen Professur.


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