Presseinformationen

Presseinformation Nr. 087 vom 15. Juni 2016

DenkBAR: „Viren machen nicht nur krank: (un)heimliche Helfer in der Hirnforschung“

„DenkBAR“ – das Göttinger Neuroforum zum MitDenken, MitReden, MitStreiten. Dienstag, 21. Juni 2016, ab 20:00 Uhr im Kulturcafé Apex.


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Plakat Denkbar 21-06-2016

(cnmpb/umg) Grippe, Herpes, Tollwut – diese und viele andere Krankheiten werden durch Viren verursacht. Wie es mit moderner Molekularbiologie gelingt, z.B. Schnupfenviren so umzufunktionieren und einzusetzen, dass die Kommunikation von Nervenzellen im Gehirn sichtbar gemacht und studiert werden kann, das ist das Thema der nächsten „DenkBAR“. Das Diskussionsforum des Göttinger DFG-Forschungszentrums und Exzellenzclusters für Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB) findet statt am Dienstag, dem 21. Juni 2016, um 20:00 Uhr im Kulturcafé Apex in der Burgstraße 46. Prof. Dr. Jochen F. Staiger und Dr. Sebastian Kügler, beide von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), referieren und stellen sich der Diskussion mit dem Publikum.   

DenkBAR – das Göttinger Neuroforum zum MitDenken, MitReden, MitStreiten
„Viren machen nicht nur krank: (un)heimliche Helfer in der Hirnforschung“
Kulturverein APEX, Burgstraße 46
20:00 Uhr
Eintritt frei. Eine Anmeldung wird empfohlen.
Über das Apex: 0551 / 44771 oder info@apex-goe.de
Über das CNMPB: heike.conrad@med.uni-goettingen.de

Das Gehirn ist ein hochspezialisiertes Netzwerk aus Milliarden von Nervenzellen, die in ständiger Kommunikation miteinander stehen. Welche Nervenzellen das sind, ist eine uralte Frage in der Hirnforschung. Erst seit den Fünfzigerjahren bestehen überhaupt die Möglichkeiten, dieser Frage methodisch auf den Grund zu gehen. Zum Einsatz kamen zunächst Enzyme oder Fluoreszenzfarbstoffe, deren Auflösung und Spezifität allerdings begrenzt ist. Aus der Medizin ist bekannt, dass einige Viren dazu neigen, speziell das Nervensystem zu befallen und entlang von Nervenbahnen zu wandern. Dazu zählen beispielsweise die Erreger von Tollwut und Herpes, deren Einsatz allerdings tödlich für Nervenzellen ist.

Seit die moderne Molekularbiologie die gezielte Anpassung einzelner Gene erlaubt, ist es Wissenschaftlern gelungen, Viren so zu „entschärfen“, dass sie völlig ungefährlich sind. Sie können an Nervenzellen entlang wandern und diese mit genetisch kodierten Farbstoffen füllen, ohne sie wesentlich zu schädigen. Auf diesem Weg gelingt es beispielsweise, ganz gezielt die Verbindungen zwischen Nervenzellen sichtbar zu machen und zu analysieren, aber auch, sie zu manipulieren. Was das für die moderne Hirnforschung bedeutet, wird in der DenkBAR diskutiert.

DIE DISKUSSIONSTEILNEHMER

Prof. Dr. Jochen F. Staiger ist Direktor des Instituts für Neuroanatomie der Universitätsmedizin Göttingen. Zusammen mit seinem Team untersucht er das Gehirn als „Organ“ für die bewusste Wahrnehmung von Sinnesreizen, zielgerichtete Motorik, Lernen und Gedächtnis. Außerdem beschäftigt er sich mit der Identifizierung von Störfaktoren, die das Gehirn krank machen.

Dr. Sebastian Kügler ist Wissenschaftler im neurologischen Labor der Klinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Göttingen. Zu den zentralen Themen seiner Forschungsarbeit gehört die Untersuchung von Degenerations- und Regenerations-prozessen im erwachsenen Nervensystem. Seine Erkenntnisse sollen dazu beitragen, neuroprotektive Strategien zur Behandlung verschiedener Erkrankungen des Gehirns zu entwickeln. Dr. Kügler ist außerdem Experte für die Forschung mit Adeno-Assoziierten Viren (AAV).

Die DenkBAR wurde 2006 vom DFG-Forschungszentrum Molekularphysiologie des Gehirns ins Leben gerufen. Die DenkBAR bietet der interessierten Öffentlichkeit ein Forum, um Wissenswertes über aktuelle Themen aus den modernen Neurowissenschaften zu erfahren und mit Experten zu diskutieren. In zwangloser Atmosphäre informieren Wissenschaftler über ein Thema. Anschließend stellen sie sich der Diskussion und den Fragen des Publikums. Das bewährte Motto ist: Querdenken gefragt, Einmischen erwünscht!


WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Exzellenzcluster und DFG-Forschungszentrum Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB)
Dr. Heike Conrad
Telefon 0551 / 39-7065, Fax: 0551 / 39-91246
heike.conrad@med.uni-goettingen.de
www.cnmpb.de



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