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Presseinformation Nr. 074 vom 24. Mai 2016

DenkBAR: Das ist ja die Höhe! Von Doping, EPO und Lernen...

„DenkBAR“ – das Göttinger Neuroforum zum MitDenken, MitReden, MitStreiten. Dienstag, 31. Mai 2016, ab 20:00 Uhr im Kulturcafé Apex.


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(cnmpb/umg/mpiem) Im Sport verpönt, für die Wissenschaft ein großer Hoffnungsträger: Wie sich Dopingmittel, wie das körpereigene Erythropoietin (kurz: „EPO“), unter anderem zum Nutzen von Patienten mit Erkrankungen des Gehirns einsetzen lässt, ist Thema der nächsten „DenkBAR“. Das Diskussionsforum des Göttinger DFG-Forschungszentrums und Exzellenzclusters für Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB) findet statt am Dienstag, dem 31. Mai 2016, um 20:00 Uhr im Kulturcafé Apex. Prof. Dr. Dr. Hannelore Ehrenreich (Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin) und Prof. Dr. Dörthe Katschinski (Universi-tätsmedizin Göttingen) berichten über die erstaunlichen Zusammenhänge zwischen hohen Bergen, Doping im Ausdauersport und die Nutzbarmachung von Erythropoietin für Menschen mit verschiedenen Erkrankungen des Gehirns. Darüber hinaus zeigen sie die Mechanismen auf, wann und wie körpereigenes EPO im menschlichen Gehirn wirkt, und was durch eine EPO-Behandlung nachgeahmt wird.

DenkBAR – das Göttinger Neuroforum zum MitDenken, MitReden, MitStreiten
„Das ist ja die Höhe! Von Doping, EPO und Lernen...“
Dienstag, 31. Mai 2016, 20:00 Uhr
Kulturverein APEX, Burgstraße 46
Eintritt frei. Eine Anmeldung wird empfohlen.
Über das CNMPB: Telefon 0551 / 39-7065 oder heike.conrad@med.uni-goettingen.de
Über das Apex: direkt oder Telefon 0551 / 44771.

Der Eiweißstoff Erythropoietin (EPO) wurde ursprünglich als blutbildender Wachstumsfaktor entdeckt. EPO fördert die Bildung der roten Sauerstoff-transportierenden Blutkörperchen (Erythrozyten) – daher sein Name. Seit geraumer Zeit weiß man jedoch, dass dieser Name nur die halbe Wahrheit ist: EPO wirkt in vielen anderen Organen als potenter Wachstumsfaktor, so vor allem im Gehirn und im Herzen. Die Wirkung von EPO auf das Nervensystem ist stammesgeschichtlich älter als die Wirkung auf das Blut. Sie tritt bereits bei Insekten auf, die noch keine Blutbildung aufweisen. Praktisch in allen Geweben besteht jedoch ein wichtiger Zusammenhang zwischen EPO und der Sauerstoffversorgung von Zellen. Niedrige Sauerstoffgehalte (Hypoxie) stimulieren die EPO-Produktion und damit Zellwachstum und -funktion. Diese Eigenschaft wird illegal im Leistungssport ausgenutzt, um Muskeln besser mit Sauerstoff zu versorgen. Doch EPO feuert nicht nur Muskeln an, sondern spornt auch das Gehirn zu Höchstleistungen an. Daher gilt das Mittel seit einigen Jahren als vielversprechender Kandidat für neuroprotektive (Nervenzellen schützende) Behandlungsstrategien bei menschlichen Hirnerkrankungen.

DIE DISKUSSIONSTEILNEHMERINNEN
Prof. Dr. Dr. Hannelore Ehrenreich ist Professorin für Neurologie und Psychiatrie und Leiterin der Abteilung Klinische Neurowissenschaften am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin. Schwerpunkt ihrer Arbeiten sind die molekularen und zellulären Grundlagen neuropsychiatrischer Erkrankungen. Dabei liegt ihr Fokus auf Mechanismen der Neuroprotektion und Neuroregeneration bei akuten und chronischen Hirnerkrankungen.

Prof. Dr. Dörthe M. Katschinski ist Direktorin des Instituts für Herz- und Kreislaufphysiologie und stellvertretende Vorsitzende des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen. Ihre Forschungsarbeiten konzentrieren sich vornehmlich auf die Entschlüsselung der molekularen Mechanismen des zellulären Sauerstoffsensings und die Fehlregulation bei der Entstehung von Herzinsuffizienz.

Die DenkBAR wurde 2006 vom DFG-Forschungszentrum Molekularphysiologie des Gehirns ins Leben gerufen. Die DenkBAR bietet der interessierten Öffentlichkeit ein Forum, um Wissenswertes über aktuelle Themen aus den modernen Neurowissenschaften zu erfahren und mit Experten zu diskutieren. In zwangloser Atmosphäre informieren Wissenschaftler über ein Thema. Anschließend stellen sie sich der Diskussion und den Fragen des Publikums. Das bewährte Motto ist: Querdenken gefragt, Einmischen erwünscht!

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Exzellenzcluster und DFG-Forschungszentrum Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB)
Dr. Heike Conrad
Telefon 0551 / 39-7065, Fax: 0551 / 39-91246
heike.conrad@med.uni-goettingen.de
www.cnmpb.de



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