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Presseinformation Nr. 046 vom 12. April 2016

Neurologe der UMG erhält Hans-Berger-Preis

Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) ehrt Prof. Walter Paulus, Direktor der Klinik für Klinische Neurophysiologie der UMG, für sein Lebenswerk. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.


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Hans-Berger-Preis 2016 für Prof. Dr. Walter Paulus, Direktor der Klinik für Klinische Neurophysiologie der UMG. Foto: umg


(umg) Prof. Dr. Walter Paulus, Direktor der Klinik für Klinische Neurophysiologie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), wurde im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) mit dem Hans-Berger-Preis für sein Lebenswerk geehrt. Der Hans-Berger-Preis ist der wichtigste Preis der Fachgesellschaft, der alle drei Jahre vergeben wird. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Professor Paulus hat den Preis für seine Verdienste bei der nicht-invasiven Hirnstimulation erhalten. Hierbei handelt es sich um den Einsatz kurzer Magnetimpulse, die die Hirnfunktion beeinflussen können. Alternativ kommen schwache Stromfelder zum Einsatz, die abhängig von physikalischen Parametern ebenfalls plastische Veränderungen im Gehirn bewirken können und z.B. in der Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Die moderne nicht-invasive Gleichstromstimulationstechnik geht auf eine Arbeit aus der Göttinger Universitätsmedizin aus dem Jahr 2000 zurück. Seither entstanden weltweit mit dieser Technik über 2.500 wissenschaftliche Veröffentlichungen. Die UMG zählt hier zu den weltweit führenden Wissenschaftsstandorten auf dem Gebiet der transkraniellen Hirnstimulation. Seit 1998 findet eine der wichtigsten internationalen Konferenzen zur transkranialen Hirnstimulation bereits zum vierten Mal in Göttingen statt: im September diesen Jahres die 6th International Conference on Transcranial Brain Stimulation 2016. Zu Prof. Paulus weiteren Forschungsgebieten gehören Erkrankungen wie Epilepsie, Morbus Parkinson, Restless Legs Syndrom. Er hat über 540 Fachartikel in internationalen Zeitschriften veröffentlicht.

Während seiner Ausbildung zum Facharzt für Neurologie an der Universitätsklinik Düsseldorf verbrachte Walter Paulus als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sechs Monate am National Hospital for Neurology and Neurosurgery in London. Nach seiner Habilitation 1987 an der Ludwig-Maximilians Universität München wurde er 1992 als Direktor der Klinik für Klinische Neurophysiologie an die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) berufen. Prof. Paulus ist derzeit Chairman des European Chapters der Internationalen Föderation für Klinische Neurophysiologie.

Prof. Paulus teilt sich die diesjährige Auszeichnung der DGKN mit Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

HANS-BERGER-PREIS

Der Hans-Berger-Preis ist ein seit 1960 von der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung vergebener Lebenswerk-Preis, der nach dem Entdecker des Elektroenzephalogramms, dem Neurologen Hans Berger benannt ist. Der Preis wird für langjähriges und umfassendes wissenschaftliches Wirken auf dem Gebiet der theoretischen oder klinischen Neurophysiologie verliehen. Der Hans-Berger-Preis ist der wichtigste Preis der Fachgesellschaft und wird alle drei Jahre vergeben.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Klinische Neurophysiologie
Prof. Dr. Walter Paulus
Telefon 0551 / 39-66650
wpaulus@med.uni-goettingen.de



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