Presseinformationen

Presseinformation Nr. 041 vom 24. März 2016

Copernicus Preis 2016 der DFG für UMG-Biochemiker

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zeichnet Prof. Dr. Peter Rehling für seine Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit aus. Der Preis ist mit 200.000 Euro dotiert.


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Deutscher Preisträger des „Copernicus-Preis“ 2016: Prof. Dr. Peter Rehling. Foto: umg/hzg


(umg) Prof. Dr. Peter Rehling, Direktor des Instituts für Zellbiochemie der Universitätsmedizin Göttingen, und Prof. Dr. Agnieszka Chacinska vom International Institute of  Molecular and Cell Biology in Warschau, erhalten den Copernicus-Preis 2016. Der Preis wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stiftung für polnische Wissenschaft (FNT) für Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Wissenschaft vergeben. Die Auszeichnung ist mit 200.000 Euro dotiert und geht zu gleichen Teilen an beide Preisträger. Die Preisverleihung findet am 7. Juni 2016 in Warschau statt. Der Copernicus-Preis wird 2016 zum sechsten Mal verliehen.

Die gemeinsame Jury von DFG und FNP sprach dem Wissenschaftlerduo den Preis für ihre „Pionierarbeit“ auf dem Feld der molekularen Zellbiologie zu. Ihre Forschungen, so die Begründung der Jury weiter, hätten zu neuem Grundwissen über den gezielten Transport von Proteinen innerhalb von Zellen geführt. Ihre Arbeiten rund um den Mechanismus, durch den Proteine in die Mitochondrien, also Zellorganellen, eingeschleust werden, prägen das Verständnis von der Biogenese der Mitochondrien bis heute. Die Wissenschaftler, Prof. Dr. Peter Rehling und Prof. Dr. Agnieszka Chacinska, verbindet eine langjährige Kooperation, aus der bereits zahlreiche gemeinsame Publikationen hervorgegangen sind.

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes der UMG und Dekan der Medizinischen Fakultät, sagt: „Der Copernicus-Preis der DFG hat grundsätzlich das gesamte wissenschaftliche Fächerspektrum im Blick. Umso mehr freuen wir uns über die Ehre, dass die DFG mit dem diesjährigen Copernicus-Preis die medizinische Forschung und hier mit Prof. Rehling einen Grundlagenforscher der Göttinger Universitätsmedizin gemeinsam mit seiner Tandempartnerin aus Warschau auszeichnet. Wir wissen um die hohe Bedeutung des Copernicus-Preises gerade auch bei dessen Würdigung der Leistungsstärke gemeinsamer deutsch-polnischer Wissenschaftsarbeit. Für die UMG bestätigt diese Auszeichnung zugleich, weiterhin intensiv die international ertragreiche und bewährte Forschungskooperation zwischen Göttingen und Warschau zu unterstützen.“

Prof. Dr. Peter Rehling hat seit dem Jahr 2007 eine Professur für Biochemie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) inne und leitet das Institut für Zellbiochemie. Seit 2016 ist er Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs „Transportmaschinen und Kontaktstellen zellulärer Kompartimente“ (SFB 1190). In seiner Forschung befasst sich Prof. Rehling mit Mitochondrien, die eine zentrale Rolle für den zellulären Stoffwechsel spielen. Prof. Rehling und sein Forscherteam untersuchen, wie Proteine von außen in die Mitochondrien transportiert werden und dort solche Proteine treffen, die in den Mitochondrien selbst hergestellt werden. Diese Arbeiten zielen darauf zu verstehen, wie Störungen in von Mitochondrienfunktionen zu schweren Erkrankungen des Nervensystems und des Herzens führen.

Für seine Arbeit erhielt der UMG-Zell-Biochemiker bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Annual Award (Habilitationspreis) der Wissenschaftlichen Gesellschaft der Universität Freiburg, den Young Investigator Award der Deutschen Gesellschaft für Biochemie und Molekulare Biologie (GBM) sowie im Jahr 2013 den ERC Advanced Investigator Grant „Mitochndrial translational regulation coupled to respiratory chain assembly and protein transort“ (MITRAC). Seit dem Jahr 2010 ist Prof. Rehling als Research-Fellow am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen assoziiert.

Schwerpunkt seiner Forschung sind die molekularen Mechanismen, durch die Proteine in die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, importiert werden. Die Göttinger Forscher analysieren die Regulierung der Proteinsynthese in den mitochondrialen und versuchen insbesondere zu verstehen, wie sich die mitochondrialen Proteinsynthese an die Anforderungen der Zelle anpassen kann. Die Tatsache, dass zwei Ge-nome Proteine kodieren, die das mitochondriale Proteom bilden, führt zu der Frage, wie Protein-Komplexe aus Untereinheiten von dualem genetischen Ursprung in Funktionseinheiten zusammengesetzt werden. Dieser Aspekt seiner Arbeit hat Prof Rehling zur Analyse von Modellsystemen für mitochondriale Erkrankungen geführt. Prof Rehling und sein Team wollen herausfinden, warum mitochondriale Erkrankungen eine überraschende Gewebespezifität trotz eines systemischen genetischen Defekts aufweisen.

Zusammen mit seiner polnischen Kollegin Prof. Dr. Agnieszka Chacinska vom International Institute of Molecular and Cell Biology in Warschau hat Prof. Dr. Peter Rehling grundlegende Untersuchungen zur Biogenese mitochondrialer Proteine durchgeführt. Seit dem Jahr 2001 arbeiten beide Wissenschaftler eng zusammen, um mit biochemischen und genetischen Methoden die grundlegenden Mechanismen des Proteintransportes in Mitochondrien zu entschlüsseln. Dabei haben sie in zahlreichen Publikationen wichtige Schritte der Transportprozesse analysieren können.

COPERNICUS-PREIS
Mit dem Copernicus-Preis zeichnen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Stiftung für die polnische Wissenschaft (FNP) zusammen alle zwei Jahre jeweils einen polnischen und einen deutschen Wissenschaftler für herausragende Verdienste um die deutsch-polnische wissenschaftliche Kooperation aus. Das Preisgeld von 200.000 Euro, das die DFG und die Stiftung für die polnische Wissenschaft zu gleichen Teilen aufbringen, erhalten die Preisträger jeweils zur Hälfte. Die Preisträger können das Geld für alle wissenschaftlichen Vorhaben nutzen, die die beiden Organisationen mit ihren Programmen zur Förderung vorsehen. Wünschenswert ist eine weitere Intensivierung der Kooperation.

Die Auswahl der Preisträger trifft ein Auswahlgremium aus sechs Wissenschaftlern, von denen jeweils drei in Deutschland und drei in Polen tätig sein sollen. Die Vertreter aus Deutschland werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die Vertreter aus Polen von der Stiftung für die polnische Wissenschaft für jeweils vier Jahre berufen. Auf deutscher Seite erfolgt die Ernennung der Juroren durch das Präsidium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Preisverleihung erfolgt ab-wechselnd in Polen und in Deutschland.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Institut für Zellbiochemie
Prof. Dr. Peter Rehling
Telefon 0551 / 39-5947
peter.rehling@medizin.uni-goettingen.de



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