Presseinformationen

Presseinformation Nr. 037 vom 16. März 2016

Sterbefasten: Göttinger medizin-ethische Studie ausgezeichnet

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin zeichnet Publikation von Göttinger Medizinethikern als beste Originalarbeit der „Zeitschrift für Palliativmedizin“ im Jahr 2015 aus.


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Erst-Autorin der ausgezeichneten Publikation: Nina Luisa Hoekstra. Doktorandin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen. Foto: privat


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Senior-Autor der ausgezeichneten Publikation: Prof. Dr. Alfred Simon, wissenschaftlicher Leiter der Akademie für Ethik in der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen. Foto: privat


(umg) Für ihre Untersuchung zur „Bewertung des freiwilligen Verzichts auf Nahrung und Flüssigkeit durch palliativmedizinisch und hausärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte“ sind die Göttinger Forscher Nina Luisa Hoekstra, Priv.-Doz. Dr. Micha Strack und Prof. Dr. Alfred Simon von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ausgezeichnet worden. Ihre Studie erhielt den Preis als beste Originalarbeit der „Zeitschrift für Palliativmedizin“ für das Jahr 2015. Die Arbeit stellt die Ergebnisse einer bundesweiten Befragung vor, die im Rahmen des Promotionsprojekts von Nina Luisa Hoekstra am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen durchgeführt wurde. Die Verleihung des Preises erfolgte durch den DGP-Präsidenten Prof. Dr. Lukas Radbruch während der Wissenschaftlichen Arbeitstage der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin am 12. März 2016 in Erlangen.

Der Preis wird seit 2014 von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin gemeinsam mit dem Thieme Verlag gestiftet und würdigt herausragende Publikationen, die sich durch methodische Integrität und Originalität auszeichnen.

ZUR AUSGEZEICHNETEN ARBEIT

Der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF, auch „Sterbefasten“) stellt für Patienten mit einer unheilbaren Krankheit oder einer sogenannten infausten Prognose eine legale Möglichkeit dar, ihr Leben selbst bestimmt zu beenden. In der aktuellen Debatte gibt es unterschiedliche Positionen, wie der FVNF und die ärztliche Begleitung hierbei rechtlich einzuordnen und ethisch zu bewerten ist. Für die Göttinger Studie wurden bundesweit Ärzte mit einer Weiterbildungsermächtigung in Palliativmedizin oder Allgemeinmedizin mittels Fragebogen und anhand von Fallvignetten befragt. Ziel war es, die Rolle des FVNF im Kontext der palliativmedizinischen Patientenversorgung darzulegen und zu erfahren, wie FVNF durch palliativ-medizinisch und hausärztlich tätige Ärzte bewertet wird.

Originalpublikation: Bewertung des freiwilligen Verzichts auf Nahrung und Flüssigkeit durch palliativmedizinisch und hausärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte. Ergebnisse einer empirischen Umfrage. N. L. Hoekstra, M. Strack, A. Simon. Z Palliativmed 2015; 16(02): 68-73. DOI: 10.1055/s-0034-1387571

DIE AUTOREN

Nina Luisa Hoekstra ist Ärztin und Doktorandin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen.
Priv.-Doz. Dr. Micha Strack arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Universität Göttingen.
Prof. Dr. Alfred Simon ist wissenschaftlicher Leiter der Akademie für Ethik in der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen.

 

WEITERE INFORMATIONEN
Prof. Dr. phil. Alfred Simon (Geschäftsführer)
Akademie für Ethik in der Medizin
Humboldtallee 36, 37073 Göttingen
Telefon 0551 / 39-9680, Fax: 0551 / 39-33996
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