Presseinformationen

Presseinformation Nr. 026 vom 23. Februar 2016

Helmut-Bauer-Nachwuchspreis 2015 für MS-Forschung verliehen

Der mit 10.000 Euro dotierte Forschungspreis geht zu gleichen Teilen an zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen: Dr. Sarah Laurent und Dr. Franziska Thaler aus München.


Thaler_Franziska_Dr
Preisträgerin des Helmut-Bauer-Nachwuchspreises 2015 an der UMG: Dr. Fran-ziska Thaler, Institut für Klinische Neuroimmunologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München. Foto: privat


Laurent_Sarah_Dr
Preisträgerin des Helmut-Bauer-Nachwuchspreises 2015 an der UMG:Dr. Sarah Laurent, Institut für Klinische Neuroimmunologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München. Foto: privat


(umg) Bereits zum zwölften Mal hat die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) den Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose (MS)-Forschung vergeben. Der Preis des Jahres 2015 geht zu gleichen Teilen von jeweils 5.000 Euro an zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen der Neuroimmunologie. Mit der Prämierung der Arbeiten von Dr. Franziska Thaler und Dr. Sarah Laurent honoriert die Jury Forschungsergebnisse, die zur Entdeckung eines neuen biologischen Prinzips zur Regulation von B-Zellen mit direkter Bedeutung für die Multiple Sklerose (MS) geführt haben. Beide Nachwuchswissenschaftlerinnen sind zurzeit tätig am Institut für Klinische Neuroimmunologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die Preisverleihung fand statt am 10. Februar 2016 während der 26. Multiple-Sklerose-Lecture an der UMG. Veranstalter ist das Institut für Neuropathologie in Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie und dem Institut für Multiple-Sklerose-Forschung (IMSF) der UMG. Das Preisgeld für den Helmut-Bauer-Nachwuchsförderpreis für Multiple Sklerose-Forschung stiftet die Firma Biogen.

Die Multiple Sklerose ist die häufigste Autoimmunerkrankung des Gehirns und Rückenmarks, die bereits im jungen Erwachsenenalter zur Behinderung führen kann. Verschiedene Zellen des Immunsystems sind an der Bildung der typischen Schädigungen in Gehirn und Rückenmark beteiligt. Sogenannte B-Lymphozyten oder kurz B-Zellen stehen dabei in den letzten Jahren zunehmend im Mittelpunkt der Multiple-Sklerose-Forschung. Therapien, die die B-Zellen im peripheren Blut entfernen, haben sich für die Behandlung der Multiplen Sklerose als äußerst wirksam erwiesen.

Die beiden Preisträgerinnen, Dr. Sarah Laurent und Dr. Franziska Thaler, haben sich in ihren Arbeiten im Detail mit dem Überleben von B-Zellen beschäftigt und die Regulation und Aktivierung von B-Zellen bei der Multiplen Sklerose weiter aufgeklärt. Das Überleben der B-Zellen wird durch drei Rezeptoren und zwei Liganden reguliert. Dr. Hoffmann und Dr. Laurent konnten in ihren Untersuchungen zur Regulation dieser Rezeptoren und Liganden lösliche Komponenten dieser Rezeptoren als potentielle Biomarker für die Erkrankung MS aufzeigen. Sie fanden heraus, dass die löslichen Rezeptoren im Nervenwasser (Liquor) von MS-Patienten erhöht sind und mit der Immunglobulinproduktion im Liquor korrelieren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche löslichen Rezeptoren als Biomarker für die Beteiligung von B-Zellen bei der MS eine Rolle spielen.

DIE PREISTRÄGERINNEN UND IHRE ARBEITEN

Die 30-jährige Preisträgerin Dr. Franziska Thaler und die 31-jährige Preisträgerin Dr. Sarah Laurent sind derzeit beide als Postdoktorandinnen am Institut für Klinische Neuroimmunologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig.

Dr. Franziska Thaler (geb. Hoffmann) erhielt den Preis für ihre Arbeit zum Thema “The lmmunoregulator Soluble TACI ls Released by ADAM 10 and Reflects B Cell Activation in Autoimmunity“. Die Studie ist im Februar 2015 im amerikanischen Journal of Immunology erschienen und entstand unter der Leitung von Prof. Dr. Edgar Meinl.

Originalarbeit: Hoffmann FS, Kuhn PH, Laurent SA, Hauck SM, Berer K, Wendlinger SA, Krumbholz M, Khademi M, Olsson T, Dreyling M, Pfister HW, Alexander T, Hiepe F, Kümpfel T, Crawford HC, W ekerle H, Hohlfeld R , Lichtenthaler SF, Meinl E. The lmmunoregulator Soluble TACI ls Released by ADAM 10 and Reflects B Cell Activation in Autoimmunity. J lmmunol . 2015, 194:542-552.

Dr. Sarah Laurent erhielt den Preis für ihre Arbeit zum Thema “y-secretase directly sheds the survival receptor BCMA from plasma cells“. Die Studie ist im Juni 2015 im Journal Nature Communications erschienen und entstand ebenfalls unter der Leitung von Prof. Dr. Edgar Meinl.

Originalarbeit: Laurent SA, Hoffmann FS, Kuhn P-H, Cheng Q, Chu Y, Schmidt-Supprian M, Hauck SM, Schuh E, Krumbholz M, Rübsamen H, Wanngren J, Khademi M, Olsson T, Alexander T, Hiepe F, Pfister H-W , Weber F, Jenne D, Wekerle H, Hohlfeld R, Lichtenthaler SF, Meinl E. y-secretase directly sheds the survival receptor BCMA from plasma cells . Nat.Commun. 2015, 6 :7333

Der Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose-Forschung ist nach dem ehemaligen Direktor der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Göttingen benannt. Prof. Dr. Helmut Bauer war von 1963 bis 1980 an der Neurologischen Klinik tätig. Der international bedeutende Neurologe und Multiple Sklerose-Forscher gilt als Mentor der deutschen Multiple Sklerose-Forschung nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Nachwuchspreis würdigt Forschungsarbeiten über die Ursachen und neue Behandlungsstrategien bei Multipler Sklerose. Allen Bewerbungen liegen wissenschaftliche Publikationen in international anerkannten neurowissenschaftlichen Fachzeitschriften zugrunde. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wird von der Firma Biogen Idec aus Ismaning gestiftet.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Direktor des Instituts für Neuropathologie
Prof. Dr. Wolfgang Brück, Telefon 0551 / 39-22700
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
neuropat@med.uni-goettingen.de



© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de


Übersicht