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Presseinformation Nr. 017 vom 04. Februar 2016

Universitätsmedizin Göttingen erfolgreich im bundesweiten Professorinnenprogramm II

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Gleichstellungskonzept der UMG mit Professorinnenprogramm.


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Anja Lipschik, Gleichstellungs-
beauftragte UMG. Foto: umg


(umg) Im Wettbewerb um die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern ausgeschriebene Förderung von Professorinnen hat die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) im Professorinnenprogramm II mit ihrem Gleichstellungskonzept erfolgreich abgeschnitten. Die UMG konnte für fünf Jahre insgesamt 625.000 Euro einwerben. Dabei finanziert der Bund mit 375.000 Euro 50 Prozent einer W2-Professur. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit 250.000 Euro an den gleichstellungsfördernden Maßnahmen, zu deren Finanzierung sich die UMG aus den frei werdenden Mitteln verpflichtet hat. Der Zeitraum für die Bewilligung beträgt fünf Jahre. Unabhängig von oben genannten Förderungen fließen zusätzlich aus dem VW-Vorab-Programm „Professorinnen für Niedersachsen“ 270.000 Euro als Anschubfinanzierung in die W2-Professur.

Die Bewilligung der Gelder wurde gekoppelt an die Verpflichtung der UMG, gleichstellungsfördernde Maßnahmen in Höhe von 750.000 Euro umzusetzen. Eine Voraussetzung dafür war die positive Begutachtung des Gleichstellungskonzepts der UMG. Aus diesem geht hervor, wie und an welcher Stelle Maßnahmen umgesetzt werden müssen, um den Anteil an Frauen dort zu erhöhen, wo sie unterrepräsentiert sind. In der Medizin gibt es unter den Studierenden mit 64 Prozent einen hohen Anteil an Studentinnen, in der Spitze – also unter den W3-Professuren - betrug der Frauenanteil im Jahr 2014 je-doch nur 13,8 Prozent.

Das bundesweite Programm hat das Ziel, den Frauenanteil unter den Professuren an deutschen Hochschulen zu erhöhen. An der UMG gab es im Jahr 2010 6,8 Prozent Frauen, die eine W3-Professur inne hatten, im Jahr 2014 waren es 13,8 Prozent. Absolut waren es 2014 neun Frauen mit einer W3-Professur und acht Frauen mit einer W2-Professur. Insgesamt gab es im Jahr 2014 109 Professorinnen und Professoren an der UMG.

„Mit dieser Förderung werden wir doppelt ausgezeichnet. Zum einen würdigt das Professorinnenprogramm die Gleichstellungsarbeit der Göttinger Universitätsmedizin. Zum anderen bestätigt es unsere stetigen Bemühungen, Frauen für die Spitzenforschung zu rekrutieren“, sagt Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstands der UMG und Dekan der Medizi-ischen Fakultät.

Die UMG hat mit der Ruferteilung an Prof. Dr. Simone Scheithauer auf die W2-Professur für Krankenhaushygiene und Infektiologie die Voraussetzung für die Förderung einer Re-gelprofessur geschaffen. Durch diese Förderung werden an der UMG Finanzmittel frei, die nun über einen Zeitraum von fünf Jahren in die Gleichstellung investiert werden müssen. „Da wir in den letzten Jahren intensiv gearbeitet und neue Maßnahmen geplant haben, freue ich mich sehr über diese Gelder und die damit verbundenen Möglichkeiten der Umsetzung. Sie tragen dazu bei, dass strukturelle Angebote über einen längeren Zeitraum geschaffen werden können“, so Anja Lipschik, Gleichstellungsbeauftragte der UMG.

Schwerpunkt bleibt die Gewinnung von Frauen für die Wissenschaft und in Leitungspositionen. Anja Lipschik sagt: „Deshalb kommt der Post-Doc Phase eine besondere Bedeutung zu. Finanzielle Forschungsförderung allein reicht nicht aus. Es braucht Karriereberatung, bessere Planbarkeit von Karrierewegen, Netzwerke als institutionelle Struktur, effizientere Forschungsförderung und mehr Anstrengung im Vorfeld bei Berufungsverfahren sowie deren Analyse und Dokumentation, um mehr Frauen zu gewinnen.“ Im Januar 2016 hat aus den frei werdenden Mitteln im Gleichstellungsbüro Ruth Sandforth als wissenschaftliche Mitarbeiterin auf einer halben Stelle begonnen, die Themen aktiv anzugehen. Weitere Mittel gehen in die Vergabe von Dorothea-Schlözer- und Heidenreich-von-Siebold-Stipendien.

Der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und einem Kulturwandel hin zu einer familienfreundlicheren Wissenschaft gilt das zweite Augenmerk bei den gleichstellungsför-dernden Maßnahmen. Seit November ist die UMG zertifiziert nach dem Audit „berufundfamilie“. Über 50 Maßnahmen wurden formuliert, die in den nächsten drei Jahren umgesetzt werden sollen. Nina Vogel koordiniert als wissenschaftliche Mitarbeiterin ab 1. Februar 2016 mit einer halben Stelle im Gleichstellungsbüro der UMG die Umsetzung dieser Maßnahmen. So wird in diesem Jahr erstmals ein „Vereinbarkeitspreis“ ausgelobt. Mit diesem Preis sollen Anstrengungen einzelner Führungskräfte und Leitungen gewürdigt werden, die besonders gute strukturelle oder Einzelfall-Lösungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie umgesetzt haben. Darüber hinaus wird im Gleichstellungsbüro Expertise und Beratung bei Fragen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeboten. Für Studierende soll ein Familienabschlussstipendium angeboten werden.

Die UMG war bereits im Professorinnenpgrogramm I mit ihrem Gleichstellungskonzept erfolgreich. Das damals als gleichstellungsfördernde Maßnahme finanzierte Mentoring-Programm ist an der UMG inzwischen nachhaltig verstetigt, die Erfahrung mit der Förderung durch das Professorinnenprogramm ist positiv.

DAS PROFESSORINNENPROGRAMM
Die mit einer Förderung ausgezeichneten Hochschulen gelten aufgrund der Bewertung als besonders herausragende Vorbilder für chancengerechte wissenschaftliche Einrichtungen und erhalten nach erfolgter Berufung von hochqualifizierten Forscherinnen eine Förderung für bis zu drei Professorinnen. Das Professorinnenprogramm wird gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern finanziert. Ziel ist es, langfristige Perspektiven für wissenschaftliche Karrieren von Frauen an Hochschulen zu schaffen.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Gleichstellungsbeauftragte
Anja Lipschik
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
Telefon 0551 / 39-9335
anja.lipschik@med.uni-goettingen.de



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