Presseinformationen

Presseinformation Nr. 009 vom 22. Januar 2016

Lymphgefäß-Forscher erhält Jacob-Henle-Medaille

Auszeichnung der Medizinischen Fakultät zum Abschluss des Akademischen Jahres 2015/2016: Jacob-Henle-Medaille für Prof. Dr. Kari Kustaa Alitalo, M.D., Ph.D.. Freitag, 29. Januar 2016, 14:30 Uhr, Hörsaal 552, Uniklinikum Göttingen.


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Prof. Dr. Kari Alitalo, M.D., Ph.D., Direktor des Translational Cancer Biology Research Program an der Universität Helsinki. Foto: privat


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Verleihung der Jacob Henle-Medaille 2015: (v.l.) Prof. Dr. H. Kroemer, Preisträger Prof. Dr. K. Alitalo, Laudator Prof. Dr. J. Wilting. Foto: umg


(umg) Die Medizinische Fakultät der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) verleiht ihre höchste jährliche Auszeichnung zum Abschluss des Akademischen Jahres 2015/2016 an einen der bedeutendsten europäischen Forscher auf dem Gebiet der Tumor- und Zellbiologie: Die Jacob-Henle-Medaille geht an Prof. Dr. Kari Kustaa Alitalo, M.D., Ph.D., Direktor des Translational Cancer Biology Research Program an der Universität Helsinki. Prof. Alitalo erhält die Auszeichnung für seine Verdienste auf dem Gebiet der molekularen Lymphangiogeneseforschung. Die feierliche Verleihung findet statt am Freitag, dem 29. Januar 2016, um 14:30 Uhr im Hörsaal 552 des Universitätsklinikums Göttingen. Die Laudatio hält Prof. Dr. Jörg Wilting, kommissarischer Direktor des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der UMG. Im Anschluss daran spricht Prof. Alitalo zum Thema „Translational insights to vascular growth factors“.  

Verleihung der Jacob-Henle-Medaille
an Prof. Dr. Kari Kustaa Alitalo, M.D., Ph.D.
Translational Cancer Biology Research Program, Biomedicum Helsinki,
University of Helsinki
Freitag, 29. Januar 2016, 14:30 Uhr
Hörsaal 552, Universitätsklinikum Göttingen
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen

Medienvertreter sind herzlich eingeladen!

Prof. Dr. Kari Kustaa Alitalo gilt als der Vater der molekularen Ära der Lymphgefäßforschung. Erst die Entdeckung der Wachstumsfaktoren VEGF-C und VEGF-D und des entsprechenden Rezeptors VEGFR-3 durch das Labor von Prof. Alitalo eröffneten neue und molekulare Möglichkeiten, das spezialisierte Gefäßsystem funktionell und translational zu untersuchen. Bis dahin ließen sich Lymphgefäße nur mittels morphologischer Techniken auf makroskopischer und mikroskopischer Ebene untersuchen. Als Spezialist auf dem Gebiet der Wachstumsfaktoren und Tyrosin-Kinase Rezeptoren erforschte Prof. Alitalo die molekularen Charakteristika von Lymphgefäßen und wichtige Details zur Behandlung von Erkrankungen dieses Gefäßsystems. Er klonierte und charakterisierte als erster FGFR4, Bmx und Csk Tyrosin-Kinasen sowie den ersten endothelzellspezifischen Rezeptor Tie1. Er entdeckte lymphendothelspezifische Proteine, die das Wachstum und den Erhalt lymphatischer Gefäßnetze induzieren und kontrollieren. Diese Proteine sind heute die Basis für neue, molekulare Therapien, die zurzeit in klinischen Studien getestet werden.

Fragen nach der Kontrolle der Entwicklung des Gefäßsystems bei Embryonen, bei Gefäßfehlbildungen und bei Krebserkrankungen bestimmen die wissenschaftliche Arbeit von Prof. Alitalo. Sein zentrales Forschungsinteresse liegt auf den molekularen Interaktionen zwischen vaskulären Endothelzellen und ihrem lokalen Milieu. Dabei setzt Prof. Alitalo bewusst auf eine translationale biomedizinische Forschung: Die Ergebnisse seiner Forschung sollen möglichst schnell den Patienten zugute kommen. Die Translation seiner Arbeiten könnten neue Möglichkeiten zur Behandlung von Patienten eröffnen, die an Lymphödemen und ihren Folgeerkrankungen, an vaskulären Verschlusserkrankungen oder Tumoren leiden.

Prof. Alitalo ist einer der bedeutendsten europäischen Forscher auf dem Gebiet der Tumor- und Zellbiologie. Dafür stehen aktuell 575 gelistete, internationale Publikationen, über 62.000 Zitationen und mehr als 400 eingeladene Vorträge bei interna-tionalen Kongressen. Er erhielt eine große Anzahl hochrangiger Auszeichnungen, so unter anderem den A.H. Heineken Preis für Medizin (Niederlande), den Prix Leopold Griffuel (Frankreich), den InBev-Baillet Latour Health Prize (Belgien) sowie den Louis-Jeantet Preis für Medizin (Schweiz). Prof. Alitalo ist im Editorial Board hochrangiger wissenschaftlicher Journale tätig und Mitglied im Beratungsausschuss vieler Stiftungen auf den Gebieten der vaskulären Biologie und der Krebsbehandlung. Er ist Mitglied der Academy of Europe, der Finnish Academy of Science and Letters, der European Academy of Tumour Immunology, der Swedish Royal Academy of Sciences und auswärtiges Mitglied der U.S. National Academy of Sciences.

Prof. Dr. Kari Kustaa Alitalo, M.D., Ph.D., wurde am 21. Mai 1952 in Kuopio, Finnland, geboren. Er studierte Medizin an der Universität Helsinki, wo er auch promoviert wurde. Während seiner Zeit als Postdoc arbeitete er unter anderem am Department of Microbiology and Immunology der Universität California in San Francisco, USA, im Labor der Nobelpreisträger J. Michael Bishop und Harold E. Varmus. Von 1986 bis 2012 war Dr. Alitalo als Professor in verschiedenen Funktionen an den Universitäten Turku und Helsinki und am Finnish Cancer Institute in Helsinki tätig. Seit 1993 hat Prof. Alitalo die Position eines Akademie Professors des Forschungsrats für Gesundheit der Akademie von Finnland inne. Darüber hinaus ist er seit 2013 als Direktor am Wihuri Research Institute, Helsinki, sowie als Direktor des Translational Cancer Biology Research Program an der Universität Helsinki tätig. 2014 wurde er außerdem zum Direktor am Centre of Excellence in Translational Cancer Biology der Akademie von Finnland an der Universität Helsinki und der Universität Turku ernannt.

Die Jacob-Henle-Medaille wird von der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen seit 1988 jährlich für herausragende, medizinisch bedeutende wissenschaftliche Leistungen vergeben. Mit der Verleihung der Medaille erinnert die Medizinische Fakultät an den Göttinger Anatomen und Physiologen Friedrich Gustav Jacob Henle (1809 bis 1885). Henle forschte und lehrte 33 Jahre in Göttingen. Nach ihm wurde die "Henle Schleife" benannt, ein spezieller Abschnitt im Tubulus-System der Niere (Röhrchensystem zur Harnaufbereitung).

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