Presseinformationen

Presseinformation Nr. 002 vom 05. Januar 2016

Medizinethische Gedanken über visuelle Kampagnen für Organspende und Sterbehilfe. Vortrag.

Öffentlicher Vortrag zu visuellen Botschaften medizinethischer Themen. Mittwoch, 13. Januar 2016, 14:00 Uhr, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen, Humboldtallee 36.


(umg) Sind Menschen moralisch verpflichtet, ihren Körper nach dem Tod zur Organentnahme freizugeben? Welche moralischen Rahmenbedingungen sind bei Fragen der Sterbehilfe verbindlich? Die Antworten auf diese Fragen werden in der heutigen Mediengesellschaft durch öffentliche Gesundheitskampagnen, z.B. in Form von Plakaten, mitgeprägt. Die Designer solcher Bilder greifen in diesen Prozess ein, indem sie visuelle Botschaften aufgreifen oder sie neu etablieren.

In seinem Vortrag „Feldzüge für Leben und Tod. Moral- und designphilosophische Überlegungen zur Gestaltung von Kampagnen für Organspende und Sterbehilfe“ untersucht Prof. Dr. Gerhard Schweppenhäuser die Aussagen von Anzeigenkampagnen und Internet-Inszenierungen. Mit Hilfe spezifischer Analysemethoden der Bildbetrachtung fragt er nicht nur nach expliziten moralischen Aussagen, sondern auch nach dem latenten Gehalt der Kampagnen. So geht er der Frage nach, was in den einzelnen Kampagnen „gesagt“ wird und inwiefern die Art und Weise einer Aussage ethisch relevant ist. Der Ansatz von Prof. Schweppenhäuser ermöglicht es, mediale Wunsch- und Angstbilder unter kulturellen und sozialen Aspekten methodisch nachvollziehbar zu deuten und ethisch zu bewerten.  

Prof. Dr. Gerhard Schweppenhäuser von der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg spricht am Mittwoch, dem 13. Januar 2016, um 14:00 Uhr im Seminarraum, Humboldtallee 36. Der Vortrag ist eine Veranstaltung des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin (Direktorin: Prof. Dr. Claudia Wiesemann) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und wird von Dr. Katharina Beier, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, organisiert.

ÖFFENTLICHER VORTRAG
„Feldzüge für Leben und Tod. Moral- und designphilosophische Überlegungen zur Gestaltung von Kampagnen für Organspende und Sterbehilfe“
Prof. Dr. Gerhard Schweppenhäuser, Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg
Mittwoch, 13. Januar 2016, 14:00 bis 15:30 Uhr

Seminarraum, Ethik und Geschichte der Medizin, Humboldtallee 36, 37075 Göttingen

Prof. Dr. Gerhard Schweppenhäuser ist Professor für Design, Kommunikations- und Medientheorie an der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg. Gemeinsam mit Sven Kramer gibt er die Zeitschrift für kritische Theorie heraus. Schweppenhäuser studierte Philosophie, Germanistik und Erziehungswissenschaft. An seine Promotion im Fach Philosophie schlossen sich Lehr- und Forschungstätigkeiten in Deutschland und im internationalen Raum an. Schweppenhäuser habilitierte sich 2001 mit einer Arbeit zum Universalismusproblem in der modernen Moralphilosophie. Seither forscht er intensiv im Bereich der Bild- und Kulturtheorie. Sein letztes Forschungsprojekt „Kommunikationsdesign und Ethik" wurde 2012 von der Fritz-Thyssen-Stiftung gefördert.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Dr. Katharina Beier, Telefon 0551 / 39-4184
Humboldtallee 36, 37073 Göttingen
katharina.beier@medizin.uni-goettingen.de



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