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Presseinformation Nr. 208 vom 03. Dezember 2015

Forschung für den Patienten: Else Kröner Memorial-Stipendium für „klinische Forscherin“ aus der Chirurgie

Junge Ärztin der Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG mit Else Kröner Memorial-Stipendium ausgezeichnet. Rund 220.000 Euro Förderung für zwei Jahre erlauben volle Konzentration auf Forschungsvorhaben.


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Stipendiatin: Dr. Lena-Christin Conradi, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Universitätsmedizin Göttingen. Foto: privat


(umg) Dr. Lena-Christin Conradi, Ärztin in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), ist Else Kröner Memorial-Stipendiatin. Dr. Conradi setzte sich mit zwei weiteren Wissenschaftlern in einem Auswahlverfahren unter 25 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern durch. Mit diesen Stipendien werden ausgezeichneten „Clinician Scientists“ eine zweijährige, intensive Forschungsphase ermöglicht. Conradi kann sich nun zwei Jahre lang außerhalb des klinischen Betriebes auf ihr Forschungsvorhaben konzentrieren. Sie erhält dafür ein Stipendium von bis zu 220.000 Euro. 

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung sagt dazu: „Medizinischer Fortschritt entsteht dort, wo der Wunsch des Arztes, seinen Patienten noch besser als bisher möglich zu helfen, und grundlegende Erkenntnisse über die Krankheit zusammentreffen. Dr. Lena-Christin Conradi zeichnete sich aufgrund ihrer bisherigen klinischen und wissenschaftlichen Erfolge wie auch hinsichtlich der wissenschaftlichen Qualität ihres geplanten Projektes aus.“ Dr. Conradi stellt sich seit Jahren neben ihren klinischen Verpflichtungen auch den drängenden Forschungsfragen aus ihrem Fach.

DR. LENA-CHRISTIN CONRADI: STIPENDIATIN AUS DER UMG

Dr. Lena-Christin Conradi, Ärztin in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie (Direktor: Prof. Dr. Michael Ghadimi) der UMG, arbeitet zum Thema: „Metabolische Deregulation von Endothelzellen im metastasierenden Kolorektalen Karzinom lassen sich für neue, zielgerichtete therapeutische Ansätze nutzen“. Sie hat sich in wissenschaftliche Fragestellungen eingearbeitet, hoch-moderne Labortechniken erlernt, zum Teil selbst weiter entwickelt und beantwortet klinisch relevante Fragen.

Für Chirurgen ist es oft schwierig, neben dem vom OP-Plan vorgegebenen, meist an Überstunden reichen klinischen Dienst in der Krankenversorgung zusätzliche zeitliche Freiräume für ihre Forschung zu schaffen. Dr. Lena-Christin Conradi hat bereits im Rahmen einer onkologisch orientierten Doktorarbeit Interesse an der Forschung gefunden und in den vergangenen fünfeinhalb Jahren ihrer Weiterbildung zur Chirurgin translationale Forschungsprojekte verfolgt.

Die Aufnahme in das Göttinger Else Kröner-Fresenius Forschungskolleg (www.forschungskolleg-crc.med.uni-goettingen.de) 2014 ermöglichte Dr. Conradi einen Forschungsaufenthalt in der international renommierten Arbeitsgruppe von Prof. Peter Carmeliet in Leuven (Belgien, www.vrc-lab.be). Dort hat Dr. Conradi sich mit den Besonderheiten der in Tumoren neu entstehenden Blutgefäße bzw. deren Endothelzellen befasst. Sie hat durch die Untersuchung des Stoffwechsels dieser Zellen einen Ansatzpunkt gefunden, der möglicherweise dazu dienen kann, die tumoreigenen Blutgefäße für neue zielgerichtete Therapien zugänglich zu machen. Dieser Frage wird die Stipendiatin auch in den kommenden zwei Jahren in parallelen experimentellen und klinischen Ansätzen nachgehen. Dr. Lena-Christin Conradi freut sich auf die Möglichkeit, in einem international führenden Labor forschen zu können: „Von der Forschungszeit, die ich im Rahmen des Else Kröner Memorial-Stipendiums im Carmeliet-Lab in Belgien verbringen werde, erhoffe ich mir vor allen Dingen, viel Neues zu lernen, um anschließend neben der Klinik auch weiterhin relevante wissenschaftliche Fragestellungen bearbeiten zu können“, sagt Dr. Conradi.

Seit 2002 werden die Else Kröner Memorial-Stipendien regelmäßig an forschende Kliniker verliehen, denen es gelingt, parallel zur Patientenversorgung international beachtete Forschungsergebnisse zu erarbeiten. „In den Reihen ehemaliger Stipendiaten finden sich führende Universitätsprofessoren und international namhafte clinician scientists“, sagt Priv.-Doz. Dr. Susanne Schultz-Hector, Mitglied des Vorstandes der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS).

Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt außerdem medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Bis heute hat die Stiftung rund 1.460 Projekte mit einem Gesamtvolumen von über 230 Millionen Euro gefördert.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Dr. Lena-Christin Conradi, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, UMG
Telefon 0551 / 39-10480
lena.conradi@med.uni-goettingen.de

Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS)
Mitglied des Vorstandes
Priv.-Doz. Dr. Susanne Schultz-Hector
Postfach 1852, 61352 Bad Homburg / Germany
Telefon 06172 / 897510
Kontakt@ekfs.de
www.ekfs.de



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