Presseinformationen

Presseinformation Nr. 206 vom 30. November 2015

Hirntumore bei Kindern noch besser erforschen

Verein „Menschen für Kinder e.V.“ spendet rund 39.000 Euro für Forschungsprojekt der Kinderkrebsstation des Universitätsklinikums Göttingen. Zusätzlich noch einen Wagen voller Geschenke für die Kinder.


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Freuen sich über die mitgebrach-
ten Geschenke: Prof. Christof Kramm
(Leiter Abteilung Pädiatrische Hämatologie
und Onkologie UMG), Jasper-Elis Kohl
mit Vater Dennis Kohl. Foto: umg


(umg) In Deutschland erkranken jährlich 550 Kinder und Jugendliche an einem Hirntumor. Damit gehören diese Erkrankungen nach Leukämien zu den zweithäufigsten Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen überhaupt. Einige der Hirntumore bei Kindern sind leider immer noch nicht heilbar, hier besteht ein großer Forschungsbedarf. Der Verein „Menschen für Kinder e.V.“ aus Mittelhessen unterstützt die Forschungsarbeit auf diesem Gebiet in der Kinderonkologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). 38.900 Euro hat er der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG (Direktorin: Prof. Dr. Jutta Gärtner) als Spende übergeben. Zugute kommt die Spendensumme dem Forschungsprojekt „Untersuchung der genetischen Hintergründe besonders aggressiver kindlicher Hirntumore, um neue, optimierte Therapien zu ermöglichen“.

Zusätzlich zur Geldspende hatten Dieter Greilich, Jens Hebstreit und Norbert Schmidt, Vorstandsmitglieder des Vereins „Menschen für Kinder e.V.“, einen Handwagen voller weiterer Geschenke mitgebracht. Diese verteilten sie an die Kinder auf der Kinderkrebsstation 4031 des Universitätsklinikums in Göttingen.

„Das Spendengeld ist durch verschiedene Aktionen in diesem Jahr zusammengekommen. Hauptaktion ist unsere jährliche Fahrradtour mit 500 Teilnehmern. Die Anmeldegebühr, das „Sattelgeld“, wird als Spende weitergegeben. Dazu bekommen wir bei den Stopps in einzelnen Städten von ortsansässigen Firmen weitere Spenden. Insgesamt haben wir in diesem Jahr rund 134.000 Euro gesammelt“, so Norbert Schmidt, Schriftführer des Vereins. Dieter Greilich, 1. Kassenwart „Menschen für Kinder e.V.“, sagt: „Wir haben alle Einnahmen geteilt und an Kliniken in Leipzig, Berlin und Göttingen gespendet. In der Kinderonkologie der Uniklinik Göt-tingen sorgen wir mit unserer Spende dafür, dass das Forschungsvorhaben von Professor Kramm und seinem Team weitergehen kann“, so Greilich. Der mittelhessische Verein mit Sitz in Braunfels an der Lahn unterstützt seit über 25 Jahren die Belange von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen im gesamten Bundesgebiet.

DAS FORSCHUNGSPROJEKT
Besonders Kinder mit einem Hirnstammtumor, dem sogenannten Ponsgliom, sterben leider noch immer fast alle innerhalb von zwei Jahren nach Diagnosestellung an ihrer Tumorerkrankung. Hier haben jahrzehntelange Bemühungen in der Forschung noch zu keinem entscheidenden Durchbruch geführt. Seit kurzem gibt es jedoch Hoffnung: Bei diesen bisher unheilbaren Hirntumoren konnte eine fast einzigartige genetische Veränderung in Genregulationsbereichen („Histon-Mutationen“) nachgewiesen werden. Diese Histon-Mutationen können zu weitreichenden Veränderungen in den Tumorzellen auf der Ebene der Genregulation führen und damit möglicherweise den besonders aggressiven Tumortyp bedingen.

„In dem Forschungsvorhaben wollen wir untersuchen, welchen genauen Einfluss die spezifischen Histon-Mutationen auf das Wachstums- und Metastasierungsverhalten der Tumorzellen haben“, sagt Prof. Dr. Christof Kramm, Leiter der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG. „Wir wollen sehen, ob hier bestimmte genregulatorische Proteinkomplexe eine so wichtige Rolle spielen, dass neuartige Medikamente, die hier angreifen, das Tumorwachstum und die Tumorausbreitung aufhalten können. Die großzügige Spende und Unterstützung von Menschen für Kinder e. V. macht uns diese Untersuchungen erst möglich. Dafür sind wir sehr dankbar.“ Das aktuelle Forschungsprojekt könnte entscheidend mithelfen, um für die bisher unheilbaren Ponsgliome einen neuen Behandlungsansatz zu entwickeln, der sich die genetischen Beson-derheiten dieses Tumortyps zunutze macht.

Das Projekt wird von Prof. Kramm und Dr. Maria Wiese, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Experimentelle Pädiatrische Neuroonkologie der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der UMG, koordiniert.

zu Bild 1: Übergabe von Spende und Geschenken auf der Station 4031: (v. l.): Norbert Schmidt (Verein Menschen für Kinder), Janina Ruperti mit Tochter Carolina (9 Monate), Dr. Jan Edler (Arzt, Kinderkrebsstation 4031), Prof. Christof Kramm (Leiter Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie UMG), Dieter Greilich (Verein Menschen für Kinder), Dr. Maria Wiese (Pädiatrische Hämatologie und Onkologie), Kristin Klemmt mit Antonio Berger (11 Jahre), Jens Hebstreit (Verein Menschen für Kinder), Jasper-Elia Kohl mit Bobby-Car (4 Jahre). Foto: umg

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin - Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Prof. Dr. Christof Kramm, Telefon 0551 / 39-66202
paedonko@med.uni-goettingen.de



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