Presseinformationen

Presseinformation Nr. 194 vom 20. November 2015

Großes Herz für kleine Herzen: Kinderherzklinik benötigt „Baby-Spule“. Spendenaktion startet!

„Baby-Spule“ kann Diagnostik für die Kleinsten im Echtzeit-MRT deutlich verbessern. Kinderherzklinik benötigt 45.000 Euro für klinisches Forschungsvorhaben. UMG ruft zu Spenden auf.


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Spende für die Kinderherzklinik (v.l.):
Dr. Michael Steinmetz (Oberarzt Kinder-
herzklinik UMG), Tanja Otto (Institut für Diag-
nostische und Interventionelle Radiologie
UMG), bereiten die Untersuchung vor.


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Spenden benötigt: die Baby-
Spule: Dr. Michael Steinmetz (Ober-
arzt Klinik für Pädiatrische Kardiologie
und Intensivmedizin der UMG) zeigt
das Spezialgerät. Foto: umg


(umg) „Großes Herz für kleine Herzen“ – mit diesem Motto startet ein Spendenprojekt für die Kinderherzklinik der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Gespendet werden kann für ein besonderes Diagnosegerät. Babys und Kleinkinder mit angeborenen Herzfehlern können damit im neuen Herzforschungs-Magnetresonanztomografen, dem sogenannten „Echtzeit-MRT“, schonender untersucht werden. Die Kinderherzklinik der UMG will den Nutzen und die Verwendung solcher beweglicher „Antennen“ wissenschaftlich begleiten und auswerten. Ein solches Spezialgerät kostet 45.000 Euro. Unter www.kinderherzklinik.de/Grosses-Herz gibt es dazu weitere Informationen.

HINTERGRUND
Eines von 100 Kindern wird in Deutschland mit einem Herzfehler geboren. Für die aufwändige Behandlung müssen Spezialisten eng zusammenarbeiten. In der Kinderherzklinik der UMG gibt es diese Expertise. Soll die Behandlung erfolgreich sein, braucht sie eine möglichst genaue Diagnose vorab. Viele der kleinen Patienten bekommen deshalb unter Vollnarkose eine Herzkatheteruntersuchung. Nur so können fehlgebildete Herzstrukturen und -funktionen so genau wie möglich abgebildet und erkannt werden. Doch es gibt schon jetzt eine wesentlich schonendere, weil nicht-invasive und strahlungsfreie Methode: die Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens.

Die UMG besitzt eines der wenigen Echtzeit-Magnetresonanztomografie (MRT)-Geräte weltweit. Dieses Gerät setzt ein völlig neues Bildgebungsverfahren ein, das so genannte „Real-Time-MRT“. Es handelt sich um ein Diagnostikverfahren, das von Forschern am Wissenschaftsstandort „Göttingen Campus“ unter Federführung des Max-Planck-Institutes für biophysikalische Chemie entwickelt wurde und an der UMG vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (Direktor: Prof. Dr. Joachim Lotz) eingesetzt wird. Dieses neue Verfahren erlaubt es, in Echtzeit dem Herzen ohne weitere Eingriffe beim Schlagen zuzusehen. Das machen ultraschnelle und extrem hochauflösende Bildsequenzen möglich. Gleichzeitig verkürzt sich die Untersuchungszeit in dem MRT erheblich. Bei Erwachsenen wird diese neue Technik unter Forschungsbedingungen bereits erfolgreich durchgeführt.

Babys und Kleinkinder können auf diese Weise bislang noch nicht untersucht werden. Bei ihnen müssen nach wie vor Röntgenstrahlen, Narkose und invasive Maßnahmen, wie Gefäßpunktionen, eingesetzt werden. Das belastet die kleinen Kinder. Eine Untersuchung im hochmodernen „Echtzeit-MRT“ würde diese Belastungen erheblich reduzieren. Kinderherzchirurgische Operationen wären durch eine solche präzisere Diagnostik deutlich besser zu planen.

„GROSSES HERZ FÜR KLEINE HERZEN“: 45.000 EURO NÖTIG
Die kleinen Herzpatienten sollen künftig von der Methode der Echtzeit-MRT-Diagnostik profitieren. Dafür bedarf es eines Forschungsvorhabens. Die Kinderherzklinik will herausfinden, wie dieses innovative Bildgebungsverfahren auf die besonderen Bedürfnisse der kleinen Patienten angepasst werden kann. Technisch gibt es dafür bereits eine spezielle Antenne, eine sogenannte „Baby-Spule“. Dieses bewegliche Gerät wird am Brustkorb des Kindes angelegt. Es kann die besonders feinen Strukturen kindlicher Herzen in hoher Auflösung im Echtzeit-MRT darstellen. Die Kosten eines solchen flexiblen Diagnostikgerätes belaufen sich auf 45.000 Euro.

In der Kinderherzklinik wurde diese „Baby-Spule“ bei Einzelfällen erstmals eingesetzt, sie lieferte dabei erste vielversprechende Ergebnisse. Zu diesem Zweck hatten sich die forschenden Ärzte eine solche „Spezialspule“ ausgeliehen. Nun will die Kinderherzklinik der UMG diese „Baby-Spule“ für ihre weitere systematische Forschungsarbeit erwerben.

Die Kinderherzklinik der UMG benötigt deshalb Spendengelder, um ein solches Spezialgerät anschaffen zu können. Nur dann können die kleinen Kinder von der vielversprechenden neuen Echtzeit-MRT-Technologie profitieren.

Prof. Dr. Thomas Paul, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der UMG, sagt: „Helfen Sie bitte mit, dass wir für unsere Kleinsten die modernsten Diagnostikverfahren einsetzen können! Jede Spende zählt!“

Spendenkonto
Universitätsmedizin Göttingen
IBAN: DE98 2605 0001 0000 0014 20; BIC: NOLADE21GOE
Stichwort: Grosses Herz

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin
Prof. Dr. Thomas Paul,
Telefon 0551 / 39-66203
tpaul@gwdg.de

Bereich Fundraising
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Robert-Koch-Straße 42, 37075 Göttingen
Telefon 0551 / 39-13278
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