Presseinformationen

Presseinformation Nr. 185 vom 11. November 2015

„…und plötzlich bist du verrückt“ – Ethische Aspekte psychiatrischer Gutachten. Film und Diskussion

Bioethische Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“: Film und Experten-Diskussion zu Gutachten im Kontext der Forensik. Mittwoch, 18. November 2015, 18:00 Uhr, Hörsaal 542, Universitätsklinikum Göttingen, Robert-Koch-Str. 40


(umg) „Psychiatrische Gutachten und Ethik“ ist der Titel der neunten Film- und Diskussionsveranstaltung im Rahmen der bioethischen Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Mollath – und plötzlich bist du verrückt“ von Leonie Stade und Annika Blendl aus dem Jahr 2015. Anschließend beleuchten Expertinnen und Experten ethische und psychiatrische Aspekte des Maßregelvollzugs und der Forensik. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der besonderen Rolle, die Dokumentarfilmen für die Vermittlung solcher realer Fälle und damit auch dem öffentlichen Bild der Psychiatrie zukommen kann.

Teilnehmerinnen der Expertendiskussion:

Prof. Dr. Jürgen Müller, Leiter des Schwerpunkts Forensische Psychiatrie und Psychotherapie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG); Matthias Koller, vorsitzender Richter am Landgericht Göttingen, und Prof. Dr. Silke Schicktanz, Lehrstuhl für Kultur und Ethik der Biomedizin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, UMG. Die Veranstaltung wird moderiert von Prof. Dr. Claudia Wiesemann, Direktorin des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der UMG.

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, dem 18. November 2015, um 18:00 Uhr, im Hörsaal 542 des Universitätsklinikums Göttingen, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen. Die Filmreihe „Ethics‘ Anatomy“ ist eine Veranstaltung des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der UMG und wird von der UMG gefördert. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Clubkino Göttingen statt. Der Eintritt ist frei.

Bioethische Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“
des Instituts für Ethik und Medizin der UMG
zum Thema „Psychiatrische Gutachten und Ethik“
Film „Mollath – und plötzlich bist du verrückt“ und Expertendiskussion
Mittwoch, 18. November 2015, 18:00 Uhr
Hörsaal 542, Universitätsklinikum Göttingen
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen

FILM UND HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Kaum ein anderer Fall wurde so kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert und so sehr durch die Medien gereicht wie der von Gustl Mollath. Die Diskussion rief Ängste hervor, bezogen auf die (forensische) psychiatrische Begutachtung und die Bedingungen einer zwangsweisen Unterbringung. Gustl Mollath wurde 2006 von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen wegen nicht ausgeschlossener Schuldunfähigkeit freigesprochen. Doch zugleich wurde seine Unterbringung in die Psychiatrie angeordnet. Dort verbrachte er sieben Jahre. In einem Wiederaufnahmeverfahren im Jahr 2014 erhielt Mollath wiederum wegen nicht ausschließbarer Schuldunfähigkeit einen Freispruch. Die Gefährlichkeit wurde indes nicht mehr festgestellt, da hinsichtlich eines Anklagepunktes kein Tatnachweis geführt werden konnte. Gustl Mollath wurde eine Entschädigung zugesprochen. Der Dokumentarfilm begleitete ihn über ein Jahr bis zum Urteilspruch und lässt Freunde wie auch Gegner zu Wort kommen.

Die Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“ widmet sich in insgesamt zehn Vorstellungen im Laufe des Jahres 2015 unterschiedlichen Themen der Bioethik. Auf dem Programm stehen Themen wie Forschungsethik, Intersexualität, Selbstbestimmung am Lebensende, Psychiatrie oder Demenz. Bei jeder Veranstaltung wird ein Spiel- oder Dokumentarfilm gezeigt. Im Anschluss daran diskutieren Experten aus der Bioethik und angrenzenden Bereichen. Die Veranstaltungen finden entweder im Universitätsklinikum, im Kino Lumière oder im Seminarraum des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin statt. „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“ ist die Fortsetzung der Filmreihe „Komplexe Konflikte“, die im Wintersemester 2012/2013 veranstaltet und im Jahr 2013 mit dem Stiftungspreis der Universität Göttingen ausgezeichnet wurde.

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.ethics-anatomy.uni-goettingen.de und www.facebook.com/ethicsanatomy

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Solveig Lena Hansen, M.A.
Telefon 0551 / 39-9316, shansen@gwdg.de



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