Presseinformationen

Presseinformation Nr. 174 vom 27. Oktober 2015

Psychopharmaka und Selbstbestimmung – Film und Diskussion

Bioethische Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“: Film und Experten-Diskussion zu medikamentöser Behandlung bei psychischen Erkrankungen. Montag, 2. November 2015, 18:00 Uhr, Kino Lumière, Geismar Landstraße 19.


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(umg) „Psychopharmaka und Selbstbestimmung“ ist der Titel der achten Film- und Diskussionsveranstaltung im Rahmen der bioethischen Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Nicht alles schlucken“ von Jana Kalms und Piet Stolz aus dem Jahr 2015. Anschließend diskutieren Experten gemeinsam mit Vertreterinnen von Selbsthilfegruppen in einer Podiumsdiskussion die Chancen und Risiken einer medikamentösen Behandlung bei psychischen Erkrankungen. Dabei sollen die Bedeutung eines leitliniengerechten Einsatzes der medikamentösen Behandlung bei verschiedenen Krankheitsbildern, wie z.B. Depressionen, manisch-depressiven Erkrankungen, Psychosen oder Angststörungen, beleuchtet und deren Grenzen erörtert werden. 

Teilnehmerinnen der Expertendiskussion:
Dr. Bernhard Kis, leitender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), Jon Leefmann, Philosoph und Medizinethiker, Universität Mainz, Frauke Klinge, Initiative Göttinger Psychose-Seminar sowie Beate Jakesch-Zinn, Angehörigengruppe psychisch Kranker Göttingen. Die Veranstaltung wird moderiert von Dr. Sinja H. Meyer-Rötz, Diplom-Gerontologin und MHA, Leiterin des Klinik- und Forschungsmanagement der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG.

Die Veranstaltung findet statt am Montag, dem 2. November 2015, um 18:00 Uhr, im Kino Lumière in der Geismar Landstraße 19. Die Filmreihe „Ethics‘ Anatomy“ ist eine Veranstaltung des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der UMG und wird von der UMG gefördert. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Initiative Göttinger Psychose-Seminar und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG statt.

Bioethische Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“
des Instituts für Ethik und Medizin der UMG
zum Thema „Psychopharmaka und Selbstbestimmung“
Film „Nicht alles schlucken“ und Expertendiskussion
Montag, 2. November 2015, 18:00 Uhr
Kino Lumière, Geismar Landstraße 19, 37083 Göttingen

FILM „Nicht alles schlucken“ UND HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Obwohl viele Menschen heutzutage in Krisen geraten, werden psychische Erkrankungen nach wie vor häufig als Makel und Schande erlebt und gesellschaftlich tabuisiert. Der Dokumentarfilm „Nicht alles schlucken“ will mit diesem Tabu brechen. Psychoseerfahrene Menschen und Angehörige sowie Ärzte und Pfleger erzählen vor der Kamera von ihren Erfahrungen mit Psychopharmaka und der Krankheit aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Der Dokumentarfilm gibt so einen vielfältigen Einblick in Wirkungen und Risiken von Psychopharmaka.

„Nicht alles schlucken“ ist das zweite trialogische Projekt von Jana Kalms und Piet Stolz. Das Filmprojekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Sebastian Winkels (“7 Brüder”). Der Ansatz des Filmprojekts bezieht bewusst verschiedene Grup-pen ein. Im Austausch zwischen den beteiligten Personen zeigt sich, wie vielschichtig der Umgang mit psychischen Erkrankungen und dem Einsatz von Psychopharmaka sein kann. Der Film geht den Fragen nach, die sich die Involvierten immer wieder und meistens auch gemeinsam stellen: Soll es Grenzen bei der selbstbestimmten Einnahme von Psychopharmaka geben? Welche Chancen und Risiken sind mit der Einnahme von Psychopharmaka verbunden? Welche Verantwortung tragen einzelne Patienten, welche Verantwortung trägt die Gesellschaft? Gibt es Alternativen zur Behandlung mit Psycho-pharmaka?

Die Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“ widmet sich in insgesamt zehn Vorstellungen im Laufe des Jahres 2015 unterschiedlichen Themen der Bioethik. Auf dem Programm stehen Themen wie Forschungsethik, Intersexualität, Selbstbestimmung am Lebensende, Psychiatrie oder Demenz. Bei jeder Veranstaltung wird ein Spiel- oder Dokumentarfilm gezeigt. Im Anschluss daran diskutieren Experten aus der Bioethik und angrenzenden Bereichen. Die Veranstaltungen finden entweder im Universitätsklinikum, im Kino Lumière oder im Seminarraum des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin statt. „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“ ist die Fortsetzung der Filmreihe „Komplexe Konflikte“, die im Wintersemester 2012/2013 veranstaltet und im Jahr 2013 mit dem Stiftungspreis der Universität Göttingen ausgezeichnet wurde.

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.ethics-anatomy.uni-goettingen.de und www.facebook.com/ethicsanatomy

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Solveig Lena Hansen, M.A.
Telefon 0551 / 39-9316, shansen@gwdg.de



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