Presseinformationen

Presseinformation Nr. 156 vom 25. September 2015

Franz-Volhard-Preis 2015 für Nierenforscher der UMG

Prof. Dr. Oliver Gross von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie für seine Alport-Therapieforschung ausgezeichnet.


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Franz-Volhard-Preis 2015: (v.l.)
Prof. Dr. Oliver Gross erhält die
Auszeichnung von DGfN-Präsident
Prof. Dr. Jürgen Floege.
Foto: Aey congresse


(umg) Prof. Dr. Oliver Gross, Klinik für Nephrologie und Rheumatologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), ist von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) für seine Alport-Therapieforschung ausgezeichnet worden. Er erhielt die höchste Ehrung der DGfN, den Franz-Volhard-Preis zur Förderung herausragender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nierenforschung. Der Preis wird jährlich ausgeschrieben und ist mit 10.000 Euro dotiert. In diesem Jahr wurde die Auszeichnung geteilt und an zwei Preisträger vergeben. Die Verleihung fand auf der 7. Jahrestagung der DGfN vom 12. bis 15. September 2015 in Berlin statt.

AUSGEZEICHNETE THERAPIEFORSCHUNG
Das Spezialgebiet von Prof. Dr. Gross sind seltene Typ-IV-Kollagen-Erkrankungen wie das Alport Syndrom. Dieses galt bis vor wenigen Jahren noch als schicksalhaft und nicht behandelbar. In Deutschland leben etwa 1.000 Familien mit Alport Syndrom. Menschen mit Alport Syndrom leiden an einer Innenohrschwerhörigkeit, Sehstörungen und einer fortschreitenden Nierenfibrose. Mit durchschnittlich 22 Jahren sind sie auf Blutwäschen durch Dialyse angewiesen. Etwa einer von 100 Dialysepatienten in Deutschland hat das Alport Syndrom, viele davon, ohne es zu wissen. Das Alport Syndrom gilt als Modellerkrankung der Nierenfibrose, dem Endstadium fast aller chronischen Nierenerkrankungen.

Die DGfN begründet die Auszeichnung an Prof. Gross damit, dass die weltweit ersten Therapieempfehlungen zum Alport Syndrom vorwiegend auf seinen Forschungsarbeiten basieren. Mit 26 grundlagenwissenschaftlichen Originalarbeiten und 13 klinischen Publikationen habe er eine internationale Spitzenstellung in der Alport-Therapieforschung erlangt: Seine Forschungsarbeiten hätten die Grundlage für Empfehlungen zur genetischen Frühdiagnose und die mittlerweile weltweit gültige Einteilung in Krankheitsstadien gelegt. Prof. Gross plante und leitet derzeit in enger Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN) die weltweit erste Phase-III-Therapie-Studie bei Kindern mit Alport Syndrom. Die Arbeiten werden unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und den National Institutes of Health (NIH) gefördert. Die weltweit erste Leitlinien-Konferenz für internationale Leitlinien (KDIGO) zur Diagnose und Therapie des Alport Syndroms findet vom 25. bis 27. September 2015 in Göttingen unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Gross statt.

Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, weltweit die Behandlung von Patienten mit Nierenkrankheiten zu verbessern. Die KDIGO koordiniert die Entwicklung von evidenzbasierten klinischen Leitlinien auf dem Gebiet der Nierenkrankheiten.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Nephrologie und Rheumatologie
Prof. Dr. Oliver Gross
Telefon 0551 / 39-66331
gross.oliver@med.uni-goettingen.de
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen



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