Presseinformationen

Presseinformation Nr. 136 vom 17. August 2015

Nachwuchsforscherin der UMG gewinnt den Wissenschaftspreis 2015 der DGPK

Doktorandin Olga Hösch erhält den mit 5.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) für ihre Arbeit auf dem Gebiet der bildgebenden Diagnostik angeborener Herzerkrankungen.


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Wissenschaftspreis 2015 der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) an UMG Nachwuchsforscherin Olga Hösch (mitte). Foto: DGPK


(umg) Olga Hösch, Doktorandin an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin (Direktor: Prof. Dr. Thomas Paul) und in der Interdisziplinären AG „Kardiovaskuläre Bildgebung“ (Leiter: Prof. Dr. Joachim Lotz) des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen, ist mit dem Wissenschaftspreis 2015 der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) für ihre herausragende wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet worden. Überreicht wurde der mit 5.000 Euro dotierte Preis auf der Jahrestagung der DGPK in Weimar im Juni dieses Jahres.

Olga Hösch erhielt den Preis für ihre Arbeit „The Total Right/Left-Volume Index: A New and Simplified Cardiac Magnetic Resonance Measure to Evaluate the Severity of Ebstein Anomaly of the Tricuspid Valve. A Comparison With Heart Failure Markers From Various Modalities.“ Die Studie wurde konzipiert und betreut von Dr. Michael Steinmetz, Oberarzt in der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin an der UMG mit Schwerpunkt kardiales MRT bei angeborenen Herzfehlern. Ergebnis der Untersuchung ist ein neuer, vereinfachter Index, der zuverlässige Aussagen über die klinische Schwere der Erkrankung bei Patienten mit Ebstein´scher Anomalie, einer Fehlbildung der Trikuspidalklappe in der rechten Herzhälfte, ermöglicht. Dadurch können Ärzte nun mögliche Therapiemaßnahmen ergreifen, bevor sich der Zustand der Patienten verschlechtert. „Ich freue mich sehr, dass Frau Hösch für ihre exzellente Forschung ausgezeichnet wurde. Dies ist ein Zeichen für die Qualität des neuen Rechts/Links-Volumen-Indexes und eine wichtige Neuerung für unsere Patienten“, so Prof. Dr. Thomas Paul.

NEUER INDEX BEREITS IN ANWENDUNG

 Die drei großen Vorteile des neuen Indexes sind, dass er leicht zu bestimmen, schnell auszuwerten und zuverlässiger als die bisherigen Bildgebungs-Parameter ist. An der UMG wird der Index bereits angewendet. Auch Experten aus ganz Europa sind von dem Konzept überzeugt und empfehlen den Einsatz des Index. Gerade erst sind die neuen Leitlinien der DGPK für die Behandlung von Patienten mit Ebstein´scher Anomalie verabschiedet worden. Eine Aktualisierung erfolgt alle fünf Jahre, dann soll der neue Index Eingang in die Empfehlungen finden. Bis dahin wollen die Herzforscher der UMG den Index weiter verbessern und die einzelnen Krankheitsstadien genauer abgrenzen.

„Als nächstes wollen wir deutschlandweite Langzeitbeobachtungen an größeren Patientenzahlen durchführen. Dann können wir prüfen, bei welchen Werten genau eine Therapie in Frage kommt, bevor sich die klinische Schwere der Erkrankung stark bemerkbar macht“, beschreibt Dr. Michael Steinmetz das weitere Vorgehen.

DER TOTALE RECHTS/LINKS-VOLUMEN-INDEX

Die Ebstein´sche Anomalie ist eine Fehlbildung der Trikuspidalklappe (Herzklappe zwischen der rechten Vor- und Hauptkammer). Bei der Diagnostik dieser Herzerkrankung ist es sehr schwer, den Grad der Schädigung der Trikuspidalklappe im Magnetresonanztomographen (MRT) und Herzultraschall zu bestimmen. Bislang wurden verschiedene Indices verwendet, die auf einer komplizierten Auswertung von Ultraschall- und MRT-Bildern basiert. Die UMG-Forscher konnten nun jedoch zeigen, dass diese nur sehr eingeschränkte Aussagekraft besitzen.

Als Alternative entwickelten sie den totalen Rechts/Links-Volumen-Index. Hierfür wurden Herzinsuffizienzmarker aus Labor- und Belastungsuntersuchungen mit Bildgebungsmarkern aus dem MRT korreliert. Die Ergebnisse zeigten, dass das Verhältnis der Volumina der kompletten rechten und linken Herzhälften zueinander sehr viel bessere Rückschlüsse über die klinische Schwere der Ebstein´schen Anomalie ermöglicht. Mithilfe der MRT lassen sich die Volumina der Herzhälften relativ einfach bestimmen. Dadurch sparen die Ärzte Zeit bei der Bestimmung und Auswertung und erhalten dennoch bessere Ergebnisse.

Kardiale MRT-Forschung an der UMG
Die kardiale MRT-Forschung an der UMG ist als „Arbeitsgruppe Kardiovaskuläre Bildgebung“ interdisziplinär aufgestellt und wird von Prof. Dr. Joachim Lotz, Direktor des Instituts für interventionelle und diagnostische Radiologie, geleitet. Die Gruppe setzt sich aus Wissenschaftlern der Radiologie, Kardiologie und Kinderkardiologie zusammen unter dem Dach des Herzzentrum Göttingens der UMG. In enger Kooperation mit der NMR Forschung GmbH am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie werden verschiedene Aspekte der bildgebenden Diagnostik und Therapie bei angeborenen und erworbenen Herzerkrankungen untersucht. Ergebnisse dieser Studien wurden in den letzten Jahren erfolgreich publiziert.

Der Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) ist mit 5.000 Euro dotiert und wird einmal jährlich auf der Jahrestagung der DGPK für eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit oder Habilitationsschrift auf dem Gebiet der Kinderkardiologie vergeben.

BILDUNTERSCHRIFT: Wissenschaftspreis 2015 der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) an UMG Nachwuchsforscherin: (v.l.) Prof. Dr. Brigitte Stiller (Präsidentin der DGPK; Klinik für Angeborene Herzfehler und Pädiatrische Kardiologie ZKJ, Universitäts Herzzentrum Freiburg Bad Krozingen); Olga Hösch, Prof. Dr. Ludger Sieverding (Leiter der Wissenschaftskommission der DGPK; Universitätsklinikum Tübingen). Foto: DGPK

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, Herzzentrum Göttingen
Dr. Michael Steinmetz
Oberarzt, Schwerpunkt kardiales MRT bei angeborenen Herzfehlern
michael.steinmetz@med.uni-goettingen.de
www.kinderherzklinik.de.



© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de


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