Presseinformationen

Presseinformation Nr. 122 vom 14. Juli 2015

Krebszellen zum Leuchten bringen

Partner des europäischen Verbundes PRISAR tagen von Montag,13. Juli 2015, bis Freitag, 17. Juli 2015, an der Universitätsmedizin Göttingen.


(umg) Ein optisches Verfahren zu entwickeln, um „Tumorzellen zum Leuchten zu bringen“ und so für den Chirurgen während der Operation besser sichtbar zu machen, das ist eines der Ziele des europäischen Verbundes PRISAR. Die Abkürzung steht für „Preclinical Intraoperative Image-Guided Surgery and Postoperative Radiotherapy of Tumours“. Beteiligt an dem Verbund mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft ist auch ein interdisziplinäres Forscherteam aus Göttinger Wissenschaftler/innen und Kliniker/innen verschiedener Fachdisziplinen der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin (MPI-EM).

Vertreter aller europäischen Partner des Verbundprojekts aus den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Großbritannien treffen sich von Montag, 13. Juli 2015, bis Freitag, 17. Juli 2015, zu einem Austausch in Göttingen. Gemeinsam mit onkologisch tätigen Ärzten und Wissenschaftlern diskutieren sie vor Ort, welche Techniken und Optimierungsschritte für die Anwendung am Patienten notwendig sind. Experten für intraoperative Bildgebung aus den Universitäten Leiden und Rotterdam stellen am Mittwoch, dem 15. Juli 2015, ab 16:00 Uhr im Hörssal 04 des Universitätsklinikums Göttingen ihre praktischen Erfahrungen mit neuen intraoperativen optischen Verfahren in der Klinik bei chirurgischen Eingriffen sowie neue Entwicklungen auf diesem Gebiet vor. Eine Präsentation von optischen Technologien findet am Dienstag, dem 14. Juli 2015, und am Donnerstag, dem 16. Juli 2015, im Hörsaal 04 des Universitätsklinikums Göttingen statt.

Tagung des europäischen Verbundprojekts „PRISAR“
Austausch über neue optische Verfahren zur Darstellung von Krebszellen
Montag, 13. Juli 2015, bis Freitag, 17. Juli 2015
Hörsaalbereich, Universitätsklinikum Göttingen
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen

Medienvertreter sind zur Berichterstattung herzlich eingeladen.

Das entwickelte optische Verfahren eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Chirurgie. Mit Hilfe des Verfahrens gelingt es, Tumorzellen „zum Leuchten zu bringen“ und so in Echtzeit im Patienten sichtbar zu machen. Dies soll den Operateuren helfen, Tumoren sicher zu entfernen und gesundes Gewebe besser zu schützen.

Als „Leuchtsubstanz“ soll zunächst das Fluoreszenzmittel Indocyaningrün (ICG) verwendet werden. ICG wird schon länger und sicher in der Medizin eingesetzt. Langfristiges Ziel des Forschungsverbundes ist es, die bereits entwickelteTechnologie zu verbessern. So wollen die Forscher neue Fluoreszenzsonden entwickeln, die spezifisch an Oberflächenproteinen von Tumorzellen binden. Nach Anregung mit Licht senden die Sonden Licht einer bestimmten Wellenlänge aus, das für das menschliche Auge unsichtbar ist. Während eines operativen Eingriffs wird das Fluoreszenzlicht auf den Tumorzellen mit einer Spezialkamera erfasst und auf einem Monitor dargestellt. Die leuchtenden Tumorzellen sind gut von gesundem Gewebe zu unterscheiden Der Operateur kann Ausmaß und Lage des Tumors oder einzelne Tumorknoten besser erkennen. Er kann sofort während der Operation sehen und entscheiden, wo der tumorfreie Rand im Gewebe verläuft, um im Idealfall die Tumorherde vollständig zu entfernen.

Die Europäische Union (EU) unterstützt das Projekt „PRISAR“ im Rahmen eines „Marie Skłodowska-Curie Action“ Programms. So werden unter anderem Forschungsaufenthalte von Ärzte und Wissenschaftler aus Göttingen bei den industriellen Verbundpartnern in Europa gefördert. Die Ärzte und Wissenschaftler können so vor Ort die Entwicklung dieser neuartigen bildgebenden Methoden aktiv mitgestalten und sich in diesen innovativen Verfahren ausbilden lassen. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von international ausgewiesenen Experten im Bereich der Medizintechnologie, der Sondenentwicklung und der translationalen Forschung mit Klinikern soll dazu führen, dass das neue molekulare, intraoperative Bildgebungsverfahren schneller im klinischen Alltag zum Einsatz kommt. Langfristig ist geplant, auch an der UMG chirurgische Eingriffe zur Entfernung eines Tumors mit Unterstützung dieser neuen Technologie durchzuführen.

Weitere Informationen zum Verbundprojekt „PRISAR“ unter: www.prisar.eu

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Translationale Molekulare Bildgebung
Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, Abt. Molekulare Biologie Neuronaler Signale
Prof. Dr. Frauke Alves
Dr. Joanna Napp
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
falves@gwdg.de
Telefon 0551 / 39-66991

Prof. Dr. Michael Ghadimi
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie
Universitätsmedizin Göttingen
chirurgie.sekretariat@med.uni-goettingen.de
Telefon 0551 / 39-66104

Prof. Dr. Philipp Ströbel
Institut für Pathologie
philipp.stroebel@med.uni-goettingen.de‎
Telefon 0551 / 39-66865

Prof. Dr. Lorenz Trümper
Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie
lorenz.truemper@med.uni-goettingen.de‎
Telefon 0551 / 39-663 27

Prof. Dr. Volker Ellenrieder
Klinik für Gastroenterologie und gastrointestinale Onkologie
gastroonko.sekretariat@med.uni-goettingen.de
Telefon 0551 / 39-663 01



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