Presseinformationen

Presseinformation Nr. 121 vom 10. Juli 2015

Millionenförderung für Göttinger Neurowissenschaftler

Drei Göttinger Wissenschaftler erhalten jeweils 2,5 Millionen Euro aus EU-Eliteförderprogramm.


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7,5 Millionen Euro Förderung des Europäischen Forschungsrates gehen an drei Göttinger Neurowissenschaftler (v.l.): Prof. Dr. Tobias Moser (UMG), Prof. Dr. Klaus-Armin Nave (MIPeM) und Prof. Dr. Nils Brose (MPIeM). Foto: mpiem/Cooper


(mpiem/umg) Die Göttinger Professoren Nils Brose (Direktor der Abteilung für Molekulare Neurobiologie am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin), Tobias Moser (Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen) und Klaus-Armin Nave (Direktor der Abteilung für Neurogenetik am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin) gehören zu den diesjährigen Empfängern hoch-kompetitiver ERC-Advanced-Grants. Das Eliteförderprogramm des Europäischen Forschungsrats (ERC) wird die Arbeiten der drei Neurowissenschaftler in den nächsten fünf Jahren mit jeweils 2,5 Millionen Euro unterstützen. In diesem Jahr war das EU-Förderprogramm der Advanced-Grants, das für Spitzenforscher aller Fachbereiche vorgesehen ist, besonders stark umworben: Die Zahl der europaweit vergebenen Grants musste um ein Drittel gekürzt werden. Dennoch gehören die Professoren Brose, Moser und Nave zu den rund acht Prozent erfolgreichen Antragstellern, die sich gegen über 2.000 Mitbewerber durchsetzen konnten.

„Dass auf dem Gebiet der Neurobiologie von europaweit zwölf erfolgreichen Anträgen gleich drei ERC-Advanced-Grants nach Göttingen gehen, ist auch eine Auszeichnung für unseren Wissenschaftsstandort“, so Professor Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Professor Klaus-Armin Nave, der bereits seinen zweiten ERC-Advanced-Grant erhält, sagt: „Diese Mittel geben uns die Flexibilität, schnell neue Themengebiete zu erschließen und damit den Neurobiologie-Standort Göttingen weiterzuentwickeln“.

Prof. Klaus-Armin Nave wird die zusätzlichen Fördergelder nutzen, um zu entschlüsseln, wie Gliazellen die neuronalen Verbindungen im Gehirn mit Energie versorgen und wie Defekte in diesem Prozess zu neurologischen und psychiatrischen Krankheiten beitragen.

Einen noch deutlicheren medizinischen Fokus hat das Forschungsvorhaben von Prof. Tobias Moser. Er wird die herausragende Förderung dazu verwenden, neue Hörprothesen zu entwickeln, die es erlauben, die Nervenzellen der Hörschnecke im Innenohr mit Licht räumlich präziser anzuregen als gegenwärtige elektrische Cochlea Implantate, und so das Hören zu verbessern.

Professor Nils Brose wird die ERC-Fördermittel einsetzen, um zu untersuchen, wie die Feinregulation der Signalübertragung zwischen Nervenzellen unser Verhalten kontrolliert und warum deren Fehlfunktion zu neuropsychiatrischen Erkrankungen führt.

„Wir haben in verschiedenen Konstellationen bereits seit fünfzehn Jahren kollaboriert und Tobias Moser wird ab dem nächsten Jahr einen Teil seiner Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin ansiedeln“, sagt Brose. „Dass wir jetzt alle drei gleichzeitig eine so elitäre Förderung erhalten, ist schon ein Riesenerfolg.“

Die drei durch das hoch-kompetitive EU-Förderprogramm ausgezeichneten Wissenschaftler sind in die international erfolgreiche Göttinger 'Neuro-Szene' fest eingebunden. Tobias Moser, der erst im März des Jahres den renommierten Leibniz-Preis erhielt, leitet seit fünf Jahren den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit insgesamt 16,5 Millionen Euro geförderten Sonderforschungsbereich „Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung“ (SFB 889). Klaus-Armin Nave und Nils Brose sind als Max-Planck-Direktoren seit vielen Jahren an gemeinsamen Forschungskonsortien mit der Universität und der Universitätsmedizin Göttingen beteiligt. Alle drei sind sich einig: „Ohne diese lokale Einbettung und die dauerhafte Unterstützung durch Universität, Universitätsmedizin, das Land Niedersachsen und die Max-Planck-Gesellschaft könnten wir diese Forschungsleistung nicht erbringen.“

WEITERE INFORMATIONEN:
Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin
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