Presseinformationen

Presseinformation Nr. 120 vom 09. Juli 2015

Sex-Tests im Leistungssport? Intersexualität im Kontext von Geschichte, Ethik und Medizin

Bioethische Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“: Film und Diskussion zum Thema „Intersexualität“. Mittwoch, 15. Juli 2015, 16:00 Uhr, Kino Lumière, Geismar Landstraße 19.


(umg) Die siebte Film- und Diskussionsveranstaltung im Rahmen der bioethischen Filmreihe „Ethics‘ Anatomy: Bioethik im Film“ dreht sich um das Thema „Intersexualität“. In einer Podiumsdiskussion diskutieren Expertinnen und Experten die Konflikte von Intersexualität und Leistungssport. Bis heute ist unklar, wie mit Leistungssportlerinnen oder Leistungssportlern umgegangen werden soll, deren Geschlecht nicht eindeutig männlich oder weiblich ist. Sind sogenannte „Sex-Tests“ aussagekräftig und ethisch gerechtfertigt? Obwohl diese Frage ungeklärt ist, musste sich die Frauenfußball-Nationalmannschaft kürzlich einem solchen Test unterziehen. Die Diskussion befasst sich mit den historischen, ethischen und medizinischen Aspekten dieses Themas. Zuvor wird der Spielfilm „Berlin ’36“ aus dem Jahr 2009 gezeigt. Der Film basiert auf der Geschichte der jüdischen Hochspringerin Gretel Bergmann und prangert einen vermeintlichen Betrug im Sport an.

DIE DISKUSSIONSRUNDE

Prof. Dr. Claudia Wiesemann, Direktorin des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Universitätsmedizin Göttingen (UMG), und Dr. Stefan Wiederkehr, Historiker und Leiter der Sammlungen und Archive der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Die Diskussion moderiert Friederike Maaßen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, UMG.

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, dem 15. Juli 2015, um 16:00 Uhr im Kino Lumière in der Geismar Landstraße 19. Die Filmreihe „Ethics‘ Anatomy“ ist eine Veranstaltung des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der UMG und wird von der UMG gefördert. Die Vorführung am 15. Juli findet im Rahmen der 18. Woche „Wissenschaft & Jugend“ der Stadt Göttingen statt.

Bioethische Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“
Institut für Ethik und Medizin der UMG zum Thema „Intersexualität“
Film „Berlin 36“ und Diskussion
Mittwoch, 15. Juli 2015, 16:00 Uhr
Kino Lumière, Geismar Landstraße 19, 37083 Göttingen
Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 6 Euro

FILM UND HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die Hochspringerin Gretel Bergmann (Karoline Herfurth) gilt international als eine der Medaillenfavoritinnen im Hochsprung bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936. Gretels stärkste sportliche Konkurrenz ist Marie Ketteler (Sebastian Urzendowsky). Zwischen ihnen entwickelt sich eine Freundschaft. Doch Marie ist in Wirklichkeit als Mann auf die Welt gekommen und wird von den Nationalsozialisten gezwungen, als Frau zu starten. Marie soll anstelle von Gretel die Goldmedaille im Hochsprung für Deutschland holen. Ein Mann im Frauensport – ein Skandal?!

Bis heute wird im (Leistungs-)Sport heftig diskutiert, wie mit Sportlerinnen und Sportlern umgegangen werden sollte, deren biologisches Geschlecht nicht eindeutig weiblich oder männlich ist. Das Phänomen „Intersex“ ist mit vielen Fragen verbunden: Lässt sich überhaupt genau feststellen, wer ein Mann und wer eine Frau ist? In den Medien wird über sogenannte „Sex-Tests“ berichtet, denen sich Sportlerinnen und Sportlern unterziehen müssen. Sind solche Tests aussagefähig? Was bedeutet es für die Sportlerinnen und Sportlern, sich u.a. intimen körperlichen Untersuchungen unterziehen zu müssen?

Die Filmreihe „Ethics’ Anatomy: Bioethik in Film“ widmet sich in insgesamt acht Vorstellungen im Laufe des Jahres 2015 unterschiedlichen Themen der Bioethik. Auf dem Programm stehen Themen wie Forschungsethik, Intersexualität, Selbstbestimmung am Lebensende, Psychiatrie oder Demenz. Bei jeder Veranstaltung wird ein Spiel- oder Dokumentarfilm gezeigt, im Anschluss daran diskutieren Expertinnen und Experten aus der Bioethik und angrenzenden Bereichen. Die Veranstaltungen finden entweder im Universitätsklinikum Göttingen, im Kino Lumière oder im Seminarraum des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin statt. „Ethics’ Anatomy: Bioethik im Film“ ist die Fortsetzung der Filmreihe „Komplexe Konflikte“, die im Wintersemester 2012/2013 veranstaltet und im Jahr 2013 mit dem Stiftungspreis der Universität Göttingen ausgezeichnet wurde.

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.ethics-anatomy.uni-goettingen.de und www.facebook.com/ethicsanatomy

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Verena Klar, B.A.; Telefon 0551 / 39-41 08
vklar@gwdg.de



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