Presseinformationen

Presseinformation Nr. 114 vom 02. Juli 2015

Qualität der medizinischen Lehre in Göttingen ausbauen: Neue Professur für Lehrforschung, neuer Studiendekan

UMG stärkt Lehre mit neuer Professur für Lehrforschung und Lehrentwicklung. Studiendekan der Medizinischen Fakultät an der Universitätsmedizin Göttingen neu gewählt.


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Prof. Dr. Lorenz Trümper, neuer Studiendekan der Medizinischen Fakultät, Direktor der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen. Foto: umg


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Prof. Dr. Martin Oppermann, neuer stellv. Studiendekan der Medizinischen Fakultät, Institut für Zelluläre und Molekulare Immunologie der Universitätsmedizin Göttingen. Foto: umg


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Prof. Dr. Tobias Raupach, Leiter des Bereichs Medizindidaktik und Ausbildungsforschung im Studiendekanat der Medizinischen Fakultät, Oberarzt in der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen. Foto: m.merkel


(umg) Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) will die Qualität ihrer Lehre an der Medizinischen Fakultät weiterentwickeln und modernisieren, um dadurch den Standort für Medizinstudierende noch attraktiver zu machen. Mit der Einführung eines Lernzielkatalogs, dem Auswahlverfahren für Medizinstudierende seit dem Wintersemester 2013/2014, der Möglichkeit eines Medizinstudiums ohne Abitur und dem Elternpass für studierende Eltern seit April diesen Jahres konnten konkrete Verbesserungen umgesetzt werden. Jetzt hat die Medizinische Fakultät in ihrem Studiendekanat eine Professur für Lehrforschung und Lehrentwicklung neu eingerichtet. Seit Mitte April ist diese Professur mit Prof. Dr. Tobias Raupach besetzt. Insgesamt sind an der Medizinischen Fakultät an der UMG rund 3.700 Studierende der Human-, der Zahn- und der Molekularen Medizin eingeschrieben.

Neugewählt hat der Fakultätsrat der Medizinischen Fakultät zudem turnusgemäß den für die medizinische Lehre und Ausbildung der Studierenden zuständigen Studiendekan: Prof. Dr. Lorenz Trümper, Direktor der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der UMG sowie Direktor des UniversitätsKrebszentrums Göttingen, wurde für eine dreijährige Amtszeit bestimmt. Prof. Trümper hat sein Amt zum 16. Juni angetreten. Er übernimmt das Amt des Studiendekans von Prof. Dr. Gerhard Burckhardt, Direktor des Instituts für Vegetative Physiologie und Pathophysiologie der UMG. Prof. Burckhardt geht zum 30.09.2015 in den Ruhestand.

Zum Stellvertreter des Studiendekans der Medizinischen Fakultät wurde Prof. Dr. Martin Oppermann, Institut für Zelluläre und Molekulare Immunologie der UMG, gewählt. Er folgt Prof. Trümper nach, der bislang die Stellvertreterfunktion innehatte.

NEUE PROFESSUR FÜR LEHRFORSCHUNG UND LEHRENTWICKLUNG

Die Medizinische Fakultät der UMG hat zudem eine neue Professur für Lehrforschung und Lehrentwicklung eingerichtet. Damit hat die UMG erstmals eine wissenschaftliche Stelle geschaffen, um die Qualität der Lehre an der Medizinischen Fakultät weiter nachhaltig zu erhöhen. So soll die Medizindidaktik an der UMG ausgebaut, die Qualifikation des Lehrpersonals fortentwickelt, neue Unterrichts- und Prüfungsformen erarbeitet, die Lehrforschung ausweitet und dadurch insgesamt das Lehrangebot an der UMG den modernen Erfordernissen auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse angepasst werden. „Die Medizinische Fakultät legt ausdrücklich Wert darauf, dass mit der neuen Lehrprofessur der Lernerfolg ihrer Studierenden unter den Gesichtspunkten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Gleichstellungs- und Diversitätsaspekten nachhaltig gesteigert werden kann“, sagt Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Dekan der Medizinischen Fakultät.

Seit Mitte April 2015 leitet Prof. Dr. Tobias Raupach den neuen Bereich Medizindidaktik und Ausbildungsforschung im Studiendekanat der Medizinischen Fakultät. Er ist zudem Oberarzt in der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG. Prof. Raupach bringt langjährige Lehrerfahrung mit. Er hat bereits innovative Lehr- und Prüfungskonzepte für das Medizinstudium entwickelt und implementiert sowie international im Bereich der Lehrforschung publiziert.

„In den kommenden Jahren wird sich das Medizinstudium deutlich verändern“, sagt Professor Raupach. „Die aktuellen Empfehlungen des Wissenschaftsrates für die Weiterentwicklung des Studiums beziehen sich auf viele Bereiche. So soll unter anderem die Wissenschaftlichkeit im Studium gestärkt werden. Eine ganz wesentliche Forderung ist, dass in der Lehre noch mehr als bisher die Patientinnen und Patienten im Vordergrund stehen. Hierzu haben wir in Göttingen bereits verschiedene Ansätze entwickelt. Unsere Studierenden lernen nicht nur am Krankenbett, sondern auch in videogestützten Prüfungen und demnächst sogar mit Computer-Simulationen, welche Untersuchungen und Behandlungen sinnvoll sind – und welche nicht.“

Prof. Raupach wurde bereits mehrfach für seine Aktivitäten in der Lehre ausgezeichnet. Im Jahr 2012 erhielt er den mit 30.000 Euro dotierten Ars legendi-Fakultätenpreis Medizin für exzellente Lehre des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und des Medizinischen Fakultätentages (MFT). Ebenfalls im Jahr 2012 bekam Raupach von der Baden-Württemberg Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ein Fellowship für Innovatio-nen in der Hochschullehre mit der höchstmöglichen Dotierung von 50.000 Euro.

Im Jahr 2014 erhielt Tobias Raupach den Präventionspreis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin für eine Arbeit, in der er untersuchte, wie gut Medizinstudierende in Deutschland über die Effektivität gängiger Entwöhnungsmethoden bei Tabak- und Alkoholabhängigkeit unterrichtet sind. Seit dem Jahr 2013 forscht Raupach federführend im Projekt „EAGLE“ (Effektivität von Anreizen für Lehrende auf der Grundlage des studentischen Lernerfolgs") gemeinsam mit Medizinern aus Göttingen und Hamburg an der Verbesserung der Lehre in der Medizin. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das dreijährige Vorhaben mit über 400.000 Euro.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Studiendekanat – Geschäftsführung
Dr. Kathrin Lagodny, Telefon 0551 / 39-66959
klagodny@med.uni-goettingen.de
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen

Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität,
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