Presseinformationen

Presseinformation Nr. 092 vom 29. Mai 2015

Zahnspange für Erwachsene und schonende Hilfen für Säuglinge, Kinder und Jugendliche

Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty leitet seit Januar 2015 die Poliklinik für Kieferorthopädie an der Universitätsmedizin Göttingen.


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Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty, neuer Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie der Universitätsmedizin Göttingen. Foto: Extra Tip / Wenzel


(umg) Seit 15. Januar 2015 hat Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty die W3-Professur Kieferorthopädie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) inne und leitet die Poliklinik für Kieferorthopädie an der UMG. Der bisherige Lehrstuhlinhaber, Prof. Dr. Dietmar Kubein-Meesenburg, ist Mitte Januar 2015 nach 37 Jahren Tätigkeit an der UMG in den Ruhestand gegangen. Mit dem Amtsantritt von Prof. Meyer-Marcotty verlagern sich die Schwerpunkte in der Krankenversorgung und in der Forschung der Kieferorthopädie an der UMG. Neue Schwerpunkte in der Krankenversorgung sind die kieferorthopädische Versorgung von Erwachsenen und von Säuglingen. In der Forschung befasst sich der neue Direktor mit der Entwicklung von neuen kiefer-orthopädischen Behandlungsstrategien für Menschen jeglichen Alters. Dabei bleibt die Arbeit der Poliklinik für Kieferorthopädie eng vernetzt mit den anderen zahnmedizinischen und medizinischen Einrichtungen an der UMG.

NEUE SCHWERPUNKTE IN DER PATIENTENVERSORGUNG

„Die Zahnspange ist auch für über 50-Jährige ein Mittel der Therapie, wenn es darum geht, Folgen von Zahnverlust, Knochenschwund oder Zahnfleischentzündungen funktional und ästhetisch zu korrigieren“, sagt Prof. Dr. Meyer-Marcotty. Der Kieferorthopäde ist Experte für die Behandlung von schwergradigen Zahnfehlstellungen bei Erwachsenen. Solche Fehlstellungen können als Folge nach einer ausgeprägten Zahnfleischentzündung (parodontaler Destruktion) auftreten. Der neue Direktor der Kieferorthopädie an der UMG setzt auf moderne Techniken. „Minischrauben im Kieferknochen, Segmentbehandlungen und besondere Befestigungsstrategien machen heutzutage eine Korrektur von Zahnfehlstellungen schnell und nahezu unsichtbar möglich“, sagt Prof. Dr. Meyer-Marcotty.

Ein weiterer Schwerpunkt des Kieferorthopäden Prof. Meyer-Marcotty ist die Versorgung von Patienten mit erheblichen Kieferfehlstellungen. Bei der Behandlung arbeiten die Kieferorthopäden mit den Kieferchirurgen der UMG Hand in Hand. Prof. Meyer-Marcotty möchte dabei den Anteil seines Fachs möglichst schonend und von kurzer Dauer halten. Dazu gehört eine virtuelle Planung mit dreidimensionaler Bildgebung. Einzelne Behandlungsschritte können so zunächst simuliert und im Anschluss daran die weiteren Behandlungsschritte optimal umgesetzt werden.

Bei der Behandlung von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und von Patienten mit Fehlbildungen des Gesichts oder des Kopfes ergänzt die Kieferorthopädie mit ihrer Kompetenz das bestehende fächerübergreifende Behandlungskonzept an der UMG. Eine besondere Fachkompetenz bringt der neue Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie in der Diagnostik und Behandlung von Säuglingen mit lagerungsbedingten Veränderungen des Kopfes mit. „Lagerungsbedingte Kopfdeformationen lassen sich heute bei Säuglingen auf sehr schonende Weise erkennen und behandeln“, sagt Prof. Dr. Meyer-Marcotty. „Durch eine gezielte Wachstumssteuerung des Hinterkopfes können wir schon innerhalb des ersten Lebensjahres der Entwicklung von Kieferfehlstellungen entgegenwirken.“

FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE

In der Forschung setzt Prof. Meyer-Marcotty auf die Zusammenarbeit und den Austausch mit anderen medizinischen und zahnmedizinischen Fächern. Dabei sollen die Auswirkungen von allgemeinen Erkrankungen wie z.B. Entzündungsvorgänge im Kiefergelenk bei Juveniler Idiopathischer Arthritis auf den Kieferkomplex analysiert werden. Besonders interessieren ihn die Möglichkeiten der dreidimensionalen Bildgebung für die Analyse von Asymmetrien bei Schädeln von Säuglingen und Erwachsenen. Dabei geht es um die Frage: Wie wirken sich Asymmetrien des Kopfes im Säuglings- und Kindesalter auf die Entwicklung des Kiefers beim Erwachsenen aus?

Für seine bisherige Forschungsarbeiten ist Prof. Dr. Meyer-Marcotty bereits mehrfach ausgezeichnet worden. So ist er Preisträger der European Federation of Orthodontics und zertifiziertes Mitglied im German Board of Orthodontics. 2011 würdigte die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie seine Arbeit mit dem Arnold-Biber-Preis. In den Jahren 2012 und 2013 erhielt er den Helene-Matras-Preis der Österreichischen Gesellschaft für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Kraniofaziale Anomalien.

Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty kommt gebürtig aus Niedersachsen. Er wurde 1975 in Stadthagen bei Hannover geboren. Das Studium der Zahnmedizin hat er in München an der Ludwig-Maximilians-Universität absolviert. Die Weiterbildung zum Facharzt für Kieferorthopädie machte er in München und in Würzburg. Seit 2007 war er an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg tätig, zunächst als Oberarzt, dann als Leiter der kieferorthopädischen Sektion eines interdisziplinären Zentrums für kraniofaziale Fehlbildungen, zuletzt als Leitender Oberarzt an der Poliklinik für Kieferorthopädie. 2010 habilitierte er sich mit einer Arbeit über „Computerbasierte 3D-Detektion von Asymmetrien der Gesichtsweite und deren Einfluss auf die visuelle Perzeption bei Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten“ und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Kieferorthopädie. Vor der Rufannahme auf die Universitätsprofessur in Göttingen lehnte er 2013 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Kieferorthopädie an der Universität Jena ab. 2014 war er auf Platz 1 gesetzt für eine Professur im Department of Orthodontics, an der Universität Bergen in Norwegen.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie
Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty, Telefon 0551 / 39-8616
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
philipp.meyer-marcotty@med.uni-goettingen.de



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