Presseinformation

Presseinformation Nr. 022 vom 15. Februar 2013

Nachruf auf Universitätsprofessor Dr. Otto Götze

Erster Göttinger Lehrstuhlinhaber für Immunologie und ehemaliger Direktor der Abteilung Immunologie an der UMG ist im Alter von 77 Jahren gestorben.


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Universitätsprofessor (em.) Dr. med. Otto Götze. Foto: privat


(umg) Universitätsprofessor Dr. med. Otto Götze, Emeritus und langjähriger Direktor der Abteilung Immunologie der Universitätsmedizin Göttingen, ist am 4. Februar 2013 nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren gestorben. Professor Götze gehörte der Medizinischen Fakultät Göttingen seit 1979 an. Als erster Lehrstuhlinhaber für Immunologie im Zentrum Hygiene und Humangenetik baute er das Fach in Göttingen auf und leitete die in 1980 neu etablierte Abteilung Immunologie bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003. Professor Götze war von 1984 bis 1986 Dekan und Prodekan der Medizinischen Fakultät und darüber hinaus viele Jahre in mehreren Kommissionen der Fakultät tätig.

Als Wissenschaftler leistete Prof. Dr. Otto Götze entscheidende Beiträge zur Erforschung der angeborenen Immunität. Er war an drei Göttinger Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beteiligt. 1988 wurde er als deutscher Vertreter in den damals einberufenen Koordinierungsausschuss "Biology" im Rahmen des Programms der Europäischen Gemeinschaft zur Koordinierung von Forschung und Entwicklung im Bereich der Medizin und des Gesundheitswesens entsandt. Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde Prof. Otto Götze 2001 mit der Goldenen Ehrenmedaille des European Complement Network ausgezeichnet.

Die Medizinische Fakultät und die Universitätsmedizin Göttingen trauern um einen engagierten Wissenschaftler, Arzt und Lehrer, der sich in besonderer Weise um die Immunologie an der Universitätsmedizin Göttingen verdient gemacht hat.

Professor Dr. Otto Götze wurde am 2. August 1935 in Recklinghausen geboren. Er studierte Medizin in Hamburg, Frankfurt, Paris, München und Freiburg. In Freiburg erlangte er die Approbation als Arzt und absolvierte die damals übliche Medizinalassistentenzeit. 1964 wechselte er als wissenschaftlicher Assistent an das Freiburger Max-Planck-Institut für Immunbiologie und wurde 1966 mit einer immun-hämatologischen Arbeit zum Thema "Quantitative Absorptions- und Agglutinationsversuche mit 7S- und 19S-Antikörpern gegen die Blutgruppeneigenschaft A" promoviert. Von 1968 bis zu seinem Dienstantritt in Göttingen im Jahr 1979 forschte Prof. Götze in den USA an den renomierten immunologischen Instituten des Department of Molecular Immunology der Scripps Clinic and Research Foundation in La Jolla, California, sowie im Laboratory of Cellular Physiology and Immunology an der Rockefeller Universität, New York.

Seine Forschung galt der Aufklärung biochemischer Reaktionsabfolgen bei der immunologischen Abwehr von Krankheitserregern durch das Komplementsystem im Blut. Da die Aktivierung des Komplementsystems mit Entzündungen verknüpft sein kann, suchte Prof. Götze auch nach therapeutischen Wegen, das Komplementsystem beeinflussen zu können. Neben der Forschung und Lehre übernahm er mit dem Aufbau eines HLA-Labors auch Aufgaben in der Krankenversorgung.

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