Presseinformation
Presseinformation Nr. 143 vom 19. September 2011
10 Jahre European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G). Festakt mit Nobelpreisträgern.
Festakt zum zehnjährigen Bestehen von ENI-G: Festvortrag von Medizin-Nobelpreisträger Bert Sakmann, wissenschaftliches Symposium und Podiumsdiskussion. Donnerstag, 22. September 2011, und Freitag, 23. September 2011, in der Paulinerkirche.
(umg) Das Neurowissenschaftliche Institut Göttingen (ENI-G) wird zehn Jahre alt. Hochkarätige Gäste und renommierte Referenten feiern am Donnerstag, 22. September 2011, und Freitag, 23. September 2011, die erfolgreiche Etablierung einer einzigartigen Forschungseinrichtung am Wissenschaftsstandort Göttingen: Seit 2001 steht das ENI-G mit seinem Konzept für internationale Spitzenforschung und praxisnahe Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Forschungsfeld der Neurowissenschaften. Ort der Veranstaltung ist die Paulinerkirche in Göttingen. Die Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen des ENI-G beginnen am Donnerstag, dem 22. September 2011, um 10:00 Uhr.
Grußworte sprechen Prof. Dr. Walter Stühmer, Sprecher des Europäischen Neurowissenschaftlichen Institutes Göttingen und Direktor der Abteilung Molekulare Biologie neuronaler Signale am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, Göttingen, Prof. Dr. Johanna Wanka, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Georg-August Universität Göttingen, Prof. Dr. Cornelius Frömmel, Sprecher des Vorstandes der Universitätsmedizin Göttingen, sowie Prof. Dr. Herbert Jäckle, Vize-Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und Leiter der Abteilung Molekulare Entwicklungsbiologie am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen.
Auf dem weiteren Programm stehen ein Festvortrag des Medizin-Nobelpreisträgers Prof. Dr. Bert Sakmann, ein wissenschaftliches Symposium mit Vorträgen zum Thema "From Molecules to Neuronal Networks" (von Molekülen zu neuronalen Netzwerken) sowie eine Podiumsdiskussion mit einer Erörterung des Fragenkomplexes zu den "Perspektiven für junge Wissenschaftler" in Deutschland.
10 Jahre ENI-G
Festakt, wissenschaftliches Symposium und Podiumsdiskussion
Donnerstag, 22. September 2011, Beginn: 10:00 Uhr
FESTVORTRAG
11:30 bis 12:30 Uhr:
EINFÜHRUNG
Prof. Dr. Erwin Neher, Nobelpreisträger für Medizin und Mitbegründer von ENI-G, Leiter der Abteilung Membranbiophysik, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen
VORTRAG
"Cortical Column: if you don’t understand the function, do the structure"
Prof. Dr. Bert Sakmann, Nobelpreisträger für Medizin, Wissenschaftlicher Gründungs-direktor des Max Planck Florida Institute, Jupiter FL
PODIUMSDISKUSSION
18:00 bis 19:30 Uhr:
“Perspektiven für junge Wissenschaftler”.
Moderation: Dr. Peter Stern, Senior Editor, Wissenschaftsmagazin Science
WISSENSCHAFTLICHES SYMPOSIUM
“From Molecules to Neuronal Networks”
Donnerstag, 22. September 2011, 13:50 bis 17:25 Uhr
Freitag, 23. September 2011, 09:00 bis 17:30 Uhr
Ort: Paulinerkirche, Papendiek 14, Göttingen
Das ausführliche Programm finden Sie unter: http://www.eni.gwdg.de/index.php?id=349
Medienvertreter sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen.
Auftakt zum wissenschaftlichen Programm ist der Festvortrag von Prof. Dr. Bert Sakmann. Der Medizin-Nobelpreisträger und wissenschaftliche Direktor des Max Planck Florida Institute, Jupiter FL, referiert zum Thema "Cortical Column: if you don’t understand the function, do the structure". Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Einführende Worte zum Festvortrag spricht einer der ENI-G Gründungsväter, der Medizin-Nobelpreisträger und Leiter der Abteilung Membranbiophysik am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen, Prof. Dr. Erwin Neher.
Im wissenschaftlichen Symposium referieren international bekannte und renommierte Neurowissenschaftler zum Thema "from Molecules to Neuronal Networks" (von Molekülen zu neuronalen Netzwerken). Sie stellen neueste Erkenntnisse zu den Forschungsfeldern "Synaptic Transmission" (Synaptische Übertragung), "Neuronal Networks" (neuronale Netzwerke) und "Neuronal Diseases" (neuronale Erkrankungen) vor.
In der Podiumsveranstaltung am Donnerstag, dem 22. September 2011, ab 18:00 Uhr diskutieren Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft über "Perspektiven für junge Wissenschaftler". In der Diskussion geht es um die Gegenüberstellung befristeter und entfristeter Verträge ("tenure track"), Auswirkungen auf die Produktivität, die Forschungsqualität, die Arbeitsbedingungen und die private Lebensplanung junger Wissenschaftler. Eine weitere Frage in der Diskussion: Wie können Frauen im Wissenschaftsbetrieb gefördert werden? Moderiert wird die Diskussion von Dr. Peter Stern, Senior Editor des amerikanischen Wissenschaftsmagazins "SCIENCE".
EUROPEAN NEUROSCIENCE INSTITUTE GÖTTINGEN (ENI-G)
Die Idee des ENI-G wurde 1997 von den drei Göttinger Neurowissenschaftlern, Prof. Dr. Erwin Neher (MPI für biophysikalische Chemie), Prof. Dr. Diethelm Richter (Universitätsmedizin Göttingen) und Prof. Dr. Walter Stühmer (MPI für experimentelle Medizin) konzipiert. 2001 erfolgte die offizielle Eröffnung durch EU-Kommissar Philippe Busquin. Das Institut ist darauf ausgerichtet, junge Nachwuchswissenschaftler im Bereich der Neurowissenschaften zu fördern. Das ENI-G wurde zudem Keimzelle eines europaweiten Netzwerks von "Centers of Competence" in den Neurowissenschaften. Als erste Einrichtung seiner Art hat das ENI-G die Koordinatorenrolle in einem nunmehr entstandenen Exzellenz-Netzwerk mit 20 Instituten in 14 Europäischen Ländern mit insgesamt 79 Forschungsgruppen inne.
EINZIGARTIGES KONZEPT
Die Einrichtung bietet beste Arbeitsbedingungen für exzellente junge Forscher mitten in ei-nem hochkarätigen Wissenschaftsnetzwerk zwischen Universität, Universitätsmedizin und den Max-Planck-Instituten. Einzigartig ist sein Konzept: In dem Institut arbeiten nur junge Nachwuchswissenschaftler eigenständig mit ihren Gruppen. Unterstützt werden sie durch einen Vorstand und von Mentoren. Seit 2005 hat das ENI-G seinen Sitz in einem vorwiegend vom Land Niedersachsen finanzierten Gebäude auf dem Nordcampus der Universität in der Grisebachstraße 5. Rund 3.000 Quadratmeter bieten bis zu acht Forschergruppen großzügigen Laborraum, umfangreiche zentrale Einrichtungen, Räume für Administration, IT-Service und eine Feinmechanikwerkstatt sowie Seminarräume und Speziallabore mit sehr hochauflösenden Mikroskopen. Vorlesungs- und Praktikumsräume für das Studienprogramm Neurowissenschaften vervollständigen die Ausstattung.
FINANZIERUNG
Neben der vom Land Niedersachsen finanzierten Grundausstattung beteiligen sich seit In-krafttreten eines 2005 geschlossenen Kooperationsvertrags die Universitätsmedizin Göttingen und die Max-Planck-Gesellschaft zu gleichen Teilen an den laufenden Kosten. Den jeweiligen Forschungsetat der Arbeitsgruppen werben die jungen Wissenschaftler zum größten Teil selbst als Drittmittel ein. Zusätzlich werden Doktoranden über verschiedene Programme, unter anderem der Göttingen Graduate School for Neurosciences, Biophysics, and Molecular Biosciences (GGNB), sowie über Stiftungen und Stipendien finanziert.
FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE
Die Wissenschaftler des ENI-G widmen sich der Erforschung der molekularen und zellulären Grundlagen von Hirnfunktionen und problemorientiert auch der Ursachenanalyse von Störungen. Es werden somit Grundlagen erforscht, die zur gezielten Behandlung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen des Gehirns führen sollen. Solche Erkrankungen sind zum Beispiel die Alzheimer’sche oder die Parkinson’sche Krankheit. Es gehört zum Konzept von ENI-G, dass die Forschung interdisziplinär organisiert ist.
Die Grundlagenforschung der jungen Wissenschaftler im ENI-G hat dabei vor allem Fragen zur Funktion und zur Fehlfunktion des Nervensystems im Blick. In einem multidisziplinären Ansatz bewegen sich ihre Arbeiten auf den Feldern der Genetik, Molekularbiologie, Immunologie, Biochemie, Biophysik, Neurologie, Psychologie. Fragen aus den Bereichen der Entwicklung, Plastizität und Stabilisierung des Nervensystems wie Verhalten, Lernen, Gedächtnisverlust, Degeneration, Regeneration sowie Kompensationsmechanismen werden untersucht. Methodisch liegen die Schwerpunkte auf dem Einsatz hochauflösender und quantitativer Mikroskopie, breitgefächerter Elektrophysiologie und quantitativer Molekularbiologie.
JUNGE EXZELLENTE FORSCHER GEFÖRDERT
Die bisherigen Gruppenleiter am ENI-G haben ihre wissenschaftliche Laufbahn erfolgreich fortsetzen können. Sie alle erreichten in den zurückliegenden Jahren Rufe auf Professuren. Die ehemaligen Doktoranden sind zu einem großen Teil in der Wissenschaft geblieben und arbeiten in Laboren in Deutschland, den USA, China, Australien, Österreich und England. Inzwischen bewerben sich die ersten nach mehrjährigen Forschungsaufenthalten im Ausland auf Gruppenleiterpositionen in Deutschland zurück. ENI-G trägt so einen Teil dazu bei, die besten Wissenschaftler an den Standort Deutschland zu binden.
WEITERE INFORMATIONEN
European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G)
Christiane Becker
Telefon 0551 / 39-12344
Mail eni@gwdg.de
www.eni.gwdg.de/
© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de
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