Presseinformation
Presseinformation Nr. 119 vom 01. Juli 2011
Wenn die Seele das Herz krank macht
Bundesweit erste Professur für Molekulare Psychokardiologie: Prof. Dr. mult. Thomas Meyer, Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der UMG. Vorlesung zum Amtsantritt am Mittwoch, 6. Juli 2011, 17:30 bis 19:00 Uhr.

Professor für Molekulare Psycho-
kardiologie der Abteilung Psycho-
somatische Medizin und Psycho-
therapie der Universitätsmedizin
Göttingen. Foto: umg
(umg) Ist das Herz krank, muss das nicht immer körperliche Ursachen haben. Auch psychischer Stress wie Einsamkeit, Konflikte oder Depressionen bringen den Le-bensmotor aus dem Takt. So haben Menschen mit Depressionen ein erheblich höheres Risiko, an Verengungen der Herzkranzgefäße oder an einem Herzinfarkt zu erkranken, als psychisch gesunde Menschen. Wie beeinflussen sich Herz und Psyche gegenseitig? Welche Prozesse laufen dabei ab? Und kann man diese bewusst steuern? Das untersucht Prof. Dr. mult. Thomas Meyer in der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Direktor: Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen) der Universitätsmedizin Göttingen. Seit Anfang des Jahres hat er die bundesweit einmalige Professur für Molekulare Psychokardiologie inne. In der neu eingerichteten Professur untersucht er die biochemischen Prozesse von psychokardiologischen Erkrankungen.
Im Rahmen der Mittwochsreihe des Zentrums Psychosoziale Medizin findet die Vorlesung zum Amtsantritt von Prof. Meyer statt am Mittwoch, dem 6. Juli 2011.
"Herz, Psyche und Moleküle. Perspektiven der Molekularbiologie zum Verständnis psychokardiologischer Krankheitsbilder"
Vorlesung zum Amtsantritt von Prof. Dr. mult. Thomas Meyer,
Professor für Molekulare Psychokardiologie der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Mittwoch, 6. Juli 2011, 17:30 bis 19:00 Uhr
Großer Hörsaal des Zentrums Psychosoziale Medizin
Universitätsmedizin Göttingen
Von-Siebold-Str. 5, 37075 Göttingen
Warum haben Menschen nach einem Herzinfarkt oft Depressionen? Woher kommt das? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Vorlesung von Prof. Dr. mult. Thomas Meyer. Sein Forschungsgebiet ist die biochemische Signalverarbeitung bei Herzerkrankungen. Er untersucht die biochemischen Prozesse der Interferonvermittelten Signaltransduktion. Dabei spielt der Botenstoff Interferon eine wichtige Rolle. Er dient der Kommunikation zwischen den Zellen, um Entzündungen im Körper zu bekämpfen.
"Die Forschungen auf dem Gebiet der Signalverarbeitung mit Interferonen sollen dazu beitragen, ein besseres Verständnis der Entwicklung von Depressionen bei internistisch erkrankten Patienten zu bekommen. Vielleicht ist es dann bald möglich, den Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und psychischen Erkrankungen zu ent-schlüsseln und besser zu behandeln", sagt Professor Meyer.
Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. rer. nat. Thomas Meyer wurde am 25. Januar 1963 geboren. Das Studium der Humanwissenschaften hat er an den Universitäten Bonn, Heidelberg und der Freien Universität Berlin absolviert. Von 1993 bis 1995 war er Stipendiat der Deutschen Gesellschaft für Herz- und Kreislaufforschung. 1994 wurde er im Fach Medizin an der Georg-August-Universität Göttingen promoviert. Es folgten weitere Promotionen in den Fächern Philosophie/Sozialwissenschaften (Dr. phil.) im Jahr 1996 und 2004 in den Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Biochemie (Dr. rer. nat.). Habilitiert wurde Prof. Meyer 1998 für das Fach Experimentelle Kardiologie. Ein Jahr darauf erweiterte er seine Venia legendi um das Fach Innere Medizin. Seine Assistenzarztzeit absolvierte er in der Abteilung Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen und arbeitete anschließend als außerplanmäßiger Professor. Nach seinem Wechsel an die Universität Marburg hat er eine selbständige Arbeitsgruppe am Biomedizinischen Forschungszentrum aufgebaut und im Jahr 2009 die Stiftungsprofessur für das Fach Molekulare Kardiologie besetzt. Im Februar dieses Jahres ist er dem Ruf auf die W2-Professur für Molekulare Psychokardiologie in der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen gefolgt.
WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Professur für Molekulare Psychokardiologie
Prof. Dr. mult. Thomas Meyer, Telefon 0551 / 39-4881
Von-Siebold-Str. 5, 37075 Göttingen
thomas.meyer@med.uni-goettingen.de
© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de
Übersicht


