Presseinformation

Presseinformation Nr. 147 vom 26. Oktober 2010

Ordnung trotz Unordnung im Gehirn

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Jochen Staiger, neuer Direktor der Abteilung Neuroanatomie der Universitätsmedizin Göttingen, am Freitag, dem 29. Oktober 2010, um 12:15 Uhr im Zentrum Anatomie.


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Prof. Dr. Jochen Staiger, Direk-
tor der Abteilung Neuroanatomie
der Universitätsmedizin Göttingen
Foto: umg


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In der Großhirnrinde, dem so genann-
ten Kortex, werden die Sinnesreize des
Tastsinns verarbeitet. Grafik: Staiger


(umg) "Ordnung trotz Unordnung im Gehirn" ist das Thema der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Jochen Staiger. Seit April 2010 ist er Direktor der Abteilung Neuroanatomie der Universitätsmedizin Göttingen. In seiner Vorlesung spricht Prof. Staiger über die Strukturen der Großhirnrinde, deren gute Vernetzung für die körperliche und geistige Entwicklung entscheidend ist. Die Antrittsvorlesung findet statt am Freitag, dem 29. Oktober 2010, um 12:15 Uhr im Großen Hörsaal des Zentrums Anatomie. Zur Begrüßung spricht Prof. Dr. Cornelius Frömmel, Dekan der Medizinischen Fakultät und Sprecher des Vorstandes der Universitätsmedizin Göttingen.

"Ordnung trotz Unordnung im Gehirn"
Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Jochen Staiger,
Direktor der Abteilung Neuroanatomie
Freitag, 29. Oktober 2010, 12:15 Uhr
Großer Hörsaal, Zentrum Anatomie,
Kreuzbergring 36, 37075 Göttingen

In seiner Antrittsvorlesung spricht Prof. Dr. Jochen Staiger von der Ordnung und Unordnung der Strukturen der Großhirnrinde und deren Folgen. Die Großhirnrinde, der so genannte Kortex, ist ein sehr strukturierter Teil des Gehirns. Er ist für die bewußte Verarbeitung von Sinnesreizen, unter anderem des Tastsinns, verantwortlich und ist in verschiedene Schichten gegliedert. Innerhalb und auch zwischen diesen Schichten verknüpfen sich die Nervenzellen der Großhirnrinde zu Netzwerken. Dazu ordnen sie sich in Säulenform an und tauschen Informationen aus. Ist diese geordnete Struktur gestört, kann es zu Problemen bei der Übertragung von Sinnesreizen kommen.

"Wir vermuten, dass eine gestörte Schichtenbildung auch zu einer gestörten Säulenbildung führt und wollen das an Mausmutanten überprüfen. Beim Menschen kann die Störung der Schichtenbildung in der Großhirnrinde zu Fehlbildungen im Gehirn bis hin zur geistigen Behinderung führen. Außerdem können Epilepsien und Störungen der Bewegungskoordination auftreten", sagt Prof. Staiger. "Unsere Untersuchungen zu den Strukturen der Großhirnrinde können dazu beitragen, die physiotherapeutische und neuropsychologische Behandlung von Hirnschädigungen zu verbessern".

Prof. Dr. Jochen Staiger wurde am 9. Mai 1964 in Karlsruhe geboren. Er hat in Gießen Humanmedizin studiert und wurde 1993 an der Justus-Liebig-Universität Gießen promoviert. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am C. & O. Vogt-Institut für Hirnforschung in Düsseldorf. Dort übernahm er die Leitung der Arbeitsgruppe "Kortikale Mikroschaltkreise". Im Dezember 2000 absolvierte er an der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf die Habilitation und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Anatomie. In seiner Habilitationsschrift hat er sich mit den strukturellen und funktionellen Einheiten des Großhirns der Ratte beschäftigt. Im März 2006 folgte er einem Ruf an die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dort arbeitete er als W3-Universitätsprofessor für Zellbiologie im Fachgebiet Anatomie. Seit April 2010 ist Prof. Staiger als W3-Universitäts-professor für Neuroanatomie und Direktor der gleichnamigen Abteilung an der Universitätsmedizin Göttingen tätig. Prof. Dr. Jochen Staiger ist unter anderem Mitglied der Anatomischen Gesellschaft, der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte sowie der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft.

"Mit meiner zukünftigen Forschung möchte ich dazu beitragen, dass Vorgänge wie die Wahrnehmung und Speicherung sensorischer Informationen des zentralen Nervensystems besser verstanden werden. Es ist ein hochkomplexes System mit vielen verschiedenen Organisationsebenen, die es genau zu erforschen gilt", sagt Prof. Staiger. "Außerdem bin ich sehr daran interessiert, in der Anatomie der UMG ein Exzellenz- und Kompetenz-Zentrum "Imaging zellulärer und subzellulärer Strukturen" einzurichten. In diesem Zentrum könnten hochauflösende, dreidimensionale, quantitative Analysen von synaptischen und molekularen Netzwerken auf licht- und elektronenmikroskopischer Ebene durchgeführt werden", so Staiger.


WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen , Georg-August-Universität
Abteilung Neuroanatomie
Prof. Dr. Jochen Staiger, Telefon 0551 / 39-7051
Kreuzbergring 36, 37075 Göttingen
jochen.staiger@med.uni-goettingen.de



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